| Kontaktdaten: Stadt Braunschweig Sozialreferat - Büro für Migrationsfragen Am Fallersleber Tore 1 38100 Braunschweig Tel: 0531-4707553 Email: www.braunschweig.de/ migration www.braunschweig.de/ lokaler_aktionsplan/ index.html |
Fördergebiet: Stadt Braunschweig Größe: 192 qkm Einwohnerzahl: 240.171 Förderzeitraum: 10/2007-12/2010 |
Leitziele:
1. In Braunschweig wird ein integrativer Entwicklungsprozess auf Dauer implementiert, der zum Abbau von Fremdenfeindlichkeit und zur Förderung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie beiträgt. Der Grundstein wurde mit dem Integrationskonzept gelegt.
2. Als Querschnittsaufgabe und ressortübergreifend verankert bezieht er nicht nur alle kommunalen Handlungsfelder ein, sondern fördert ebenso eine Bearbeitung unter breiter zivilgesellschaftlicher und kommunaler Beteiligung.
Handlungskonzept:
Der LAP zielt auf eine integrierende und aktivierende Stadtentwicklungsstrategie ab. Neben dem Transfer der Gesamtstrategie als Querschnittsaufgabe zwischen Verwaltungsspitze, Politik, städtischen Fachbereichen sowie relevanten Akteuren werden die vorhandenen Strukturen und Netzwerke aktiviert und in diesen Prozess eingebunden.
Die durch den LAP entwickelten Schwerpunkte und Arbeitsweisen werden zum einen im Braunschweiger "Netzwerk Integration", dem ca. 40 Institutionen und Vereine angehören, verankert. Hier kann die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren aktiviert werden. Weiterhin wird der Ausschuss für Integrationsfragen in seiner politischen Funktion und Zuständigkeit für integrationsrelevante Fragen, dem neben politischen Mitgliedern bspw. auch Akteure mit Migrationshintergrund angehören, für die Fortführung eines dem Lokalen Aktionsplan entsprechenden Handlungsrahmens sensibilisiert. Ebenso ist geplant, zur weiteren verbesserten Zusammenarbeit mit den Migrantenselbstorganisationen (MSO) einen Runden Tisch der Migrantengruppen zu institutionalisieren. Diesem kommt eine Lobbyfunktion zu und er soll ein Forum darstellen, auf dem künftig die Migrantenorganisationen ihre Bedarfe und Projektideen formulieren und Unterstützung durch Träger oder Angehörige des Ämternetzwerkes finden können. Die Handlungsansätze und Formen der Zusammenarbeit des LAP können künftig auf diesen genannten unterschiedlichen Aktionsebenen im Interesse der Nachhaltigkeit fortgesetzt werden.
Um die positiven Arbeitsansätze der vielfältigen Einzelprojekte zu verstetigen, wird in der kommenden Förderperiode vor allem darauf geachtet, dass die Einzelprojekte ihre Ideen in Zusammenarbeit mit anderen entwickeln und umsetzen, dadurch Erfahrungen sammeln und zukunftsweisende stabile Kooperationen bilden können. Ebenso ermöglicht ihnen diese gute Kenntnis der Trägerlandschaft, an diese ggf. später anzuknüpfen.
Weiterhin werden seitens der Stadtverwaltung Anstrengungen darauf gerichtet, welche anderen Förderansätze für die Fortführung der Arbeit der Akteure bestehen. Die Stadt Braunschweig selbst wird Haushaltsmittel nach Auslaufen des LAP zur Verfügung stellen. Vereine und ihre Maßnahmen haben sich mit ihren Angeboten als Akteure etabliert. Damit sie weiterhin als Partner in der Integrationsarbeit ernst genommen werden und das bürgerschaftliche Engagement sich auf eine breitere Basis stellt, sollen für die zivilgesellschaftlichen Akteure geeignete Qualifizierungsmaßnahmen folgen.
Mitgestaltung und Partizipation wird den Projektträgern, vor allem auch Migrantinnen, Migranten und deren Religionsgemeinschaften ermöglicht, um auf der Grundlage ihrer vielfältigen Potenziale gemeinsam mit anderen Akteuren lösungsorientierte Handlungsansätze zu entwickeln. Die Maßnahmen richten sich nach den Bedarfslagen von Zielgruppen, die Unterstützung benötigen, wie Kinder und Jugendliche, Eltern und Familien, Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund. An den Fähigkeiten und Ressourcen von Migranten orientierte Arbeitsansätze, eine positive Öffentlichkeitsarbeit, die die Differenz und Vielfalt zu Gehör bringt und interkulturelle Lernprozesse auslöst, sollen ein positives Klima für Toleranz und Demokratie entwickeln. Angebote zum interkulturellen und interreligiösen Lernen richten sich an professionelle Akteure sowie an alle Bürgerinnen und Bürger. Interkulturelle Kommunikation und Kompetenzentwicklung in Einrichtungen, Betrieben und Stadtteilzentren bauen Feindbilder ab, ermöglichen Transparenz durch Begegnung sowie Zusammenarbeit durch Dialog. Insbesondere mit den Glaubensgemeinschaften wird der Dialog über das Zusammenleben in religiöser Vielfalt und die Verschränkung von Religion und Alltag vor Ort intensiviert. Im Zentrum all dieser Ansätze steht die Umsetzung des Kommunalen Handlungskonzepts zur Integration in Braunschweig. Die Verzahnung mit dem LAP bietet die Möglichkeit, auf breiter Basis die zusammen entwickelten Handlungsfelder anzugehen und Projekte zu fördern.
Zielgruppen:
Die Zielgruppen in der dritten Phase des LAP entsprechen den in den ersten beiden Phasen:
1) Kinder/ Jugendliche
Hierbei werden insbesondere Kinder/ Jugendliche aus sozial benachteiligten Schichten angesprochen (sowohl Migrantenfamilien als auch einheimische sozial schwache Familien). Gerade in diesen Familien ist die Anfälligkeit für extremistisches Ideengut groß.
2) Migrantinnen und Migranten
Diese Zielgruppe umfasst v. a. Personen, die oft Probleme bei der Integration haben, darunter Familien, Frauen und Arbeitslose. Durch Projekte mit dieser Zielgruppe sollen gerade auch ihre vielfältigen, aber häufig nicht genutzten Potenziale gefördert und ihnen somit die aktive Partizipation ermöglicht werden.
3) Eltern und pädagogisches Personal
Die bisher im Rahmen des LAP realisierten Projekte haben gezeigt, dass Projekte die diese beiden Gruppen einschließen besondere Effekte zeitigen, um das Aufkommen extremistischer Tendenzen bzw. Isolation und Ausgrenzung unter Kindern/ Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Maßnahmen dagegen einzuleiten.
4) Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
Hier werden Personen aus den unterschiedlichsten Einrichtungen angesprochen, mit dem Ziel diese für das Thema Integration zu sensibilisieren und ihnen Instrumente an die Hand zu geben, um Brücken zwischen den Gesellschaften zu bauen und neue Kommunikationswege zu eröffnen.
5) Lokal wichtige Akteursgruppen
Hierdurch wird der Transfer der Gesamtstrategie als Querschnittsaufgabe mitgetragen.
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Eine Steuerungsgruppe für den Integrationsprozess in der Stadt Braunschweig mit dem Titel "Forum Migration" wurde konstituiert. Sie tagt mindestens dreimal pro Jahr. In seiner Sitzung im Juli 2007 beschloss das Forum den LAP als Begleitausschuss zu begleiten. Im Begleitausschuss wirken Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe der Spätaussiedler / Aussiedler, der EU-Bürgerinnen und Bürger, der Angehörigen von Drittstaaten, von Migrantenunternehmen, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Industrie- und Handelskammer Braunschweig / Arbeitgeberverband, der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und der Volkshochschule Braunschweig mit. Die vier Vertreterinnen und Vertreter der im Rat vertretenen politischen Fraktionen werden nach ihrer Fraktionsstärke besetzt.