| Kontaktdaten: United - Verein für eine Gesellschaft ohne Rassismus e. V. Rudolfstr. 16 76131 Karlsruhe Tel: 0721-606542 Email: |
Durchführung: Durchführungsort/e: Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim, Freiburg (Breisgau) und Umgebung Bundesland: Baden-Württemberg weitere Länder: - Förderzeitraum: 09/2007-12/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Umgang mit interethnischen Konflikten in der Einwanderungsgesellschaft
Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten
Leitziele:
Konfliktlösung und Gewaltprävention als Teil eines gesamtintegrativen Konzeptes, das die demokratische Grundhaltung und die gesellschaftliche Beteiligung junger Migrantinnen und Migranten fördert.
Handlungskonzept:
Antirassistische Projekttage werden in Haupt- und Förderschulklassen, im Berufseinstiegs- und Berufsvorbereitungsjahr (BEJ/ BVJ) und in Jugendzentren in Brennpunktgebieten durchgeführt. Die Zielgruppe kommt aus sozial benachteiligten Verhältnissen, der überwiegende Teil der Jugendlichen hat einen Migrationshintergrund. Durch das Widerlegen häufiger Vorurteile, mit denen die Teilnehmenden im Alltag konfrontiert sind, werden ihre Argumentationsfähigkeit und ihr Selbstbewusstsein als erste Voraussetzung für die Befähigung zu gewaltfreier Konfliktlösung gefördert.
Das Verurteilen von Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus bleibt nicht auf die Perspektive als Opfer beschränkt, eigene Anteile werden ebenfalls thematisiert und Empathie mit den Betroffenen der eigenen Diskriminierung und Gewalt gefördert.
In Rollenspielen wird dieser Perspektivwechsel umgesetzt und die Entwicklung von gewaltfreien Lösungsstrategien eingeübt.
Aus der Ablehnung von Diskriminierung und Gewalt werden die Grundlagen für eine funktionierende Demokratie hergeleitet. Demokratie wird so zu einem Begriff, der im positiven Bezug zum Alltag und zu den Bedürfnissen der Jugendlichen steht. Damit verknüpft ist die Anregung zu gesellschaftlicher Beteiligung. An Beispielen wird gezeigt, dass jede und jeder sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen kann, unabhängig von Herkunft oder anderen Voraussetzungen.
Besonders interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Möglichkeit geboten, in einwöchigen Seminaren selbst zu Teamerinnen bzw. Teamern ausgebildet zu werden. Dabei geht es nicht nur darum, den Teilnehmenden Wissen über antirassistische Bildungsarbeit zu vermitteln und ihre demokratische Grundhaltung zu stärken, sondern auch um ihren Erfahrungsschatz, der in die Weiterentwicklung des Projektes einfließt.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
· DGB-Jugend Baden-Württemberg
· DGB Region Mittelbaden
· Jugendzentrum Friedrich Dürr, Mannheim
· Stadtjugendausschuss Karlsruhe
Erwartete Ergebnisse:
· Entwicklung von Modulen für antirassistische Projekttage speziell für Klassen und Jugendgruppen mit hohem Migrationsanteil. Diese Konzepte sind auch in der offenen Jugendarbeit anwendbar.
· Entwicklung eines interkulturellen Ausbildungskonzeptes für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der antirassistischen Jugendarbeit mit dem Ziel der Verbreitung eines gesellschaftlichen Wir-Gefühls, das nicht auf Ethnien, sondern auf demokratisch-humanistische Grundwerte aufbaut.
· Vertiefung des Wissens und der Erfahrung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der antirassistischen Jugendbildungsarbeit
· Jugendliche Migrantinnen und Migranten werden vom Objekt zum Subjekt der Bildungsarbeit. Diese Erfahrungen fließen in die weitere antirassistische Bildungsarbeit des Netzwerks für Demokratie und Courage in allen Bundesländern ein.
· Aufbau eines Multiplikatorenstamms mit hoher interkultureller Kompetenz, darunter ein hoher Anteil von Jugendlichen mit Migrationserfahrung