| Kontaktdaten: Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken, Ortsverband Merkstein Comeniusstraße 8 52134 Herzogenrath Tel: 02451-909213 Email: www.sjd-die-falken-merkstein.de www.sjd-die-falken-merkstein.de/ html/ aktiv_fur_unseren_stadtteil.html |
Durchführung: Durchführungsort/e: StädteRegion Aachen, Schwerpunkt: Baesweiler-Setterich, Alsdorf Bundesland: Nordrhein-Westfalen weitere Länder: - Förderzeitraum: 08/2007-07/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Umgang mit interethnischen Konflikten in der Einwanderungsgesellschaft
Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten
Leitziele:
Hauptziele sind die Gewinnung und Qualifikation von jungen Migrantinnen und Migranten für ehrenamtliche, verantwortliche Tätigkeiten im Sozialraum und im Jugendverband. Dies umfasst z. B. Gruppenleitung, Betreuung, Organisation und Leitung von Veranstaltungen sowie die Übernahme von Leitungsaufgaben im Verband. Diese Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sollen in ihrem Wohnumfeld zur sinnvollen Konfliktlösung beitragen, indem sie
1. als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Dialog mit Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft fungieren und bereit und in der Lage sind, mit lokal einflussreichen und deutungsmächtigen Akteursgruppen zu kommunizieren,
2. andere (Migranten)jugendliche anleiten, ihre Interessen zu formulieren und auf konstruktive Weise vorzubringen und indem sie
3. für diese Migrantenjugendlichen Leitbilder und Orientierungsfiguren sind.
Handlungskonzept:
Phase 1: Motivation der Zielgruppe
Junge Migrantinnen und Migranten (ca. 15-25 Jahre), die zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren qualifiziert werden sollen, werden gefunden und zur Mitarbeit im Projekt motiviert. Sie werden über Kooperationspartner und durch Veranstaltungen im Stadtteil angesprochen, die für die Zielgruppe attraktiv sind und zum Mitmachen motivieren.
Phase 2: Qualifikation der Zielgruppe
Diese Qualifikation findet nicht als "Trockenübung" ohne Praxisbezug statt. Die jungen Menschen wollen ja in erster Linie aktiv sein und mit Jugendlichen in ihrem Stadtteil etwas bewirken. Sie nehmen an einer Gruppenleiterausbildung teil. Parallel dazu organisieren sie unter Anleitung und mit organisatorischer Unterstützung je nach ihren Fähigkeiten kleinere Angebote für Jugendliche im Stadtteil (Tanzwettbewerb, Partizipationsprojekte, Gruppenangebote) bzw. Freizeitmaßnahmen (Wochenendfahrten, Berlinfahrt). Dabei treten sie in ihrem Stadtteil in die Öffentlichkeit und werden als Dialogpartnerinnen und -partner wahrgenommen. Junge Migrantinnen und Migranten sind in der öffentlichen Diskussion nicht mehr nur Problemfaktoren, sondern werden positiv als Menschen gesehen, die etwas für ihre Gemeinschaft leisten. So können sie unter Anleitung auch kreative Workshops für Jugendliche anbieten oder Aktionen zur Verschönerung des Stadtteils durchführen. Wichtig ist, dass sie Erfolgserlebnisse haben und das Gefühl bekommen, etwas bewirken zu können. Sie treffen sich weiterhin regelmäßig als Gruppe, in der sie ihre neue Rolle unter Anleitung reflektieren und weitere Aktionen planen.
Phase 3: Selbstorganisation der Zielgruppe
Die Multiplikatorengruppe setzt sich Ziele und stellt ein mittelfristiges Programm (über ca. ein halbes Jahr) für ihre Aktivitäten im Stadtteil auf. Sie macht langfristige (Gruppen-)Angebote für Jugendliche in ihrem Stadtteil. Sie greift Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen im Stadtteil auf und bringt sie in originellen und kreativen Formen an die Öffentlichkeit. Sie gibt sich selbst eine Struktur, um nach Projektende selbstorganisiert weiterarbeiten zu können. In dieser Phase werden die jungen Migrantinnen und Migranten weiterhin von der Projektleiterin angeleitet und unterstützt. Sie treffen ihre Entscheidungen aber weitgehend selbständig und übernehmen für ihre Aktivitäten zunehmend mehr Verantwortung.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
Ortsübergreifend:
· Projekt "Demokratie stärken - für Vielfalt und Toleranz in der StädteRegion Aachen" (Informationsaustausch, Mitentwicklung an Konzepten);
· Miteinander im Kreis Aachen (finanzielle Unterstützung);
· Institut für politische Wissenschaften der RWTH Aachen (wissenschaftliche Begleitung);
· Städte Region Aachen (Unterstützung bei der Mitteleinwerbung); Städteregionsrat ist Schirmherr des Malwettbewerbs
In Baesweiler-Setterich:
· Malteser Jugendtreff Setterich (Austausch mit dem Leiter, gemeinsame Veranstaltungen;
· Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten, Ansprechen der Zielgruppe);
· Jugendamt Kreis Aachen (Austausch über Sprachcamps, finanzielle Förderung);
In Alsdorf:
· Bürgermeister (Unterstützung der Aktivitäten);
· Jugendtreff Altes Rathaus (Nutzung von Räumlichkeiten, gemeinsame Aktivitäten);
· Europahauptschule (Projektangebote);
In Herzogenrath
· Jugendamt (Durchführung Sprachcamp);
· Grundschulen (Sprachcamp);
· Jugendtreff (Sprachcamp);
In Aachen
· Aachener Jugendring (Unterstützung bei Veranstaltungen)
In Stolberg
· städtische Jugendtreffs (Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen)
In Eschweiler
· Bürgermeister und Gleichstellungsbeauftragte (Unterstützung bei Gründung einer Kindergruppe und beim Projekt "Politik mach mit")
Erwartete Ergebnisse:
Nach Projektablauf soll im Stadtteil eine Gruppe von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren existieren, die in der Lage ist, Bedürfnisse und Interessen der benachteiligten Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund aufzugreifen, diese mit den betroffenen Jugendlichen zu besprechen und zu vertreten. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren suchen den Dialog mit lokal einflussreichen und deutungsmächtigen Akteursgruppen. Zudem machen sie Vorschläge zur Lösung der Konflikte, zur Verbesserung der Lebenssituation von Jugendlichen im Stadtteil und zum gleichberechtigten Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Sie werden selbst aktiv und setzen kleine Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation (Lern- und Freizeitangebote für Kinder- und Jugendliche, Verschönerungen im Stadtteil) um.