| Kontaktdaten: DETO e. V. Große Schulstr. 53 49078 Osnabrück Tel: 0541-4068212 Email: www.deto-ev.org www.deto-ev.org/ integros/ integros.htm |
Durchführung: Durchführungsort/e: Osnabrück Bundesland: Niedersachsen weitere Länder: - Förderzeitraum: 10/2007-09/2010 |
Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Hauptzielgruppe:
Männliche Jugendliche aus "bildungsfernen" Milieus mit Affinität zu Fremdenfeindlichkeit
Leitziele:
1. Erkennen der eigenen (kulturellen) Vielfalt
2. Wahrnehmung und Entwicklung der Akzeptanz kultureller Vielfalt und Unterschiede im Umfeld
3. Abbau von Ressentiments und Vorurteilen gegenüber anderen und gleichzeitig Erfahrung von Selbststärkung durch (Erfolgs-)Erlebnisse
4. Entwicklung von technischen Fähigkeiten im Umgang mit dem Bereich "Neue Medien"
5. Erlernen des Umgangs mit dem Internet und Herausbildung von Medienkompetenz und Fähigkeit zur Medienkritik
6. Bildung eines Gegenpols zu lokalen "rechten Seiten" durch eigene Aktivitäten sowie eigene Seiten im Internet
Handlungskonzept:
Ziel von INTEGROS ist es, mittels eines integrativen Konzeptes junge Menschen (insbesondere männliche Jugendliche) zu erreichen, die für rechtsextreme Parolen und Angebote empfänglich sind und Gefahr laufen, durch rechtsextreme Gruppen vereinnahmt zu werden. Junge Menschen im Alter von 13 bis 21 Jahren beiderlei Geschlechts, die aktiv in Einrichtungen der Jugendhilfe und Jugendberufshilfe eingebunden sind oder eine allgemeinbildende Schule besuchen (insbesondere die Hauptschule), stellen die Zielgruppe dar. Inhaltlich setzt INTEGROS bei der individuellen Lebenswirklichkeit der Jugendlichen an und lässt ihnen Raum zur Darlegung ihrer Wahrnehmungen und Meinungen. Das Projekt setzt jedoch auch Grenzen, zeigt Alternativen auf und verfolgt das Ziel, dass die Betroffenen die vielfältigen Aspekte des "Andersseins" als Normalität in ihrer Lebenswelt akzeptieren und dass der Rechtsextremismus für sie keine Alternative darstellt.
Die einbezogenen Jugendlichen werden auf der Grundlage eines motivierenden Mediums bzw. instrumentell motivierender Medienarbeit angesprochen. Gleichzeitig werden sie in der Gruppenarbeit mit Aspekten des "Andersseins" (z. B. von Migrantinnen und Migranten) konfrontiert, wobei vorhandene Informationsdefizite behandelt und beseitigt werden.
Die Jugendlichen werden dabei in ihrer Persönlichkeit respektiert - ihnen wird zugehört, sie werden ernst genommen. Gleichzeitig wird ihnen deutlich gemacht, dass fehlende Toleranz ihrerseits gegenüber anderen sozialen/ ethischen Gruppen - in Wort und Tat - gesellschaftlich inakzeptabel ist und zur Ausgrenzung führen kann. Dabei werden im Rahmen der INTEGROS-Gruppenarbeit rassistisch-fremdenfeindliche und/ oder rechtsextreme Äußerungen nicht toleriert bzw. in der Weise thematisiert, dass ihre Substanzlosigkeit offensichtlich wird. Die Jugendlichen werden in diesem Zuge in verständlicher, für sie nachvollziehbarer Weise mit freiheitlich-demokratischen Wertvorstellungen und Normen konfrontiert.
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Medienarbeit ein und werden dann in vielfältiger, multimedialer Weise - als kurze Videos, Musikstücke, Präsentationen, Texte und Audioaufnahmen etc. - umgesetzt. Die beteiligten Jugendlichen sollen durch den Erfolg, selbständig Medienarbeit leisten zu können, auch im Hinblick auf ihre eigene Lebenssituation motiviert werden und Selbstbewusstsein gewinnen. Die INTEGROS-Projektarbeit wird in die Kurse bzw. den Unterricht der 8., 9. und 10. Klassen einer Hauptschule sowie in die Kurse und Arbeitsgemeinschaften eines Jugendzentrums sowie eines Zentrums für Jugendberufshilfe eingebunden, so dass eine breite Basis für die Vermittlung der INTEGROS- Projektinhalte vorhanden ist.
Das Besondere am Projekt ist, dass INTEGROS mit einer Hauptschule, einem Jugendzentrum im gleichen Sozialraum und einer Einrichtung für Jugendberufshilfe auf längerfristiger Basis und in einem gemeinsamen Netzwerk zusammen arbeitet.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Jugendzentrum 141, Osnabrück-Eversburg
· Schulzentrum Eversburg/ Hauptschule Eversburg
· Stadt Osnabrück, Fachdienst Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit
· Universität Osnabrück, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien
· Universität Osnabrück, Institut für Geographie/ Sozialgeographie
· Unternehmen IQcon, Osnabrück
· Unternehmen pro fund, Osnabrück
· Zentrum für Jugendberufshilfe, Osnabrück
Erwartete Ergebnisse:
Ausdrückliches Qualitätsziel ist es, dass allgemeine Module zur Übertragbarkeit des Modellprojektes auf andere Vorhaben entwickelt und bereitgestellt werden. Diese Module liegen schriftlich vor und werden interessierten Trägern - insbesondere in Seminaren und Workshops - präsentiert bzw. zur Verfügung gestellt.
Der Modellcharakter von INTEGROS besteht u. a. darin, dass bewährte und neue Realisierungskonzepte der Antirassismusarbeit (z. B. der biografische Ansatz) und der Interkulturellen Pädagogik in methodischer Hinsicht mit neuen Umsetzungselementen des E-Learnings verbunden werden. INTEGROS soll in der Projektphase "Auswertung/ Kommunale Integration" in kommunale Umsetzungs- und Weiterführungsstrukturen eingebunden werden. Im Kontext einer gemeinsamen Exit-Strategie aller Akteurinnen und Akteure wird ein Netzwerk gegründet, so dass die positiven Aktivitäten von INTEGROS aktiv weitergeführt und weiterentwickelt werden.