Dahme-Spreewald



Landkreis Dahme-Spreewald

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Silvia Enders

Kontaktdaten:
Ordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald
Beethovenweg 14
15907 Lübben
Tel: 03546-201519
Email:
www.aktion-jetzt.de
  Fördergebiet:
Landkreis Dahme-Spreewald
Größe: 2.261 qkm
Einwohnerzahl: 161.937
Förderzeitraum: 01/2007-12/2010

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Die Bevölkerung im Landkreis Dahme-Spreewald ist demokratisch gestärkt, lehnt undemokratische Strukturen ab und zeigt Zivilcourage. Die Bürgerinnen und Bürger kennen die Ziele und die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus und erkennen die Parallelen zwischen der nationalsozialistischen und rechtsextremistischen Ideologie. Der Beeinflussung der Kinder und Jugendlichen durch die rechtsextreme Szene wird durch Präventions- und Interventionsmaßnahmen begegnet. Weiterhin wird erkannt, dass die kulturelle Vielfalt eine Bereicherung darstellt. Deshalb beteiligt sich die Bevölkerung aktiv an interkulturellen und interreligiösen Dialogen.

Handlungskonzept:
Rechtsextremismus ist kein Jugendproblem, sondern ein Gesellschaftsproblem. Die Aktivitäten gegen Rechtsextremismus sind so durchzuführen, dass viele Partner gewonnen werden, die in der Summe aller den Rechtsextremismus in seinen Erscheinungsformen zurückdrängen. Die Bekämpfung des Rechtsextremismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass es im Landkreis eine große Vielfalt von Initiativen und Engagierten gibt. Ein verstärkter Dialog mit diesen Akteurinnen und Akteuren hat im zweiten Förderjahr eingesetzt und zu ersten Synergieeffekten zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft geführt. Dieser Prozess soll weiter fortgesetzt werden, um gemeinsam auch andere Handlungsfelder zu erschließen. Dafür sind halbjährlich stattfindende Tagungen geplant, auf denen Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung und der Zivilgesellschaft ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam weitere Schritte planen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit gegen Rechtsextremismus soll präventiv im Schulbereich und in der Jugendarbeit liegen. Daneben können aber auch andere Handlungsfelder eigenständig erschlossen oder mit dem Schul- oder Jugendarbeitsbereich verknüpft werden. Besondere Unterstützung soll jungen Menschen gegeben werden, die demokratische Werte mit Leben und Lebendigkeit füllen. Junge Menschen, die Kontakt zu rechtsextremistischen Strukturen haben, sollen Hilfe und Unterstützung erhalten. Sie sollen bei Bemühungen adäquat unterstützt werden, sich von diesen Strukturen zu lösen. Wenn möglich, kann eine Integration in bestehende demokratische Jugendkulturen unterstützt werden. Das Demokratieverständnis der Menschen ist auszubauen und zu festigen. Vor allem sind gelingende und nachhaltige demokratische Erfahrungen zu ermöglichen und zu fördern. Erste Schritte mit "gutem Bespiel" voranzugehen wurden unternommen und 2 Vertreter der Jugend vom Schülersprecherrat und des Jugendparlaments als ordentliche Mitglieder des Begleitausschusses in die LAP-Struktur aufgenommen. Es gilt, auf Parallelen zwischen der NS-Diktatur und dem heutigen Rechtsextremismus in seiner Ideologie, den Strukturen und konkreten Handlungsvollzügen hinzuweisen. Dafür sollte nach Möglichkeit auf regionale Aspekte (u. a. Halbe) hingewiesen werden.

Zielgruppen:
Als Zielgruppen von Einzelmaßnahmen und Projekten sollen vorrangig angesprochen werden: Kinder und Jugendliche. Die Vermittlung sozialer Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen führt zu selbstbewusstem, selbstbestimmtem Handeln. Hier sind vor allem die noch nicht politisch festgelegten und nicht rechts orientierten Jugendlichen angesprochen.
Das Augenmerk soll weiter auf die aktive Einbeziehung von rechtsextrem gefährdeten Jugendlichen in verschiedene Formen der schulischen/ außerschulischen Jugendarbeit gelegt werden. So soll insbesondere durch die Ermöglichung positiver Erfahrungen, aber auch durch gezielte Aufklärungsarbeit, rechtsextremen Haltungen entgegengewirkt und die Entwicklung demokratischer Denkweisen gefördert werden.
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, Lehrkräfte, Jugendbetreuerinnen und -betreuer, Polizistinnen und Polizisten sowie Kommunalbedienstete).
Akteurinnen und Akteure, die mit der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen betraut sind, werden für diese Aufgabe nachhaltig und zielgruppenspezifisch qualifiziert, um demokratisches Handeln zu fördern und dem Alltagsrassismus zu begegnen. Auf diesem Wege wird sichergestellt, dass breite Teile der Gesellschaft für die Ziele einer demokratischen und weltoffenen Gesellschaft erreicht werden.

Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des Präventionsrates, des Kreistages, des Seniorenbeirates, des staatlichen Schulamtes, der Polizei (Präventionsbereich), des Caritas-Verbandes der Diözese Görlitz e. V., des Humanistischen Regionalverbandes Ost, des Kreisjugendringes, des Amtes Unterspreewald und der Stadt Königs Wusterhausen, des Lübbener Forums, der evangelischen Kirche, der Schülersprecher und der Jugendparlamente.