| Kontaktdaten: Stadtverwaltung Plauen Unterer Graben 1 08523 Plauen Tel: 03741-2912500 Email: www.plauen.de www.vielfalttutgut-plauen.de |
Fördergebiet: Stadt Plauen und Landkreis Vogtlandkreis Größe: 1.422 qkm Einwohnerzahl: 256.998 Förderzeitraum: 09/2007-12/2010 |
Leitziele:
1. In den Kitas, Schulen, Jugendvereinen und Jugendverbänden herrscht ein Klima sozialer, religiöser und ethnischer Vielfalt und es wird präventiv und aktiv gegen rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen vorgegangen.
2. Die Bürgerinnen und Bürger sind über die Erscheinungsformen und Strukturen des Rechtsextremismus aufgeklärt und die Hilfe für die Opfer rechter Gewalt ist gestärkt.
3. Zivilcouragierte Handlungsweisen und ein ausgeprägtes Demokratieverständnis werden im Fördergebiet allgemein praktiziert und unterstützt.
Handlungskonzept:
Für eine strukturierte und wirkungsvolle Umsetzung im Jahr 2010 ist folgende Strategie vorgesehen:
1. Über die Presse und das Amtsblatt sollen alle Träger erneut dazu aufgerufen werden, Projekte für das Förderjahr einzureichen. Die bisherigen Projektträger werden direkt angeschrieben und zu Beratungsgesprächen eingeladen. Des Weiteren berät die Koordinierungsstelle alle Anfragenden und Antragsteller zur Antragstellung und gibt Hilfestellung bei Fragen und Problemen. Die geförderten Schulklubs erhalten die Möglichkeit, ihre überarbeiteten Projekte bis zum Schuljahresende zu beantragen. Für das Schuljahr 2010/2011 sind fortführende Finanzierungsformen zu finden. Hierbei wird die Koordinierungsstelle Hilfestellung leisten. Für Einzelprojekte im Bereich Kunst/ Kultur sind weiterführend ab 2011 Finanzierungsmöglichkeiten im Bereich der Kulturraumförderung zu finden. Für das Projekt Jugendklub und das Fanprojekt sind frühzeitig Gespräche mit dem Landkreis als Trager der Jugendarbeit aufzunehmen.
2. Im Zeitraum März bis Juni wird im Begleitausschuss (BgA) das Thema Nachhaltigkeit diskutiert. Ziel ist eine Prioritätensetzung, welche Projekte aus inhaltlichen und strukturellen Gründen unbedingt weitergeführt werden sollten. Die Ergebnisse werden dem Stadtrat bzw. dem Kreisjugendamt vorgelegt.
3. Die Arbeit des Netzwerkes Buntes Vogtland konnte in den vergangenen Jahren verstetigt werden. Durch die Arbeit im Rahmen des Bundesprogramms konnten weitere Akteurinnen und Akteure eingebunden und die Netzwerkstruktur agiler gestaltet werden. Die Stadt Plauen wird auch über die Laufzeit des Bundesprojektes an der FSJ Politik-Stelle festhalten und damit die Arbeit des Jugendparlaments und des Netzwerkes Buntes Vogtland stärken.
4. In das kommunale Stadtentwicklungskonzept 2022 ist als Schwerpunkt die Verknüpfung der inhaltlichen Arbeit der Ganztagsschulprojekte aufzunehmen. Dabei sollen die bestehenden Schulklubs eine Leitfunktion für die Themenfelder Demokratie- und Toleranzentwicklung an allen Schulen übernehmen. Gleichzeitig ist daran zu arbeiten, dass die Schulclubs regionale Wettbewerbe mit inhaltlichen Schwerpunkten zum Thema entwickeln.
Zielgruppen:
· Kinder, Schülerinnen, Schüler und Jugendliche: Rechtsextremistisch gefährdete und rechtsoffene junge Menschen ebenso wie unauffällige Kinder und Jugendliche. Prävention von rechtem Gedankengut und Lifestyle - Aufzeigen von Alternativen.
· Familien: Sie wirken als Multiplikatoren und Sozialisationsinstanzen. Oftmals fehlt es an konkretem Wissen. Dies führt zu Handlungsunsicherheit im Umgang mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.
· Kommunale Multiplikatorinnen und Multiplikatoren: Kommunalpolitikerinnen und -politiker sowie die Verwaltung sind in Formen und Möglichkeiten der Jugend- und Bürgerbeteiligung ungeübt - kommunale Spielräume bleiben ungenutzt und Demokratie wird nicht erlebbar. Rechtsextreme Strategien und Strukturen sind wenig bekannt.
· Pädagoginnen und Pädagogen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren: Rechtsextreme Symbole, Codes und Strukturen sind weitgehend unbekannt. Aus Unsicherheit erfolgen nur indirekte oder keine Reaktionen auf rechte Modemarken und Codierungen. Dies bestärkt eher, als dass es rechtsextremes Verhalten deutlich ablehnt.
· Vereine (Kultur, Sport, etc.): In vielen Vereinen werden politische Themen nicht besprochen, fremdenfeindliche und alltagsrassistische Äußerungen sind an der Tagesordnung und werden als solche nicht erkannt. Sensibilisierung, Aufklärung und deutliche Positionierungen der Vereinsspitzen sind hier vonnöten.
· Migrantinnen und Migranten: Leben oftmals isoliert in homogenen Gruppen und haben wenig Kontakt zur einheimischen Bevölkerung - Integration und Beteiligung sind wichtige Handlungsfelder.
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des Landratsamtes Vogtlandkreis, des Jugendparlaments der Stadt Plauen, der Parteien CDU, FDP, SPD, DIE LINKE, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, der Polizei Plauen, der Städte Mylau und der Stadt Plauen, des Jugendrings Plauen e. V., des Stadtschülerrates, des Netzwerkes "Buntes Vogtland", der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Zwickau, des Stadtsportbundes, des VFC Plauen e. V. und der Evangelischen Luth. Superintendentur.