Bietet erste Hilfe für Eltern rechtsextremistisch gefährdeter Jugendlicher: das Modellprojekt "Recall"

Zwischenbericht Recall
Modellprojekt "Recall - Mit Eltern gegen rechts" präsentiert ersten Zwischenbericht
In der Landespressekonferenz Sachsen wurde jetzt die Zwischendokumentation des Modellprojekts "Recall - Mit Eltern gegen rechts" vorgestellt. Vertreterinnen und Vertreter der am Projekt beteiligten Einrichtungen präsentierten die Publikation mit dem Titel "Mein Sohn ist eigentlich ein sehr guter Mensch …".
Bietet erste Hilfe für Eltern rechtsextremistisch gefährdeter Jugendlicher: das Modellprojekt "Recall"
Kernstück der vorgestellten Dokumentation ist ein Erfahrungsbericht der Beraterinnen und Berater, die im Rahmen des Projekts hilfesuchenden Eltern mit ihrem Rat zur Seite stehen, um sie in ihrer Erziehungs- und Selbsthilfekompetenz zu stärken. Aus der bisherigen Arbeit stellte Michael Nattke vom Kulturbüro Sachsen einige Projektergebnisse vor. So wurden innerhalb der letzen beiden Jahre 71 Anfragen besorgter Eltern an das Projekt gestellt. Darauf folgten sowohl einmalige als auch längerfristige persönliche Beratungen oder Telefongespräche. Dabei waren es überwiegend Mütter rechtsextremistisch gefährdeter Söhne im Alter zwischen 13 und 25 Jahren, die den Kontakt aufnahmen. Nach Großveranstaltungen rechtsextremer Gruppen nahm der Beratungsbedarf stets zu.
In den Beratungsgesprächen wurden den Eltern durch die Beraterinnen und Berater der am Projekt beteiligten Einrichtungen vor allem Ratschläge zur Selbsthilfe vermittelt. Darüber hinaus wurde die Gründung von Selbsthilfegruppen begleitet und Lesungen aus dem Buch "Wenn Kinder rechtsextrem werden" von Claudia Hempel organisiert. Der Erstkontakt mit den Eltern entstand dabei sowohl über Institutionen wie die Mobilen Beratungsteams des Kulturbüros Sachsen oder Träger der Jugendhilfe als auch durch Eigenrecherche hilfesuchender Eltern im Internet.
Das Modellprojekt "Recall - Mit Eltern gegen rechts" ist ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Eltern, deren Kinder sich rassistische, antisemitische, nationalistische Ressentiments aneignen oder sogar bereits in rechtsextremen Gruppen organisiert sind. In einer zweijährigen Probephase seit Ende 2007 wurden in dem Projekt vielfältige Ergebnisse für neue Ansätze im Umgang mit dem Thema Rechtsradikalismus und der Beratung von Eltern entwickelt. Der nun vorgestellte Zwischenbericht erläutert diese neuen Perspektiven und ihre Bedeutung für das Bundesland Sachsen. Eine ausführliche Gesamtdokumentation des Modellprojekts ist für den Spätsommer 2010 geplant.
Mehr zum Projekt "Recall - Mit Eltern gegen rechts" erfahren Sie unter: www.recall-sachsen.de