| Kontaktdaten: Amt für Planung und Wirtschaft Sachgebiet Wirtschaft und Förderung Dubinaweg 1 01968 Senftenberg Tel: 03541-870-5141 Email: www.osl-online.de www.osl-online.de/ vielfalt_allg.htm |
Fördergebiet: Städte aus dem Kreisgebiet des Landkreises Oberspreewald-Lausitz Größe: 728 qkm Einwohnerzahl: 100.447 Förderzeitraum: 09/2007-12/2010 |
Leitziele:
Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) setzt unter Einbeziehung aller lokalen, zivilgesellschaftlichen und politischen Handlungsträger seine Kräfte ein, um die Eindämmung der Präsenz und des Einflusses rechtsextremistischer Gruppierungen zu erreichen. Zur nachhaltigen und zielorientierten Umsetzung des Lokalen Aktionsplanes unterstützt und fördert der Landkreis OSL Maßnahmen und Aktivitäten zur Qualifizierung von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Trägern und zivilgesellschaftlichen Initiativen.
Der Landkreis OSL unterstützt die Entwicklung und Etablierung mittelfristig arbeitender und auf Nachhaltigkeit angelegter Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche.
Die Entwicklung entsprechender Angebote ermöglicht den Zielgruppen einen methodischen Zugang zu demokratischen Prozessen und eine Auseinandersetzung mit extremistischen Positionen.
Der Landkreis OSL fördert die Verbesserung der Integrationsaussichten für Migrantinnen und Migranten.
Handlungskonzept:
Durch die aktive Zusammenarbeit der Koordinierungsstelle, des Begleitausschusses und des Ämternetzwerkes wird der Extremismus in all seinen Formen und auf allen Ebenen thematisiert. Dabei ist die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements und die Förderung einer starken Bürgergesellschaft weiter voran zu treiben. Als Reaktion auf den zunehmenden Rechtsextremismus initiierte der Landkreis OSL die Schaffung der Netzwerkstelle "Demokratische Kultur". Diese Netzwerkstelle versteht sich als Eckpfeiler und Anlaufstelle gegen jegliche Form demokratiegefährdender Strukturen und Extremismus, mit dem primären Ziel, die demokratische und gemeinwesenorientierte Kultur zu festigen und zu stärken. Dazu entwickelt die Netzwerkstelle ein dynamisches und sich stetig erweiterndes lnteraktionsgeflecht mit einer Vielzahl von Akteuren, wie Schulsozialarbeitern und Streetworkern, lnstitutionen, Initiativen, Interessenverbänden, der öffentlichen Verwaltung, Vereinen, Kirchen, demokratisch legitimierten Parteien und politischen Vereinigungen. Bei Bedarf und auf Nachfrage hilft die Netzwerkstelle Akteuren, Betroffenen und Interessierten bei der Umsetzung ihrer Vorhaben, indem sie Materialien zusammen stellt, Lösungsstrategien und Argumentationshilfen anbietet, Kontakte knüpft bzw. vermittelt, bei der Entwicklung von Projekten behilflich ist, Fachveranstaltungen und Weiterbildungen anbietet, eigenes Fachwissen zur Verfügung stellt und Veranstaltungen moderiert.
Dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem bestehenden Ämternetzwerk und der Koordinierungsstelle, die dann durch entsprechende lnformationen den Begleitausschuss in die Arbeit mit einbezieht. ln weiteren Netzwerken wie Kompetenzwerkstatt, Regionalbudget, Lotsendienst und Arbeitskreis der Wirtschaftsförderer werden die Programminhalte und Programmziele ebenfalls kommuniziert. Zur nachhaltigen Verankerung von Strukturen wurden in enger Zusammenarbeit mit den in den LAP einbezogenen Kommunen weitere Netzwerke geschaffen z. B. Netzwerk zur Integration von Migrantinnen und Migranten, Netzwerk für Chancengleichheit, Netzwerk für freiwilliges Engagement und Selbsthilfe. Die Zielstellungen des LAP sind auch in den verschiedenen kommunalen Entwicklungskonzepten eingebunden und verankert, wie z. B. im Strukturentwicklungskonzept des LK, das die Grundlage für die gesamte Entwicklung bildet und im Kreisentwicklungskonzept, das gegenwärtig noch in der Diskussion u. a. auch mit Kommunen, Vereinen und politischen Vertreterinnen und Vertretern ist.
Zielgruppen:
· Kinder und Jugendliche:
Extremes Gedankengut findet in Ablehnung gegebener Strukturen größtenteils unreflektiert viele Anhänger unter den jungen Menschen. Vor dem Hintergrund fehlender Perspektiven ist die Ablehnung der Werte unserer Gesellschaft durch diese Gruppe ernst zu nehmen. Explizit wird darauf verwiesen, dass der Ansatz präventiv und nicht defizitorientiert ist. Zielgruppe sind somit alle jungen Menschen.
· Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren:
Die Einbeziehung der unmittelbar mit der Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen Tätigen ist eine wichtige Voraussetzung, um schon so früh wie möglich eine altersgemäße Prävention gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu erreichen.
· Demokratische Parteien auf kommunaler Ebene:
Die Politik, d. h. der demokratische Umgang miteinander muss vor Ort erlebbar werden. Gerade weil die Prognosen zeigen, dass die Region für junge Menschen weniger attraktiv wird, müssen diese mehr Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung in allen Ebenen erhalten.
· Migrantinnen und Migranten:
Sie müssen durch gezielte Schulbildungs- und Berufsausbildungsmaßnahmen sowie im Rahmen der politischen Bildung erreicht werden.
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss umfasst 19 Mitglieder und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Ämternetzwerkes, der Kommunen, des Polizeipräventionsrates, der Politik sowie aus Migrantinnen und Migranten als auch Bewohnerinnen und Bewohnern des Zielgebietes, der lokalen Koordinierungsstelle und der Vereine Frauenhaus Lauchhammer, Kinderschutzbund und Harlekids zusammen.