
12053 Neukölln
| Kontaktdaten: CULTURES INTERACTIVE e. V. Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention Mainzer Str. 11 12053 Berlin Tel: 030-60401950 Email: www.cultures-interactive.de www.cultures-interactive.de/ kulturraeume2010 |
Durchführung: Durchführungsort/e: Ländliche Regionen in vier Bundesländern Bundesland: Thüringen weitere Länder: Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen Förderzeitraum: 09/2007-12/2010 |
Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen
Leitziele:
1. An verschiedenen ausgewählten Orten soll Zivilgesellschaft und jugendliches Engagement gefördert und mit entsprechenden Qualifikationen unterstützt werden.
2. Jugendliche werden dazu befähigt, sich jugendorientiert an lokalen demokratischen Prozessen zu beteiligen und damit Rechtsextremismus und Gewalt entgegenzuwirken.
3. Zivilgesellschaftliche Aspekte von Jugendkulturen, z. B. im HipHop, Techno, Skateboarding, RiotGrrl oder Punk, wie die Philosophie des Selbst-Gestaltens "Do-it-yourself", oder emanzipatorische und interkulturelle Ansätze werden Jugendlichen, aber auch dem Umfeld (Lehrerinnen und Lehrern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeitern als auch Eltern) vermittelt.
4. Jugendliche erhalten die Handlungskompetenzen, um sich konkrete Perspektiven der Lebensraumgestaltung und politische Partizipation zu erarbeiten. Gleichzeitig werden lokale Netzwerke aufgebaut, die diese Jugendlichen unterstützen und nachhaltig ein Umfeld schaffen, in dem die Beteiligung von Jugendlichen langfristig gefördert wird.
Handlungskonzept:
Während der Projektlaufzeit soll in vier Schwerpunktregionen in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen gearbeitet werden. Hierbei wurden Regionen gewählt, in denen aktuell oder bereits vor längerem rechtsextreme Parteien in die Parlamente und Kommunalräte eingezogen sind. Eine Region wurde von Fachleuten empfohlen, weil dort ein zunehmendes Erstarken der rechtsextremen Szene zu beobachten war, eine weitere wurde auf Wunsch des zuständigen Landesministeriums gewählt.
Jede Region wird vom Berliner Büro aus durch eine Koordinatorin bzw. einen Koordinator betreut. Der Auftakt der Regionalarbeit erfolgt so, dass an zentralen Schulen und Jugendeinrichtungen die "CI mobil"-Projekttage zu 'Jugendkulturen und politischer Bildung' durchgeführt und die Workshops und Diskussionsgruppen dann zusätzlich durch eine große Open-Space-Veranstaltung ergänzt werden.
Durch den jugendkulturellen Ansatz in der politischen Bildungsarbeit gelingt es, mit Jugendlichen aller Bildungsniveaus zu arbeiten. Mit jugendrelevanten Themen wie der Geschichte von HipHop oder Punk/Emo beginnen die Jugendlichen, fremdenfeindliche, rassistische, sexistische und gewaltbefürwortende Meinungen zu hinterfragen und lernen im moderierten Peer-Learning-Verfahren alternative Haltungen kennen. In Workshops, bei denen DJs, Skateboarder-, Breakdancer- und Comic-Künstlerinnen und Künstler ihr Können weitervermitteln, werden Haltungen der gegenseitigen Anerkennung sowie des respektvollen und fairen Umgangs eingeübt. Durch den Open Space werden Aktivierungsprozesse zur politischen Teilhabe in Gang gesetzt.
In dieser ersten Phase sollen möglichst viele Jugendliche der Zielregion erreicht werden.
In der zweiten Phase bilden engagierte Jugendliche Aktionsgruppen und erstellen Sozialraumanalysen ihres lokalen Umfeldes, in denen sie aufzeigen, was ihnen an ihren Wohnorten wichtig ist, was sie sich wünschen und wovor sie Angst haben. Hierzu werden in angeleiteter Selbstorganisation Begehungen durchgeführt und in Texten, Fotos, Videos und Audiofeatures dokumentiert.
Aufbauend auf diesen Ergebnissen organisiert und moderiert das KulturRäume2010-Team in der dritten Phase in der jeweiligen Region eine Zukunftswerkstatt, an der auch die kommunalen Verantwortlichen und engagierten Erwachsenen der örtlichen Bevölkerung teilnehmen. Die Jugendlichen zeigen aus ihrer Sicht die Ressourcen und Problemlagen vor Ort auf, artikulieren ihre Wünsche, machen Vorschläge, diskutieren konkrete Handlungsziele und schließen Vereinbarungen.
Auch in der vierten und letzten Projektphase - nach der Zukunftswerkstatt - steht das KulturRäume2010-Team moderierend und unterstützend zur Seite, um sozialpädagogische und jugendkulturelle Beratung, Konfliktmediation, Deeskalation, politische Bildungsarbeit, lokale Vernetzung und Erwachsenenfortbildung zu leisten, z. B. bei der Neuorganisation eines entsprechend in Beschlag genommen Jugendklubs. Das kann ferner den generellen Alltagsbetrieb in einer Schule betreffen. Es mag sich zeigen, dass mehr Schutz und Unterstützung durch die örtlichen Autoritäten erwünscht und notwendig ist, die nur durch eine aufmerksamere Zusammenarbeit der verschiedenen Funktionsträger untereinander (Verwaltung, Polizei, Lehrkräfte, Presse) und eine größere Rücksicht auf Belange des jugendlichen Lebens vor Ort zu erzielen sind.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Bundeszentrale für politische Bildung (BpB);
· Sächsische Schweiz: Jugendland - Mobile Jugendarbeit in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge, Ludwig Renn Mittelschule Stolpen, Mittelschule Bad Gottleuba, Mittelschule Königstein, Jugendclub Bad Gottleuba, Aktion Zivilcourage e. V., Mobiles Beratungsteam für den Regierungsbezirk Dresden, Jugendring Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e. V., Steinhaus e. V. Bautzen. Alternatives Kultur- und Bildungszentrum (Pirna), RAA Sachsen e. V. - Opferberatung;
· Jerichower Land: Landeszentrale für politische Bildung (LpB) Sachsen-Anhalt, Modellprojekt Horizont 21, Miteinander e. V., Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt (MOB) Sachsen-Anhalt, Arbeitskreis Regionale Jugendarbeit Altkreis Genthin, Jugendhaus Thomas-Morus Genthin, Jugendhaus Parey, LAP Burg, Sekundarschule Brettin, Sekundarschule "Am Baumschulenweg" Genthin-Süd, Albrecht-Dürer-Schule Parchen, Sekundarschule an der Elbe Parey, Lindenschule Burg, Bismarck-Gymnasium Genthin, Netzwerk Schulsozialarbeit Jerichower Land AKKU, Bürgermeister und Kulturamtsleiterin Stadt Genthin;
· Parchim: LpB Mecklenburg-Vorpommern, Kreisjugendring Parchim, Arbeitsstelle für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kirchenkreis Parchim, Jugendförderverein Parchim/Lübz e. V., Kreissportbund Parchim, Jugendhilfeausschuss Parchim, Camino Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich, "Bunt statt Braun", Friedrich Franz Gymnasium, Pestalozzi Förderschule, Regionale Schule Johann Wolfgang von Goethe, Allgemeine Förderschule Lübz, Eldenburg Gymnasium Lübz, Regionale Schule Lübz, Regionale Schule Marnitz, Regionale Schule Crivitz, Regionale Schule am Mühlenberg, Kinder-, Jugend- und Familientreff Parchim, Haus der Jugend, Jugend- und Familienzentrum “Club am Südring”, Mehrgenerationenhaus Lübz/ Freizeitzentrum 'Mobil' Lübz, Zentrum für Bildung, Erholung und Freizeit/ Jugendwerkstatt, Regionalzentrum Ludwigslust;
· Weimarer Land: LpB und Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Thüringen, Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus in Weimar und im Weimarer Land, LAP Weimar und Weimarer Land, Radio LOTTE Weimar, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Städte Weimar, Apolda, Blankenhain und Bad Berka, Jugendparlamente Apolda und Blankenhain, Jugendclub Bad Berka, Berggymnasium Apolda, Förder- und Regelschule in Blankenhain, Förderschule Apolda, Regelschule Kranichfeld, Herder-Schule Weimar, Europäisches Jugendbegegnungswerk Weimar (EJBW), Weimar-Jena-Akademie, Jugendamt Weimar.
Erwartete Ergebnisse:
1. Entwicklung von nachhaltigen (über-)regionalen Netzwerken zur Förderung kultureller, sozialer und politischer Partizipation von Jugendlichen für zivilgesellschaftliches Engagement und zur Rechtsextremismusprävention
2. Umsetzung konkreter Handlungsziele zusammen mit Jugendlichen, Akteurinnen und Akteuren in den Schwerpunktregionen, wie die Entwicklung von Jugendparlamenten, (Re-)Aktivierung von Jugendclubs, Bau einer Skatebahn, selbstorganisierte Workshops oder Angebote der Konfliktvermittlung
3. Erstellung einer Dokumentation der Prozessverläufe in den Regionen, Darstellung und Wirkungseinschätzung der angewandten Methoden (wie Open-Space, jugendorientierter Sozialraumanalyse und Aktionsgruppen, Zukunftswerkstatt) für eine integrierte regionale Strategie der Jugendkulturarbeit zur Förderung von Zivilgesellschaft.
4. Erstellung eines Fachartikels - als pdf. auf www.cultures-interactive.de/publikationen