| Kontaktdaten: Landkreis Ostprignitz-Ruppin Virchowstraße 14-16 16816 Neuruppin Tel: 03391-688-5143 Email: www.o-p-r.de www.netzwerkstatt-dgb.de |
Fördergebiet: Landkreis Ostprignitz-Ruppin Größe: 2.509 qkm Einwohnerzahl: 104.344 Förderzeitraum: 08/2007-12/2010 |
Leitziele:
1. Kinder und Jugendliche orientieren sich an demokratischen Regeln und lehnen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt ab.
2. Die Bürgerinnen und Bürger lehnen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus ab. Sie wissen um die Bedeutung von Migration und Tourismus als Wirtschaftsfaktoren. Vielfalt, Toleranz, Zivilcourage und andere demokratische Handlungsmuster sind für das gesellschaftliche Leben im Landkreis unverzichtbar.
Handlungskonzept:
Ausgangspunkt des Lokalen Aktionsplanes ist ein Standbild über Entwicklungen, Potenziale und Aktivitäten im Landkreis. Aktualität gewinnt das Handlungskonzept durch die Mitarbeit der darin benannten Akteurinnen und Akteure sowie den regelmäßigen Fachaustausch der Akteursgruppen. Ziel- und wirkungsorientierte Projekte gegen Rechtsradikalismus entstehen durch die enge Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung. Der Landkreises Ostprignitz-Ruppin knüpft an die Strategie des ersten Förderjahres an und ergänzt das Handlungskonzept in einigen Punkten:
Nach wie vor zielt die Strategie auf die Beförderung von Demokratielernen und Abbau von Fremdenfeindlichkeit in Kindergarten und Schule, auf die Integration und Einübung von Beteiligungsformen in Kindergärten und Schulen. Die Einrichtung demokratischer Strukturen wird zu einer Querschnittsaufgabe. Hintergrund dieser schon in der Kita einsetzenden Strategie ist die Erfahrung, dass wirkungsvolle Prävention gegen rechtsradikales Gedankengut früh im Leben eines jungen Menschen beginnen muss, um den früh beginnenden Einflüssen aus dem Elternhaus oder aus dem Umfeld einer Familie gegenzusteuern.
Insbesondere sollen Netzwerke für Eltern enger gestrickt werden, bestehende Beratungssysteme für Eltern verbessert und Projekte unterstützt werden, die Eltern dazu motivieren, an Aktionen der Kitas/ Schulen mitzuarbeiten, die in die Gemeinwesen ausstrahlen. Zielgruppenadäquate (Bildungs-)Angebote auch für bildungsferne Jugendliche werden vorgehalten.
Bedingungen für Qualität sollen in der Arbeit mit Jugendlichen befördert werden, z. B. durch:
· Unterstützung von Diskussionsforen über die Gewährleistung von Kontinuität in der Jugendarbeit.
· Gewährleistung von Räumen zur Ausarbeitung von Kooperationsbezügen zwischen Jugendarbeit und Polizei.
Auf der zivilgesellschaftlichen Ebene werden Teilhabe und demokratisches Miteinander zwischen Migrantinnen, Migranten, Gästen und den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis gestärkt. Nur eine starke Zivilgesellschaft kann rechtsextremen Kräften klar machen, dass ihre menschenverachtende Strategie nicht aufgeht. Eine Vernetzung zwischen Einzelpersonen, Vereinen, Parteien, Initiativen und anderen Gruppen schafft ein koordiniertes und machtvolles Vorgehen. Schritte hin zur Integration von Migrantinnen und Migranten im Alltag werden sich positiv auf ihren Schutz auswirken.
Neue Zielgruppen - Vereine (vor allem Sportvereine und Feuerwehren) werden stärker in die Arbeit für Demokratie und Toleranz einbezogen, z. B.:
· mittels Auseinandersetzung mit der Frage, wie eine demokratische Diskussionskultur etabliert werden kann, wo demokratische Potenziale im Vereinsleben noch nicht genügend zum Tragen kommen.
· durch Informationsveranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus wie auch Trainingsansätze zur demokratischen Diskussionskultur.
· in Bezug auf die Aktivitäten von Sportvereinen mehr "Internationales" ermöglichen - z. B. die Unterbringung von Spielerinnen und Spielern aus anderen Ländern über ein Projekt, um Begegnung zu ermöglichen.
Zielgruppen:
· Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltungen und besucherintensiven Institutionen
· Jugendliche und Erwachsene in Vereinen
· Unternehmerinnen und Unternehmer
· Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Ausbilderinnen und Ausbilder
· Eltern
· gewaltbereite Jugendliche
· Bürgerinnen und Bürger
· Migrantinnen und Migranten
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus
· Bürgerinnen und Bürgern, die sich im Kampf gegen Rechtsradikalismus engagieren wollen, aber auch Bürgerinnen und Bürgern mit Fortbildungsbedarf;
· Vertreterinnen und Vertretern der Stadt- bzw. Amtsregionen, des Kreistages, des Jugendhilfeausschusses, des Jugendamtes, des Staatlichen Schulamtes, der Polizei, der Kirchen, der Bürgerinitiativen sowie Fachexpertinnen und -experten aus den Bereichen Jugendbeteiligung, Gender Mainstreaming, Rechtsextremismus und Migration;
· Verantwortlichen in den Vereinen, die Sach- und Personalentscheidungen treffen;
· Verantwortlichen in Wirtschaftsbetrieben, die sich gegen rechtsradikale Tendenzen positionieren.