13187 Pankow



Familien stärken - gegen Gewalt und Extremismus

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Bernd Wagner

Kontaktdaten:
ZDK - Gesellschaft Demokratische Kultur
Mühlenstraße 47
13187 Berlin
Tel: 030-42018690
Email:
www.exit-deutschland.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: bundesweit
Bundesland: Berlin
weitere Länder: Brandenburg
Förderzeitraum: 07/2007-06/2010

Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen

Unterthema:
Qualifizierte Elternarbeit

Hauptzielgruppe:
Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Das Projekt bietet professionelle Hilfe im Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen in der Familie. Zentrales Ziel ist die Stärkung der Familienmitglieder im Umgang mit diesen Jugendlichen. Weiteres, langfristiges Ziel ist das Aufzeigen von alternativen Lebensentwürfen zur rechtsextremen Szene für die Jugendlichen selbst sowie die Aktivierung von Familienmitgliedern bei der Entwicklung von Ausstiegsszenarien für die Jugendlichen.
Das Hauptziel der letzten Projektphase besteht darin, die Ergebnisse des bisherigen Modellprojektes zu bündeln und auf zwei Territorien zu fokussieren und zu erproben.
· Landkreis Dahme-Spreewald: Es wird ein familienorientiertes Interaktionsmodell etabliert, das auf einen sehr aktiven und dichten deutschen Rechtsextremismus situativ und offensiv reagiert.
· Berlin-Neukölln: Türkischer Rechtsextremismus und Islamismus sind Gegenstand der Familienarbeit und der lokalen Netzwerke von Behörden, Bildungseinrichtungen und freien Trägern. Es soll ein bezirkliches Beratungs-, Informations- und Interventionsnetz gebildet und erprobt werden.

Handlungskonzept:
Das Konzept sieht mehrere parallele Handlungswege vor: Zentral ist die unmittelbare Beratung von Familienmitgliedern mit rechtsextrem orientierten Kindern im Jugendalter. Die Angehörigen werden einerseits individuell betreut und beraten. Andererseits sieht das Projekt auf Wunsch deren betreuten Zusammenschluss in Form von Selbsthilfegruppen unter professioneller Begleitung vor. Dabei werden erstmals alle Generationen angesprochen, um ihre jeweils individuellen Zugänge zu rechtsextrem orientierten Jugendlichen und ihre spezifischen Chancenstrukturen im Sinne einer Ausstiegsorientierung des/der betroffenen Jugendlichen sinnvoll und praktisch zu nutzen. Ferner dienen die Selbsthilfegruppen sowie die individuellen Beispiele dazu, anderen Familien, die den Schritt zur Hilfesuche noch nicht gewagt haben, Vorbilder zu liefern. Die Beispiele können zeigen, dass Familien nicht immer, aber doch manchmal Potenziale entwickeln können, um rechtsextrem orientierte Jugendliche zu Ausstiegen und Neuorientierungen im Sinne geistig politischer Weltbilder und zum Verlassen von rechtsextremen Strukturen und Zusammenhängen zu bewegen.

Vor diesem Hintergrund wird auch die Öffentlichkeitsarbeit ein zentrales Handlungsmoment sein. Hinzu kommt die direkte Zusammenarbeit mit zahlreichen Aussteigerinnen und Aussteigern selbst. Diese können angesichts ihrer eigenen Geschichte Anregungen zum Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen geben. Weiterhin sind sie als Individuen Zeugnis dafür, dass ein Ausstieg aus rechtsextremen Szenen machbar ist. Die individuellen Beratungen und Kooperationen mit Aussteigerinnen und Aussteigern sowie die Netzwerkbildungen sollen nach und nach regionalisiert werden.
Darüber hinaus findet der Zugang von Jugendlichen in extremistische Szenen (Rechtsextremismus und Islamismus), der v. a. über informelle Gruppen und das Internet erfolgt, starke Beachtung. Das Case-Management wird maßvoll standardisiert. Dazu werden Schnittstellen von Verantwortlichkeiten und Kompetenzen stärker bestimmt und in regionale Kontexte eingebunden.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Kooperationen bestehen zu Partnern in folgenden Bundesländern:
· Niedersachsen (Kontakt zum Landespräventionsrat)
· Bayern (Kontakte zu verschiedenen Ministerien geschaffen über regionale Kontakte z. B. in Lohr und Wunsiedel)
· Baden-Württemberg (Arbeitskontakte zu verschiedenen Stellen des Innenministeriums)
· Sachsen (Kontakte zur Staatskanzlei und Stellen des Innenministeriums und Partnerschaft mit der Leipziger Verbundnetz Gas AG)
· Mecklenburg-Vorpommern (Kontakte zu verschiedene Regionalzentren, Forschungsstelle Rechtsextremismus der Universität Greifswald)
· Nordrhein-Westfalen (Kontakte u. a. zu RAA-Stellen, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung)
· Berlin (Kontakte zu "Gegen Vergessen - Für Demokratie", Amadeu Antonio Stiftung,
· Freundeskreis des Szenenwechsels e. V., EVIN e. V., LAP Neukölln, Bezirksamt Neukölln/ Der Integrationsbeauftragte, Stadtjugendrätin, verschiedenen Jugendeinrichtungen und Sozialarbeiterinnen und -arbeitern in Neukölln, AG Migration und Integration der Polizeidirektion 5/ Kreuzberg-Neukölln)
· Brandenburg (Landkreis Dahme-Spreewald, Stadtjugendring Königs Wusterhausen, Koordinierungsstelle Tolerantes Brandenburg)
· Überregional: Bundeszentrale für politische Bildung

Erwartete Ergebnisse:
Die Arbeit lässt sich messen an den unmittelbaren Beratungsfällen und deren Bewertung durch die Betreuten (Qualität und Quantität).

Weiterhin bietet das Projekt:
1. Veranstaltungsreihen mit Aussteigerinnen und Aussteigern
2. Veranstaltungsreihen zum Thema Rechtsextremismus und Familie
3. Örtliche Infopoints und Anlaufstellen
4. Dokumentationen
5. Broschüre zur Arbeit in den territorialen Schwerpunkten Berlin-Neukölln und Dahme-Spreewald

Ziel ist der Aufbau eines nachhaltig wirkenden Netzwerkes der unmittelbaren, familienorientierten Ausstiegsarbeit.