Wilhelm Teuber, zuständiger Referatsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eröffnete den Fachtag der Lokalen Aktionspläne
Fachtag der Lokalen Aktionspläne 2009
Information, Diskussion und Vernetzung - das waren die Schwerpunkte des Fachtages der Lokalen Aktionspläne (LAP) 2009.
Wilhelm Teuber, zuständiger Referatsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eröffnete den Fachtag der Lokalen Aktionspläne
Am 24. und 25. November nahmen 140 Vertreterinnen und Vertreter der LAP aus ganz Deutschland am Erfahrungsaustausch im Congress Center Leipzig teil.
Den Fachtag eröffnete Wilhelm Teuber vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In seiner Rede hob er hervor: "Ich freue mich besonders, dass ich Sie hier in Leipzig begrüßen darf. Der Bürgersinn der Wende von 1989 bewegt und prägt Leipzig bis heute. Das merken wir auch daran, dass wir in Leipzig einen sehr starken Lokalen Aktionsplan haben. Und auf den Bürgersinn sind wir angewiesen, wenn wir mit unseren Anstrengungen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus erfolgreich sein wollen."
Jugendamtsleiter Dr. Siegfried Haller hieß die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Namen der Stadt Leipzig willkommen
Der Begrüßung durch Herrn Teuber folgte ein Grußwort des Leipziger Jugendamtsleiters Dr. Siegfried Haller: "Der Fachtag ist in Leipzig gut aufgehoben. Das Problem des Rechtsextremismus ist auch hier gegenwärtig. Es wurde jedoch früh erkannt. Mit der Einrichtung der Fachstelle 'Extremismus und Gewaltprävention' wird seit 1999 intensiv daran gearbeitet, ein friedliches, demokratisches Zusammenleben in Leipzig zu fördern."
Im Anschluss an die beiden Grußworte fasste Andrea Keppke von der Regiestelle Vielfalt den aktuellen Umsetzungsstand des Bundesprogramms zusammen.
Stellvertretend für die wissenschaftliche Begleitung der LAP stellten Dr. Kari-Maria Karliczek von der Camino gGmbH und Dr. Albrecht Lüter vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. die bisherigen Ergebnisse zu den Lokalen Aktionspläne vor.
Intensiver fachlicher Austausch: Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren im Rahmen der Methode "World Café"
Kaffeehausatmosphäre erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann am Nachmittag: Mit Hilfe der Methode "World Café" kamen sie miteinander ins Gespräch und tauschten sich über ihre Erfahrungen aus. "Diese Methode bietet sich auch bei komplexen Themen an und ermöglicht den direkten Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer in großen Gruppen", beschreibt Christian Baier von der Socius gGmbH, der als Experte das "World Café" leitete, diese Methode. In angeregter Atmosphäre diskutierten so jeweils etwa sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Tisch zu einem der vier Themen Good-Practice-Beispiele für Nachhaltigkeit, Stärkung der Bürgergesellschaft, Zusammenarbeit in Netzwerken und Einfluss auf kommunale Entwicklungsprozesse. Nach 30 Minuten wechselten alle Beteiligten die Tische und damit zum nächsten Thema. Die Ergebnisse der angeregten Diskussionen wurden von den Teilnehmenden direkt auf den Tischdecken notiert und konnten so von der nächsten Gruppe, die an dem Tisch Platz nahm, als Diskussionsgrundlage zur Fortführung genutzt werden.
Auch am zweiten Tag standen sowohl die Wissenschaft als auch der praktische Erfahrungsaustausch auf dem Programm. Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld stellte in seinem Vortrag "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in der lokalen Bevölkerung und die Bereitschaft zum Engagement gegen Rechtsextremismus" das Konzept der "Sozialraumanalyse" vor. Er zeigte auf, wie leicht Rechtsextreme das Meinungsklima mitbestimmen können, wenn Diskriminierungen im öffentlichen Raum zugelassen werden. Rechtsextreme könnten so genannte "Normalisierungsgewinne" erzielen, wenn beispielsweise die NPD zunehmend als "normale" Partei gewertet werden würde. Somit gelte es weiterhin, Meinungsführende vor Ort zu sensibilisieren sowie das mögliche Engagementpotenzial in der Bevölkerung zu erschließen, um über tragfähige Anknüpfungspunkte in der lokalen Gesellschaft stillschweigendes Hinnehmen schrittweise aufzubrechen.
Anschließend trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum weiteren Fachaustausch in zwei Fachforen. Eren Ünsal, Leiterin der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung (LADS) in Berlin, eröffnete mit ihrem Impulsreferat das Forum "Diversity und Antidiskriminierungspolitik". Rainer Pede von der Koordinierungsstelle Berlin-Mitte hielt das Eingangsreferat zum Forum "Ressortübergreifende Planung". Nach den Impulsreferaten diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer abschließend über Herausforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten im letzten Förderjahr.