
Löbau-Zittau
| Kontaktdaten: Landratsamt Löbau-Zittau Fachdienst Jugend und Soziales Postfach 300152 02808 Görlitz Tel: 03581-6632853 Email: www.kreis-goerlitz.de www.vielfalter.info |
Fördergebiet: Löbau-Zittau Größe: 699 qkm Einwohnerzahl: 140.982 Förderzeitraum: 08/2007-12/2010 |
Leitziele:
Die demokratische Kultur wird von den Kindern und Jugendlichen sowie den Einwohnerinnen und Einwohnern im Landkreis Löbau-Zittau, in allen Lebensbereichen aktiv mitgestaltet.
Handlungskonzept:
In der Projektentwicklungswerkstatt vom Oktober 2009, an der Vertreterinnen und Vertreter des Begleitausschusses, des Jugendamtes und von Initiativen sowie Trägern teilnahmen, wurden das Leitziel mit drei neuen Mittlerzielen (MZ) aktualisiert und entsprechende Handlungsziele zugeordnet.
Mittlerziele:
1. Die Demokratiekompetenz der Akteurinnen und Akteure in Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Bildung ist gestärkt.
Erreicht wird dies durch Seminarangebote zu demokratischen Spielregeln und Beteiligung, durch die Erarbeitung eines tragfähigen und mit allen Beteiligten abgestimmten Konzepts zur Nachhaltigkeit, durch Aufklärung hinsichtlich rechtextremistischer Strukturen im Internet, durch ein Projekt zur Auseinandersetzung mit rechtsextremen Programmen und Strukturen an Schulen sowie Multiplikatorenveranstaltungen am Erziehungsprozess Beteiligter.
2. Kinder und Jugendliche haben sich aktiv Erlebniswelten als Zugang zu demokratischem Denken erschlossen.
Der Zielerreichung dienen jugendgeführte Beteiligungswerkstätten, Jugendinitiativprojekte und diverse Aktionen mit den Schwerpunkten: Abenteuer, Begegnung, Zeitzeuginnen, Zeitzeugen und Gedenkstätten. Für die Idee eines Geschichtscafés konnte leider kein Akteur gefunden werden.
3. In der Region findet zwischen den Generationen eine aktive Verständigung über Demokratie in der Gesellschaft statt.
Um dieser Zielsetzung zu entsprechen, werden kreativ-kulturelle bzw. Bildungsprojekte unter Beteiligung unterschiedlicher Generationen zu gesellschaftlichen Themen durchgeführt. Des Weiteren werden Sportprojekte mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedener Nationalitäten und ebenfalls generationenübergreifend, realisiert.
Die eingereichten Projektideen wurden im Dezember 2009 vom Begleitausschuss gesichtet, bewertet und über die Förderung entschieden. Zehn der elf Handlungsziele werden 2010 eine Umsetzung erfahren. Die Projektdauer und der damit verbundene Umfang erstreckt sich von Tagesveranstaltungen über Wochenangebote bis hin zu kontinuierlicher Bausteinarbeit über das gesamte Jahr. Einen besonderen Stellenwert haben die Projekte mit Beteiligungscharkter bzw. solche, die jugendinitiativ gestaltet sind. Zudem wird viel Wert darauf gelegt, dass zielgruppenvermischt, generationenübergreifend und auch grenzüberschreitend bzw. multikulturell gearbeitet wird. Es erhalten sowohl etablierte, mit den Themen vertraute Akteure eine Chance, als auch Einsteiger. Die Einzelprojektträger können auf kompetente Beratung und Unterstützung vertrauen (Koordinator und Verwaltung). Alle Projekte werden in der Öffentlichkeit präsent sein und über die Internetseite www.vielfalter.info besteht jederzeit die Möglichkeit, sich über das aktuelle Geschehen zu informieren.
Es ist zu verzeichnen, dass viele Träger auf Kooperation und Vernetzung bauen und es dadurch gelingt, Ressourcen zu bündeln, neu zu erschließen und dadurch auch das Verständnis untereinander zu befördern. Das Motto "Vielfalt" kommt dadurch optimal zur Wirkung.
Besonderes Augenmerk wird 2010 auf die Entwicklung eines Konzepts zur Nachhaltigkeit des LAP gelegt. Die bisherigen Ergebnisse werden einer Wirksamkeitsprüfung unterzogen und die Schlüsse für künftiges Handeln gezogen. Dieser Prozess wird mit einer breiten Beteiligungsplattform einhergehen und soll auch Eingang finden in die kommunalen Entwicklungskonzepte. Politisch Verantwortliche und Entscheidungträger erhalten zeitnah durch Bereichterstattungen, z. B. im Jugendhilfeausschuss, Kenntnis zum Verlauf des LAP.
Zielgruppen:
Ein Großteil der Projekte richten sich in erster Linie an Kinder und jüngere Jugendliche im Altersbereich der 13-18jährigen. Das Hauptinteresse gilt gerade dieser Zielgruppe, da sie diejenigen sind, die auf der Suche nach Orientierung, (Be)wertung/Deutung und ihre Lebensentwürfe noch sehr offen sind. Sie sind es, die noch stark beeinflussbar und dabei häufig noch richtungslos und selbststeuerungsunfähig sind. Vorbilder haben für diese Zielgruppe enorme Bedeutung und prägen sie.
Bedeutsam sind den Akteurinnen und Akteuren auch die an der Erziehung und Bildung maßgeblich Beteiligten, wie Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wie auch lokal einflussreiche und deutungsmächtige Akteursgruppen. Zum einen sollen sie erreicht werden, um sich fundierte Kenntnisse und Wissen anzueignen, zum anderen auch, um sie in die Lage zu versetzen, argumentativ und überzeugend arbeiten zu können und somit Fehlentwicklungen der ihnen Anvertrauten entgegen zu wirken.
In einigen Projekten sind auch jüngere Kinder oder ältere Jugendliche als Zielgruppe benannt, letztere insbesondere im Bereich der Selbstinitiierung und dort, wo ein hohes Maß an Beteiligung als Arbeitsprinzip dominiert.
Aussiedlerinnen und Aussiedler, Migrantinnen und Migranten, Menschen der angrenzenden Nachbarländer sowie Jungen aus bildungsfernen Milieus mit Affinität zu Fremdenfeindlichkeit stellen weitere Zielgruppen dar. Hier steht im Vordergrund: sich Kennen und achten lernen, kultureller Austausch, (Sprach-)barrieren überwinden und sich in Offenheit üben.
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des Kreisrates der CDU-Fraktion und des Kreisrates Bündnis 90/ Die Grünen, des Gemeinderates Großschönau, des Kreisjugendringes, des Schulfördervereins MS Oderwitz, des Gemeinderates der Gemeinde Oderwitz. Des Weiteren partizipieren Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ostritz sowie Unternehmerinnen und Unternehmer, Bürgerinnen und Bürger der Stadt Zittau. Zudem sind ein Bundestagsabgeordneter der SPD, der Dekan, ein evangelischer Pfarrer, der Kreiselternsprecher und ein Jugendhilfeausschussmitglied im Beirat vertreten.