Dachau



Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Barbara Thimm

Kontaktdaten:
Stiftung Jugendgästehaus Dachau
Rosswachtstrasse 15
85221 Dachau
Tel: 08131-617713
Email:
www.jgh-dachau.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Dachau und an den Orten der Kooperationspartner
Bundesland: Bayern
weitere Länder: Hessen, Thüringen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hamburg, Polen, Österreich
Förderzeitraum: 10/2007-09/2010

Themencluster:
Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemitismus

Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Bildungsarbeit zum Holocaust

Hauptzielgruppe:
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Das Projekt verfolgt Ziele sowohl auf der theoretisch-konzeptionellen als auch auf der bildungspraktischen Ebene:
a) die Initiierung und Etablierung eines Fachaustausches, der auf eine zeitgemäße Fundierung von Gedenkstättenpädagogik orientiert ist, sowie die Verständigung über erwünschte Qualifikationen im Tätigkeitsfeld Gedenkstättenpädagogik;
b) die Entwicklung, Diskussion, Evaluation und Implementierung von Übungen und Fortbildungskonzepten für Gedenkstättenpädagoginnen und -pädagogen mit bundesweiter (und internationaler) Reichweite.

Handlungskonzept:
Pädagogische Arbeit an KZ- und Euthanasie-Gedenkstätten ist inzwischen weitestgehend etabliert. Dennoch sind die Gedenkstätten in der Regel personell sehr schwach ausgestattet und versuchen dennoch eine große Zahl an Besucherinnen und Besuchern möglichst intensiv zu betreuen. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Regel auf Schulklassen. Verschiedene Faktoren verändern zur Zeit die Voraussetzungen der Arbeit stark. Bisher gibt es keine Plattform, in der gedenkstätten-übergreifend das Selbstverständnis in der Arbeit intensiver reflektiert wird und Fortbildungskonzepte für feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt werden. Dieses Angebot will das Projekt "Gedenkstättenpädagogik und Gegenwartsbezug" schaffen und dabei exemplarisch zentrale Fragen zeitgemäßer Erinnerungsarbeit diskutieren und Fortbildungsmodule entwickeln.

Seit Projektbeginn arbeiten zwölf KZ- und Euthanasie-Gedenkstätten (bzw. Jugendbildungs-stätten mit gedenkstättenpädagogischem Schwerpunkt) aus Deutschland (7 Bundesländer), Österreich und Polen zusammen an den Projektzielen. Bei zwei mehrtägigen Arbeitstreffen jährlich wurden zentrale Fragestellungen herausgearbeitet und Themenfelder benannt, zu denen Reflexionsübungen entwickelt wurden, und erwünschte Qualifikationen von Gedenkstätten-Mitarbeitenden ("Berufsbild Gedenkstättenpädagogik") formuliert. Im Rahmen von fünf Pilotseminaren an den Orten der Projektpartner (TN-Zahl: insgesamt ca. 70) wurden ein großer Teil der entwickelten Übungen (ca. 25) getestet und fünf Trainerinnen und Trainer in den Konzepten ausgebildet. Zurzeit wird an der Verschriftlichung der Übungen gearbeitet und es werden weitere Fortbildungen an den Gedenkstätten realisiert. Zum Ende des Projektes werden auf einer Fachtagung die Projektergebnisse präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Zeit- und Maßnahmenplan:
· 2007/2008: Konstituierung der Projektgruppe, Recherchephase, Werkstatttreffen zur Benennung der zentralen Themenfelder und Entwicklung erster Seminarkonzepte, erste Pilotseminare, Aufbau Trainerpool
· 2008/2009: Entwicklung von Qualitätskriterien, Entwicklung weiterer Übungen, Testphase und Verschriftlichung, weitere Pilotseminare
· 2009/2010: Auswertung der Pilotseminare, train-the-trainer-Seminar, Fortbildungen an den Einrichtungen der Projektpartner, Planung Nachprojekt-Phase, Öffentlichkeitsarbeit, Fachtagung
· Begleitend: Qualitätssicherung, Dokumentation

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Kooperationspartner:
· Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt
· Akademie Führung & Kompetenz am C.A.P., München
· Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", Berlin

Zurzeit sind in der Projektgruppe folgende Einrichtungen vertreten:
Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau (Polen), Gedenkstätte Bergen-Belsen, Gedenkstätte Buchenwald, Jugendgästehaus Dachau, Euthanasie-Gedenkstätte Grafeneck, Euthanasie-Gedenkstätte Hadamar, Euthanasie-Gedenkstätte Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim (Österreich), KZ-Gedenkstätte Mauthausen (Österreich), KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Gedenkstätte KZ Osthofen, Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

In Kontakt mit dem Projekt: KZ-Gedenkstätte Dachau, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Erwartete Ergebnisse:
1. Aufbau eines Netzwerkes von interessierten Fachkolleginnen und -kollegen zum anhaltenden Austausch über zentrale Fragen des Selbstverständnisses der Einrichtungen und über Zielsetzungen, Möglichkeiten und Grenzen von Gedenkstättenpädagogik;
2. Benennung von erwünschten Qualifikationen von Gedenkstättenpädagoginnen und -pädagogen (siehe "Berufsbild Gedenkstättenpädagogik")
3. Umfangreiches Angebot von Reflexionsübungen zum Selbststudium bzw. Nutzung in Mitarbeiterfortbildungen; Verschriftlichung
4. Fünf ausgebildete Trainerinnen und Trainer, die von Einrichtungen zur externen Seminarleitung von Fortbildungen angefragt werden können
5. Geplant ist die Schaffung einer Koordinierungsstelle, die nach Projektende weiter Seminarangebote (und -konzepte) entwickelt, Anfragen entgegennimmt und Trainerinnen und Trainer vermittelt.

Begleitend: Erfahrungen mit partizipativer (Selbst-)Evaluation und Handlungsforschung