Sassnitz



Stadt Sassnitz

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Gerlind Kubenka-Kraffzik

Kontaktdaten:
Stadt Sassnitz
Der Bürgermeister
Postfach 11
18540 Sassnitz
Tel: 038392-68106
Email:
www.sassnitz.de www.lap-sassnitz.de
  Fördergebiet:
Stadt Sassnitz
Größe: ca. 50 qkm
Einwohnerzahl: 11.221
Förderzeitraum: 09/2007-12/2010

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Bürgerinnen und Bürger setzen sich für ein demokratisches Grundverständnis ein und lehnen jegliche Diskriminierung und Gewalt ab.
2. Die Öffentlichkeit ist sensibilisiert für die Problematik extremistischer Bestrebungen.
3. Das Gemeinwesen engagiert sich in einem stabilen Netzwerk.

Handlungskonzept:
In den letzten zweieinhalb Jahren ist den am LAP Beteiligten deutlich geworden, dass die Ursachen von Extremismus in der Stadt Sassnitz noch einmal tiefer beleuchtet werden müssen, um sinnvoll bearbeitet werden zu können. Aus den vergangenen Projektphasen ist die Erkenntnis gereift, dass der Blick auf die Ursachen von Extremismus in Sassnitz und deren Bearbeitung ein zweites Mal ausgerichtet werden muss, weil es wie bisher nicht geht. So werden die Projektphasen immer auch wieder Entwicklungsphasen sein, in denen die Erfahrungen, Grenzen der Projektarbeit und Irrwege zur Korrektur der Ziele führen müssen. Dies betrifft insbesondere die Herangehensweise an die Zielgruppen. Schwererreichbare Menschen müssen dort angesprochen und "mitgenommen" werden, wo sie in Fördermaßnahmen (z. B. MAE) anzutreffen sind. Ein bloßes Vorhalten von Angeboten geht erfahrungsgemäß ins Leere. Einwohner müssen darin bestärkt werden, sich trotz teils überfordernder Alltagsbewältigung bewusst und aktiv mit rechten Erscheinungsformen auseinanderzusetzen und ein Bekennen zu demokratischen Werten offen zu diskutieren. Jugendliche müssen Anregung und Handlungsräume bekommen, in denen sie selbständig ihre eigenen Tätigkeitsfelder planen und gestalten können. In seinen weiterhin regelmäßig monatlich stattfindenden Beratungstreffen wird der Begleitausschuss den Schwerpunkt auf die Nachhaltigkeit des Entstandenen setzen.

Einige der Hauptdiskussionen im BgA werden sein:
1. Was muss in 2010 unternommen werden, um eine Weiterbeschäftigung mit den begonnenen Fragestellungen des LAP zu ermöglichen?
2. Was kann ab 2011 an Erreichtem fortbestehen?
3. Deshalb wird es in 2010 nochmal darum gehen, die Schritte Zielgruppenerreichbarkeit und Auswahl der Partner für die nachhaltige Festigung von Strukturen in den Fokus zu rücken.
4. Mit den Verantwortlichen der Stadt Sassnitz (z. B. Bürgermeister und Stadtvertretung) wird die Erhaltung einer Stabsstelle für die Koordinierung der Jugendarbeit und eines vereinsübergreifenden Gemeinwesens beraten.
5. Die Verwirklichung von Projektideen stieß immer wieder an die Grenze einer nicht vorhandenen Struktur in der Jugendarbeit in Sassnitz. Dies betrifft einerseits das gestreute Engagement der Vereine und Einrichtungen im Fachgebiet und andererseits die Zusammenarbeit mit der nach dem SGB 8 zuständigen Jugendhilfeplanung des Landkreises Rügen. Im kommenden Förderjahr soll es daher vordergründig um einen Meinungsbildungsprozess in Form einer Zukunftswerkstatt der lokalen Akteure in der Jugendarbeit gehen, an dessen Ende ein Stadtjugendplan stehen könnte, der die Jugendsozialarbeit neu strukturiert und zukünftig Planungsorientierung für Förderung, Trägerengagement und Projektentwicklungen sein kann.
6. Berücksichtigung finden sollte dabei, dass sich die Vorhaben eines Stadtjugendplanes in das Entwicklungskonzept der Jugendhilfeplanung des Landkreises Rügen einbinden lassen. Auch in diesem Rahmen wird die Verstetigung einer Koordinierungsstelle als Fragestellung zu diskutieren sein.

Zielgruppen:
In den Planungsprozess zur Strukturierung der Jugendsozialarbeit in Sassnitz sollen möglichst viele Partner, die in der Jugendarbeit tätig sind, einbezogen werden. Als Beteiligte der Zukunftswerkstatt kommen dabei (nicht abschließend) in Betracht: die Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter, Lehrerinnen und Lehrer aus Sassnitzer Schulen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sozialen Beratungsstellen vor Ort, Mitglieder des Kultur- und Sozialausschusses der Stadt, Vertreterinnen und Vertreter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe e. V., eine Vertreterin des Jugendamtes, der Pastor der Evangelischen Kirche Sassnitz, mehrere Mitglieder des Jugendbeirates, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Einrichtungen der Umweltbildung, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Organisatoren der Ferienspiele sowie freiberufliche Sozialpädagoginnen und -pädagogen. Die Begleitausschussmitglieder werden in Zusammenarbeit mit der Leiterin des Ordnungsamtes die Aufgabenstellungen des zukünftigen Präventionsrates konzeptionieren. Besonders die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der nächsten Jugendweihe werden sich in ihren Vorbereitungsstunden dem Thema Zivilcourage widmen. Aber auch die Teilnehmenden in MAE-Maßnahmen werden für Seminare und Workshops geworben, um Hilfe zur Selbsthilfe zu nutzen. Das Projekt zur Planung einer öffentlichkeitswirksamen Aktion richtet sich vor allem an die Organisatoren in Sassnitzer Vereinen. Die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in LAP-Projekten reflektieren die Umsetzung ihrer Ziele in einem Fachtag.

Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Während im ersten Förderjahr die Mitglieder im Begleitausschuss hinzukamen und ausschieden, hat sich nunmehr ein effizient arbeitender fester Kreis gebildet, der auch nach der LAP-Förderung in einem ehrenamtlichen Gremium als Präventionsrat weiterarbeiten möchte. Darin vertreten sind die Vereinsvorsitzende von Pfundsweiber e. V., als Akteurin im Generationen-Internet-Café; der Projektleiter im ewerk.sassnitz; ein Bundespolizist, als Mitglied im Präventionsrat und Stadtvertreter; ein Lehrer am Gymnasium in Bergen als Stadtvertreter und Akteur in einem Verein; der Projektleiter im Mehrgenerationenhaus und Stadtvertreter; der Leiter des Polizeireviers in Sassnitz als Mitglied des Präventionsrates und Akteur in einem Verein; eine ehrenamtliche Mitarbeiterin im Mehrgenerationenhaus; ein Vorstandsmitglied im Sportverein; eine Schulsozialarbeiterin; eine Akteurin im Gemeindekirchenrat; ein Einsatzleiter im CJD e. V.; eine Mitarbeiterin im Dokumentationszentrum Prora; ein Mitglied des Kultur- und Sozialausschusses; ein Vertreter der Landeskirchlichen Gemeinschaft e. V.; ein Vereinsmitglied von Lichtspiele e. V. sowie Mitglieder des Jugendbeirates.