Projektmesse

"Demokratie gemeinsam stärken!" - die Projektmesse der Bundesprogramme "VIELFALT TUT GUT." und "kompetent. für Demokratie"

Demokratie gemeinsam stärken! - unter diesem Motto hatte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Fachpublikum, Jugendliche und interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Projektmesse der beiden Bundesprogramme "VIELFALT TUT GUT." und "kompetent. für Demokratie" am 25. und 26. Mai nach Berlin eingeladen.
Zwei Tage lang stellten mehr als 100 Projekte, Initiativen und Einrichtungen in der Station-Berlin im Berliner Stadtteil Kreuzberg ihre Arbeit vor und zeigten Möglichkeiten, wie und wo man sich aktiv für Vielfalt, Toleranz und Demokratie in Deutschland stark machen kann.

Den feierlichen Auftakt zur Projektmesse bildete die Auszeichnungsveranstaltung der Initiative "Orte der Vielfalt" (www.orte-der-vielfalt.de). Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zeichnete im Auftrag der Bundesregierung 93 Städte, Gemeinden und Kreise für ihr vorbildliches Engagement in Sachen Vielfalt, Toleranz und Demokratie mit dem Titel "Ort der Vielfalt" aus.

Dr. Hermann Kues, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesfamilienministeriums, informiere sich während seines Messerundgangs am Infostand der Jugendstiftung Baden-Württemberg

Im Anschluss daran eröffnete Dr. Kues die Projektmesse. In seinem Grußwort dankte er den Ausstellenden nachdrücklich für ihren großen Einsatz und zeigte sich beeindruckt vom Umfang der Ausstellung: "Die Projektmesse beweist eindrucksvoll, mit welchen Ideen in den beiden Bundesprogrammen durch Lokale Aktionspläne, Modellprojekte und Beratungsnetzwerke gemeinsam Demokratie in Deutschland gestärkt wird".

Auf seinem anschließenden Messerundgang erprobte der Parlamentarische Staatssekretär persönlich am Stand des Modellprojekts "Menschenrechte - lokal handeln, überregional vernetzen, international verständigen" von der Jugendstiftung Baden-Württemberg den "Menschenrechtsführerschein". Ein Poesiealbum der ganz besonderen Art, das im Rahmen des Modellprojekts "Erarbeitung eines erlebnispädagogischen interaktiven Ausstellungsprojekts" entstanden ist, begutachtete er am Stand von Gesicht zeigen! e. V. Auch erhielt Dr. Kues eine Hörprobe aus der CD des Lokalen Aktionsplans Forchheim sowie Erläuterungen zum "Wertekoffer" des LAP Kaufbeuren. Zum Abschluss des Messerundgangs informierte das Beratungsnetzwerk Brandenburg Dr. Kues über die Arbeit vor Ort und präsentierte ihm das "Toleranzmobil", das seit kurzem in Brandenburg unterwegs ist und für ein tolerantes Miteinander wirbt.

Die Besucherinnen und Besucher der Projektmesse erwartete dann ab Montagnachmittag ein prallgefülltes Programm: Mehr als 100 Ausstellungsstände, verschiedene Projektpräsentationen, Filmvorführungen und Podiumsgespräche gaben einen umfassenden Einblick in die Arbeit der beiden Bundesprogramme und den hohen Stellenwert des Engagements für Vielfalt, Toleranz und Demokratie in Deutschland.


Fachaustausch mit angeregter Podiumsdiskussion und Präsentationen

Über die Frage "warum das gemeinsame Engagement vor Ort so wichtig ist", diskutierte Moderatorin Ferda Ataman vom Tagesspiegel in einem Podiumsgespräch mit Wilhelm Teuber, Leiter des Referats "Jugendinformation und Extremismusprävention" im Bundesfamilienministerium, Sebastian Krumbiegel, Sänger und Mitglied der Gruppe "DIE PRINZEN" und aktiver Unterstützer des Lokalen Aktionsplans Leipzig, Dr. Christine Dembski, Koordinatorin des Präventionsrats der Universitäts- und Hansestadt Greifswald,

Ferda Ataman (rechts) im Gespräch mit Wilhelm Teuber (Mitte) und Sebastian Krumbiegel (links).

Gerd Bücker, Leiter der Arbeitsgruppe "Sport!Jugend!Agiert" der Deutschen Sportjugend (dsj), und Ahmet Yilmaz, Geschäftsführender Gesellschafter der exTim GmbH Deutschland/Türkei und Mitglied im Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplans Braunschweig, als Vertreter der engagierten Wirtschaft.
Die Gesprächsrunde erörterte, wie man die Bevölkerung und gerade Jugendliche mobilisieren kann, sich zu engagieren. Praxisbeispiele aus Städten wie Leipzig, Greifswald und Braunschweig sowie aus Sportvereinen zeigten positive Errungenschaften auf, verdeutlichten aber auch die aktuellen Herausforderungen in der Zusammenarbeit von Kommunalverantwortlichen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Das gemeinsame Ziel war jedoch für alle klar gesteckt: "Es gilt für etwas zu sein und nicht nur dagegen. Denn wer sich aktiv für Toleranz und Demokratie einsetzt, lässt Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz", unterstrich Sebastian Krumbiegel nachdrücklich.

Zum viel besuchten Anlaufpunkt für Fachinteressierte wurde während der beiden Messetage der Präsentationsraum, in dem Projektverantwortliche Filme und Präsentationen zu Fachthemen

Anlaufpunkt zum Fachaustausch:
Im Präsentationsraum fanden (Film-)vorträge und Diskussionsrunden statt.

wie "Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen" oder zum "Historischen Lernen mit Kindern" zeigten. Abschließend zu jedem Themenblock boten moderierte Gesprächsrunden den Zuhörenden die Möglichkeit, sich direkt mit den Vortragenden auszutauschen.
Die Bandbreite der vorgestellten Projekte reichte von Filmen und Präsentationen wie "Junge Neuköllner unterwegs in Sachen Demokratie und Toleranz" über Vorträge zur Nachhaltigkeit von Lokalen Aktionsplänen unter dem Motto "Die Gesellschaft von morgen" bis hin zu Vorstellungen von Projekten zur Partizipation von Kindern gemäß der Devise "Früh übt sich…".


Buntes Bühnenprogramm sorgt für große Begeisterung

Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, das von Projekten des Bundesprogramms "VIELFALT TUT GUT." gestaltet wurde, sorgte gerade unter den jungen Besucherinnen und Besuchern für viel Kurzweil und großen Applaus.

So präsentierte die Trommlergruppe ALREJU DRUMS zum Auftakt südamerikanische Rhythmen und der Circus Cabuwazi zeigte mit Auszügen aus seiner "Lastminute Story" spannungsgeladene Akrobatik und beeindruckende Jonglage. Zwei junge Schauspielerinnen der Bühne Scheselong sorgten danach mit eindrücklichen Szenen aus dem Stück "Geschichten aus dem Tagebuch der Anne Frank" für Denkanstöße im Publikum.

Das Bühnenprogramm sorgte für gute Stimmung beim Publikum.

In glitzernden Kostümen wagten sich dann vier wagemutige Kinder vom Zirkus Internationale auf die Bühne. Mit ihren Tänzen auf Stelzen aus dem Programm "Orient trifft Okzident" zeigten sie, wie schwungvoll man auch einen halben Meter über dem Boden tanzen kann. Gefolgt wurde dieser Act von einer "Weltraumrevue" des Vereins Netzwerk Zukunft mit dem Titel "Das Ding mit der Toleranz". Dieses Theaterstück wurde von sieben Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam aufgeführt, die die unterschiedlichsten Charaktere vom Vampir über Pippi Langstrumpf bis hin zum buckligen Glöckner darstellten. Dass eine solche Gruppe Toleranz untereinander üben muss, war schnell unbestritten.

Echten Kreuzberger HipHop präsentierten dann Jugendliche aus dem Projekt "JAM ON IT" der Alten Feuerwache e. V. und erzeugten damit vor allem bei den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern große Begeisterung. Die Gruppe "The Ethnosphere" beschloss dann den ersten Messetag mit experimenteller Musik unter dem Titel "Schöpfungsgesang der Weltreligionen".

In den zweiten Messetag startete das Bühnenprogramm mit der Gruppe "Purple Life" aus dem Lokalen Aktionsplan Fürstenwalde. Für ihre selbstkomponierten Songs und Coverversionen ernteten die jungen Sängerinnen so großen Beifall, dass sie es sich nicht nehmen ließen, zum Abschluss des Tages noch einmal auf die Bühne zu kommen und die vielfach gewünschte Zugabe zu geben.

Ebenfalls großen Applaus erzielten die "Zeugen der Zeit" von Gangway e. V./wittness e. V. Die drei Rapper waren kurzfristig eingesprungen und begeisterten das Publikum sowohl mit kritischem a-cappella-Rap als auch mit Reggae-Rhythmen.

Nachdenklichere Töne schlugen dann die Jugendlichen des Bildungswerks der Humanistischen Union in Essen an, indem sie mit Bildern und beeindruckenden Texten an das "Jüdische Leben in Essen" erinnerten.

Für die jugendlichen Bühnenakteurinnen und -akteure bot die Projektmesse damit eine willkommene Chance, ihr Können und ihr Engagement unter Beweis zu stellen: "Es ist wirklich super hier dabei zu sein und anderen zeigen zu können, was man drauf hat", befand eine der jungen Sängerinnen der Gruppe "Purple Life" aus Fürstenwalde.

Besucherinnen und Besucher fanden an den Ständen ein breites Informationsangebot.

Besucherinnen und Besucher jeden Alters erlebten die Messe damit als informativ und abwechslungsreich. So nutzen einige Schulklassen im Rahmen von Führungen die Chance, den "Menschenrechtsführerschein" zu erwerben, bei einem Quiz das eigene Wissen über die Geschichte der Anne Frank zu testen oder sich in Streetart auszuprobieren. Und auch die Ausstellenden selbst fanden zwischendurch immer wieder Zeit für Gespräche auf Fachebene. "Toll ist vor allem, sich hier von anderen Projekten inspirieren zu lassen und zu sehen, welche kreativen Lösungen andernorts für die letztendlich gleichen Herausforderungen gefunden wurden. Ich nehme viele Anregungen mit nach Hause", so das Resümee eines Ausstellers.




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