| Kontaktdaten: Regionalverband Saarbrücken Jugendamt FD 51.5 - Kinder- und Jugendarbeit Postfach 10 30 55 66030 Saarbrücken Tel: 0681-5065139 Email: www.rvsbr.de www.vielfalt-im-stadtverband.de |
Fördergebiet: Regionalverband Saarbrücken, Zusammenschluss von Gebietskörperschaften Größe: 411 qkm Einwohnerzahl: 341.940 Förderzeitraum: 09/2007-12/2010 |
Leitziele:
1. Das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in demokratische Prinzipien und Werte ist gewachsen. Es drückt sich in der Ablehnung rechtsextremer, fremdenfeindlicher und intoleranter Einstellungen aus.
2. Die Integration und gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten von Jugendlichen mit Migrationshintergrund bzw. Migrationserfahrung haben sich verbessert.
Handlungskonzept:
Wie in der letzten Förderperiode ergeben sich folgende Förderschwerpunkte:
a) soziale Integration,
b) Bekämpfung rechtsextremistischer Bestrebungen bei jungen Menschen,
c) Demokratie- und Toleranzerziehung und
d) Stärkung der demokratischen Bürgergesellschaft.
Wie in den vergangenen Jahren auch werden die Gespräche der Koordinierungsstelle mit und in den verschiedenen Netzwerken die Grundlage der Implementierung des Aktionsplans bilden. Die inzwischen bestehende enge Kooperation mit dem Programm "kompetent" bezüglich der Förderschwerpunkte b) und d) soll aufrecht erhalten werden.
Die Umsetzung des Aktionsplans erfolgt in folgenden Teilschritten:
1. Programmauftakt: Durchführung einer Projektmesse im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Programme "Vielfalt" und "kompetent" mit Projektmesse und Information zu Programm und Antragsverfahren im November 2009; danach Aufruf zur Einreichung von Projektideen in der gesamten Trägerlandschaft im Regionalverband (ca. 1.000 Anschreiben);
2. Projektentwicklungs- und Antragsphase: Beratung der Antragsteller durch die Koordinierungsstelle, Motivation von möglicherweise in Frage kommenden Trägern zur Antragstellung, um Projekte in nicht abgedeckten Bereichen der Zielsetzung zu entwickeln, Vorbereitung der Ausschussentscheidung durch die
Koordinierungsstelle, Beendigung der Phase mit der Entscheidung des Begleitausschusses (BgA) über die eingereichten Projektanträge;
3. Projektphase: Umsetzung der Einzelprojekte, Begleitung durch die Koordinierungsstelle, Berichterstattung in Ausschüssen und Netzwerken, regelmäßige Sitzungen des BgA zur Information über die Projekte und des Standes der Umsetzung des LAP, regelmäßige Treffen der Projekte zum Austausch und zur Qualitätssicherung;
4. Evaluation: Überprüfung der Zielerreichung der Einzelprojekte und Abgleich mit dem LAP durch eigene Projektevaluation und Bilanzierung im BgA;
5. Abschluss der letzten Förderperiode: eintägige Veranstaltung zur Auswertung der Projektlaufzeit, Präsentation der Ergebnisse, Zukunftswerkstatt und Abschlussfest;
6. Dokumentation der Umsetzung des Förderprogramms und seiner Ergebnisse: In der letzten Förderperiode geht es hauptsächlich darum, gelungene Projektideen zu verstetigen, d. h. Formen und/ oder Finanzierungsmöglichkeiten für eine Weiterführung nach der Bundesförderung zu finden. Dies gilt insbesondere für das Antidiskriminierungsprojekt, das Projekt "Team Courage" und die Internetpräsenz des Projektes "Start-Ziel Saarbrücken". Weiterhin wird die Verzahnung mit dem Programm "kompetent" und die Entwicklung von Projekten bzw. die Bereitstellung von Fördermitteln im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes "Couragiertes Köllertal" in dieser Förderperiode eine maßgebliche Rolle spielen.
Wie bereits in den vorherigen Förderperioden gilt der Antragstellung interkultureller Vereine ein besonderes Augenmerk. Hier gilt es nicht nur die ausreichende Berücksichtigung solcher Projektanträge zu garantieren, sondern ebenso die Träger in Regelförderungen der Kinder- und Jugendarbeit einzubinden, um eine nachhaltige gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Gleiches gilt für unerfahrene Projektträger aus dem Kreis der Jugendinitiativen und selbstverwalteten Jugendzentren.
Da der Lokale Aktionsplan von Beginn an mit und in bereits konsolidierten Netzwerken und Bündnissen arbeitet, war es nicht notwendig im Verlauf des Aktionsplans neue Bündnisse, Netzwerke oder sonstige Strukturen aufzubauen und zu entwickeln, die nun verankert werden müssten. Die Zusammenarbeit mit neu entstandenen Bündnissen ist konkret in der Stadt Sulzbach geplant. Die Einbindung in lokale Entwicklungs-konzepte erfolgt konkret in Saarbrücken, dort z. B. durch die Planung bestimmter im LAP geförderten Projekte.
Zielgruppen:
1. Kinder und Jugendliche, die mit präventiv ausgerichteten Angeboten erreicht werden sollen. Die Zielgruppe soll vor allem für Demokratie und Toleranz sensibilisiert und ihr Vertrauen in demokratische Prinzipien gestärkt werden.
2. Jugendliche, die mit der rechten Szene in Berührung gekommen sind, rechtextremes Gedankengut nicht ablehnen, sich jedoch noch keiner rechtsextremen Organisation angeschlossen haben.
3. Jugendliche mit Migrationshintergrund: diese Zielgruppe soll mit Angeboten angesprochen werden, die ihre biografischen Erfahrungen sowie Diskriminierungserfahrungen thematisieren und aufarbeiten.
4. Erwachsene Angehörige der Mehrheitsgesellschaft: Sensibilisierung pädagogischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeiter für die Arbeit mit durch Rechtsextremismus gefährdeten Jugendlichen, Sensibilisierung von Arbeitsvermittlerinnen und -vermittlern, Lehrkräften, Ausbilderinnen und Ausbildern, Sozialarbeiterinnen und -arbeitern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern für die Ressourcen von Migrantinnen und Migranten und den Auf- bzw. Ausbau von Netzwerken, die sich mit Demokratie und Toleranz auseinandersetzen.
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich aus elf Personen zusammen, der lokalen Koordinatorin als Vertreterin des Stadtverbandes sowie einer Vertreterin bzw. einem Vertreter pro Stadt oder Gemeinde: Stadtverband Saarbrücken (Jugendamt, Lokale Koordinierungsstelle), Landeshauptstadt Saarbrücken (Zuwanderungs- und Integrationsbüro), Mittelstadt Völklingen (Gemeinwesenprojekt Saarstraße Baris e. V., Stadt Sulzbach (Haus der Kulturen e. V.), Stadt Friedrichsthal (Fördergebietsbeauftragter), Stadt Püttlingen (zivilgesellschaftlicher Akteur), Gemeinde Quierschied (Bund der Pfadfinder e. V.), Gemeinde Riegelsberg ABG gGmbH, Gemeinde Kleinblittersdorf (Bürgermeister), Gemeinde Großrosseln (Verband Saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung e. V.) und Gemeinde Heusweiler (Jugendzentrum Heusweiler).