
Neukölln
| Kontaktdaten: Bezirksamt Neukölln von Berlin Abt. Jugend Karl-Marx-Str. 83 12040 Berlin Tel: 030-6809-2004 oder 2920 Email: Email 2: www.berlin.de/ ba-neukoelln www.demokratische-vielfalt-neukoelln.de |
Fördergebiet: Neukölln von Berlin Größe: 45 qkm Einwohnerzahl: 305.000 Förderzeitraum: 09/2007-12/2010 |
Leitziele:
1. Rechtsextreme bekommen keinen weiteren Zulauf von Jugendlichen.
2. Schulen und Jugendeinrichtungen arbeiten zusammen, um Jugendliche und Eltern zu stärken und um demokratische und partizipative pädagogische Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.
3. Bürgerinnen und Bürger in Neukölln entwickeln einen Grundkonsens für ein demokratisches, gewaltfreies und respektvolles Miteinander.
Handlungskonzept:
Zur Realisierung der Leitziele des Lokalen Aktionsplanes werden in aufeinander aufbauenden Phasen Maßnahmen in den Handlungsfeldern "Öffentlichkeit/ Öffentlicher Raum", "Kooperation und Vernetzung" sowie "Schule und Jugendarbeit" initiiert.
· Öffentlicher Raum:
Um die Aufmerksamkeit und Sensibilität für die Gefahr eines zunehmenden Rechtsextremismus in der Bevölkerung zu erhöhen, wurden im 1. Förderjahr verstärkt öffentlichkeitswirksame Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehörten Informationsveranstaltungen und die Bereitstellung von Informationsmaterialien zum Thema Rechtsextremismus und zum Lokalen Aktionsplan ebenso wie niedrigschwellige Angebote (Stadtteilfeste/ kulturelle Feste) und insbesondere auch kreative Aktionen. Der Sensibilisierungsphase folgte im 2. Förderjahr eine Phase der aktiven Auseinandersetzung. Von rechtsextremen Gruppen dominierte Räume im Süden Neuköllns wurden auf kreative Weise demokratisch belebt. Dabei wurden insbesondere auch die Gewerbetreibenden einbezogen. Aufgrund der guten Beteiligung der Geschäftsleute und der positiven Resonanz der Anwohnerinnen und Anwohner werden diese Maßnahmen auch im 3. Jahr fortgesetzt. Jugendkulturelle Angebote in Verbindung mit Demokratieerziehung werden entwickelt und wirken in den öffentlichen Raum hinein. Auch im Norden Neuköllns wird durch partizipative öffentlichkeitswirksame Aktionen und bleibende Installationen die positive Haltung v. a. der Neuköllner Jugendlichen zur Vielfalt des Bezirks aufgezeigt. Die Aktionen werden mit der 650-Jahr-Feier Neuköllns verknüpft.
· Kooperation/ Vernetzung:
In jedem Jahr finden mehrere Treffen der an den LAP-Projekten beteiligten Akteurinnen und Akteure statt. Hierdurch werden Austausch und Kooperation der Akteurinnen und Akteure gefördert. In einem jährlich stattfindenden öffentlichen Projekttag werden die Zwischenergebnisse und Erfahrungen aus der Arbeit der Projekte vorgestellt und Anregungen für die Weiterentwicklung des Lokalen Aktionsplans diskutiert. Ziele und Ergebnisse der Projekte und des Projekttags werden im Begleitausschuss diskutiert, die Zielsetzung und das Verfahren werden dem aktuellen Kenntnisstand angepasst und in verschiedene bezirkliche Gremien multipliziert. Jugendhilfeausschuss und Bezirksverordnetenversammlung werden einbezogen. Die Projektbeschreibungen und Ergebnisse werden im 3. Jahr auf der Website des LAP dokumentiert.
· Schule - Jugendarbeit:
Das Gros der rechtsextrem orientierten Jugendlichen in Neukölln ist nicht sozial auffällig. Angebote der Jugendarbeit werden von diesen Jugendlichen nicht oder kaum genutzt. Um rechtsextrem orientierte Jugendliche als solche wahrzunehmen und pädagogische Konzepte im Umgang mit diesen Jugendlichen zu entwickeln, ist ein Austausch und eine Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Schule und Jugendarbeit/ Straßensozialarbeit erforderlich. Im ersten Jahr wurden gemeinsame Fortbildungen angeboten. Im zweiten Förderjahr wurden beteiligungsorientierte, präventiv wirksame Angebote an der Schnittstelle zwischen Schule und Jugendarbeit entwickelt. Im dritten Jahr wird auf die Verstetigung der erfolgversprechenden Angebote hingewirkt.
· Das 3. Förderjahr dient insbesondere auch der Sicherung der Nachhaltigkeit:
Die Mittel des LAP werden vorrangig eingesetzt, um bestehende Erfolge zu festigen. Neue Projekte werden nur unter der Maßgabe gefördert, dass sie auch ohne weitere Förderung durch den LAP nachhaltig wirksam sind.
Zielgruppen:
· Kinder und Jugendliche, die bislang noch nicht zum inneren Kreis der Rechtsextremen gehören, aber damit sympathisieren und Gefahr laufen, rekrutiert zu werden.
· Eltern, Anwohnerinnen und Anwohner, die gegenüber den Rechtsextremen eher indifferent sind, weil sie zwar grundsätzlich deren gewalttätige Methoden ablehnen, sich aber andererseits durch eine mögliche Zunahme von Menschen mit Migrationshintergrund in ihrem Wohngebiet bedroht fühlen.
· Kinder, Jugendliche und Familien, die den Wunsch nach Integration in die demokratische Gesellschaft haben und die Unterstützungs- und Dialogangebote anzunehmen bereit sind.
· Jugendliche, Eltern, Anwohnerinnen und Anwohner, die sich aktiv für Pluralität und Toleranz einsetzen möchten.
· Familien mit Migrationshintergrund, die sich aufgrund von Integrationsproblemen zunehmend in ihre eigene Community zurückziehen.
· Pädagoginnen und Pädagogen in Neuköllner Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Streetworkerinnen und Streetworker, Sportvereine sowie andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
· Schulen als wichtiger Kooperationspartner der Jugendhilfe und Sozialisationsinstanz der Kinder und Jugendlichen in der Region
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus den beiden Vertreterinnen der bezirklichen Koordinierungsstelle, den Vertreterinnen und Vertretern des Ämternetzwerks (Gleichstellungsbeauftragte, Jugendamt, Kulturamt, Migrationsbeauftragter, Polizei, Quartiersmanagementkoordination, Schulaufsicht) und aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren (Anwohnerinitiativen, AG 78 KJHG, Träger der Jugendhilfe, Sportvereine, JHA). Bei der Zusammensetzung wird darauf geachtet, dass die Bedarfslagen von Mädchen wie auch von Jungen angemessen repräsentiert sind und dass auch die Sichtweisen von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund berücksichtigt werden. Da der Schwerpunkt des Aktionsplanes im Süden liegt, sind Vertreterinnen und Vertreter aus dem Süden Neuköllns überproportional vertreten. Für die fachliche Beratung wird die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) als nicht stimmberechtigtes Mitglied hinzugezogen.