Die Schülerinnen und Schüler der Wuppertaler Hauptschule wurden bei ihrem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz von einem Historiker und zwei Betreuern der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e. V. begleitet.
Modellprojekt in Wuppertal gibt Anstoß zu Stiftungsgründung
Mit einer Spende von sechs Millionen Euro unterstützt der Unternehmer Erich Bethe die neu gegründete Stiftung "Erinnern Ermöglichen". Anlass dazu war die Ausstellung "…die waren denen noch weniger wert als Staub", die Schüler im Rahmen des Wuppertaler Modellprojekts "Interreligiöses und interkulturelles historisches Lernen" realisiert haben.
Die Schülerinnen und Schüler der Wuppertaler Hauptschule wurden bei ihrem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz von einem Historiker und zwei Betreuern der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e. V. begleitet.
Im Februar 2010 besuchten die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse einer Wuppertaler Hauptschule das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz und hielten ihre Eindrücke in der Ausstellung "…die waren denen noch weniger wert als Staub" fest. Zur Dokumentation ihrer Erlebnisse erstellten die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer eine Broschüre mit dem Titel "Und auf dem Flur schauten mich von überall die Opfer an...", die über die Vielfalt-Mediathek des Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) ausgeliehen werden kann.
"Wir haben Erich Bethe, dessen Stiftung eine der größten Sozialstiftungen in Deutschland ist, einige unserer Materialien geschickt. Er war sofort begeistert von dem Projekt! Da er gerade mit dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers Gespräche führte über ein weiteres Engagement für das historische Gedenken an die Opfer des Holocaust, entschlossen sich beide, gemeinsam eine Stiftung hier in NRW zu gründen", erläutert Projektleiter Sebastian Goecke. "Insgesamt erhielt die Stiftung ein Startkapital von sechs Millionen Euro, Bethe sprach zudem andere Stiftungen an, die bereits weitere 20 Millionen Euro zugesagt haben. Damit soll Jugendlichen der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz finanziert werden."
Im Juni rief Rüttgers die Stiftung "Erinnern Ermöglichen" in der Wuppertaler Hauptschule am Katernberg offiziell ins Leben. Die Pilotphase wird insgesamt zehn Jahre dauern, danach soll die Stiftung auch deutschlandweit fortgeführt werden. Alle weiterführenden Schulen in NRW, im kommenden Jahr auch Studenten, können sich über die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen um die Förderung einer Reise zur Gedenkstätte Auschwitz bewerben. Erste Reisen sind bereits im Herbst geplant. Sebastian Goecke betrachtet die Stiftungsgründung als großen Erfolg: "Wir sind glücklich, dass unser Projekt dazu beigetragen hat, nachhaltige Strukturen zu schaffen."
Weitere Informationen zur Ausstellung "… die waren denen noch weniger wert als Staub" und zu den Projekten des Lokalen Aktionsplans Wuppertal erhalten Sie unter: www.wuppertaler-initiative.de