Fürstenwalde/ Spree



Stadt Fürstenwalde/ Spree

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Katharina Golm

Kontaktdaten:
Stadtverwaltung Fürstenwalde
Lokale Koordinierungsstelle "Vielfalt tut gut"
Am Markt 4-6
15517 Fürstenwalde
Tel: 03361-557-163
Email:
www.stadt-fuerstenwalde.de www.plattform-fuerstenwalde.de
  Fördergebiet:
Stadt Fürstenwalde in Kooperation mit der Gemeinde Steinhöfel und dem Amt Odervorland
Größe: 71 qkm
Einwohnerzahl: 32.916
Förderzeitraum: 09/2007-12/2010

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Das Leitziel "Im städtischen und ländlichen Raum gibt es ein koordiniertes, gemeinwesenorientiertes Handeln zur Förderung von demokratischer Kultur als Ausdruck der Würde und Freiheit eines jeden Menschen. Insbesondere werden aktivierende, partizipative, menschenrechtliche und interkulturelle Ansätze und Werte gestärkt." besteht weiterhin. Um dies zu erreichen und langfristig in lokale Strukturen zu implementieren, wird 2010 der Fokus auf die Bereiche gelegt, in welchen bisher die größten Entwicklungen verortet werden konnten. Es gilt geschaffene Grundlagen weiterzuentwickeln und zu festigen, um ein nachhaltiges Wirken zu sichern. Weitere Arbeitsbereiche zur Verwirklichung des Leitziels, die im LAP nicht explizit thematisiert werden, gehen nicht verloren. Sie werden im Kontext der städtischen Gesamtstrategie weiter verfolgt. Zur Konkretisierung der Zielstellungen wurden folgende Mittlerziele formuliert:

1. Akteurinnen und Akteure der frühkindlichen und schulischen Bildung und Erziehung begreifen demokratische Erziehung, interkulturelle Bildung und das Vorleben demokratischer Werte als ihre Aufgabe und Verantwortung. Eltern bzw. Familien sind in den Einrichtungsalltag integriert und bringen ihre Wertvorstellungen in dessen Gestaltung ein.
2. Die lokalen Akteursgruppen leben ein demokratisches Identitäts- und Wertebewusstsein. Sie sind offen, tolerant, vernetzen sich, setzen sich auch mit antidemokratischen Strömungen auseinander und übernehmen aktiv Verantwortung für die demokratische Kultur.
3. Toleranz und Offenheit sind Grundlage für die Entwicklung interkultureller Kompetenz und Integration und somit Teil der demokratischen Alltagskultur der Stadt und des ländlichen Raums.
4. Die entstandenen zivilgesellschaftlichen Netzwerke in den ländlichen Kommunen spezifizieren ihre Rahmenziele und Bedürfnisse. Sie sind in der Lage, diese adäquat zu kommunizieren und im Rahmen demokratischer Beteiligungsformen umzusetzen. Es besteht eine gefestigte, funktionierende Kommunikations- und Kooperationsstruktur in und zwischen den einzelnen Ortschaften.
Die aus den Mittlerzielen resultierenden Handlungsziele sind im Lokalen Aktionsplan, abrufbar über www.plattform-fuerstenwalde.de, einzusehen.

Handlungskonzept:
Im Programmverlauf wurde deutlich, dass die Kommunikation von Zielen und Möglichkeiten des LAP nach außen für eine erfolgreiche Projektentwicklung nicht ausreicht. Auch Ausschreibungen konkreter Themenbereiche in 2009 waren nicht so effektiv wie erhofft. Begleitausschuss (BgA), Lenkungsrunde und Koordinierungsstelle müssen für 2010 ihr Wirken stärker fokussieren und individualisieren. Dies bedeutet auch die Anerkennung einer begrenzten Leistungsfähigkeit der Träger und die daraus resultierende Notwendigkeit einer erhöhten Hilfs- und Betreuungsdichte. Die Koordinierungsstelle muss gezielt Träger in die Lage zu versetzen sich Projekten im Rahmen des LAP zu öffnen.

Im letzten Förderjahr steht die Frage nach der Nachhaltigkeit des LAP im Mittelpunkt. So wird man sich 2010 damit auseinandersetzen, die durch den LAP geschaffenen Strukturen zu erhalten und auszubauen und hier einen konzeptionellen Rahmen schaffen.
Kommunikation und Kooperation haben mit dem LAP eine neue Qualität erhalten bzw. sind oftmals erst entstanden. Dies ist bereits eines der wichtigsten "Produkte" des LAP und muss unbedingt erhalten werden. Die Überführung der Aufgaben und Kompetenzen der o. g. Steuerungsinstrumente des LAP in bereits kommunal angelegte zivilgesellschaftliche Strukturen hat einen hohen Stellenwert. Besondere Bedeutung kommt in Fürstenwalde der "Plattform gegen Rechts" zu, die die strategischen Aufgaben des BgA, die Koordinierung und Steuerung der Arbeit gegen Rechtsextremismus sowie die öffentliche Auseinandersetzung mit der Thematik weiterführen wird. Hier müssen bisher bestehende Akzeptanzprobleme überwunden werden, insbesondere durch die breitere Einbettung in die verschiedenen Facetten des Gemeinwesens.

Neben und mit der Verankerung von Strukturen wird auch das nachhaltige Wirken einzelner Projektlinien gesichert. So findet z. B. über die kontinuierliche Projektarbeit eine konzeptionelle Verankerung der Themen demokratische Erziehung und interkulturelle Bildung in Kitas statt und es werden langfristige Partizipationsmodelle für Eltern entwickelt.
Im ländlichen Raum soll durch die Projektarbeit die verbindliche Festschreibung von Zielgrößen (Leitbilder) als breiter bürgergesellschaftlicher Konsens für Ortschaften und/ oder Ortsverbände erreicht werden, um so die im Projekt angelegten Partizipationsprozesse mittel- und langfristig zu sichern.
Die momentan in der Erstellung befindliche "Internetplattform gegen Rechts" wird lang anhaltend ein wichtiges Instrument für die Arbeit gegen Rechtsextremismus darstellen und auch im "Treff der Kulturen" gilt es, letztendlich eine autarke Weiterführung durch die Migrantinnen und Migranten selbst zu erreichen.

Die prioritären Elemente "Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements" und "Verbesserung der Integration und interkulturellen Öffnung des LAP" finden sich auch in der aktuellen Fortschreibung des "Integrierten Stadtentwicklungskonzepts" wieder und sind in Verzahnung mit dem Handlungskonzept "Soziale Stadt" fest verankerte Zielgrößen der Stadt.

Zielgruppen:
· Kinder und Jugendliche mit und ohne erkennbare Affinität zu Fremdenfeindlichkeit (intervenierend/ präventiv)
· Migrantinnen und Migranten sollen stärker in kommunale Strukturen eingebunden und selbst aktiv werden.
· Eltern - sie sollten ein demokratisches Werteverständnis besitzen und in der Lage sein, dieses auch ihren Kindern zu vermitteln/ vorzuleben.
· Multiplikatorinnen und Multiplikatoren - die Einbeziehung dieser Zielgruppe aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Schule/ Berufsschule, Vereine/ Verbände, Wirtschaft, Kita und Jugendarbeit ist notwendig, um eine Planung und Durchführung von Projekten an den Zielgruppen vorbei zu vermeiden.
· "Lokale einflussreiche und deutungsmächtige Akteursgruppen"-verschiedenste lokale Gruppen, Organisationen und Institutionen sollen einbezogen und sensibilisiert werden.
· Pädagogische Fachkräfte/ Trainer/ Anleiter - sie begegnen Diskriminierung, Intoleranz und antidemokratischen Gedanken oft in ihrer täglichen Arbeit und müssen "Werkzeuge" erhalten, um sich in diesem Themenfeld sicher bewegen und entsprechend agieren zu können.

Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Städte und Gemeinden, der Stadtverordnetenversammlung, des Jugendamtes des Landkreises Oder-Spree, des Integrationsbeirates, des Gleichstellungsbeirates, des Seniorenbeirates, der Polizei, der Plattform gegen Rechts, der AG Rechtsextremismus, der Fachgruppe Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit der AG nach § 78 SGV VIII, der Jugendinitiativen, des Stadtsportverbandes, der Kirche und des Lokalen Bündnisses für Familien. Zudem wirken der Bürgermeister, der Fachgruppenleiter für Soziales und Bildung, ein Vertreter der Schulen und die Stadtjugendpflegerin im Begleitausschuss mit.