| Kontaktdaten: Miteinander e. V. Erich-Weinert-Str. 30 39104 Magdeburg Tel: 0391-6207754 Email: www.magdeburg.de www.lap-magdeburg.de |
Fördergebiet: Landeshauptstadt Magdeburg Größe: 201 qkm Einwohnerzahl: 229.464 Förderzeitraum: 09/2007-12/2010 |
Leitziele:
1. Stärkung der demokratischen und politischen Kultur zur Prävention von Rechtsextremismus
2. Förderung des interkulturellen Dialogs
3. Förderung von Zivilcourage und zivilgesellschaftlicher Meinungsäußerung
Handlungskonzept:
Die Landeshauptstadt Magdeburg ist innerhalb des Bundeslandes Sachsen-Anhalt eine der Schwerpunktregionen rechtsextremer Organisationen, insbesondere der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und so genannter freier Kameradschaften, aber auch rechtsextrem motivierter Übergriffe auf Migrantinnen und Migranten sowie alternative Jugendliche. Jüngste Studien zeigen zudem eine hohe Verbreitung fremdenfeindlicher, antidemokratischer und gewaltbefürwortender Einstellungen in allen Altersgruppen.
Zugleich verfügt die Stadt aber auch über eine Vielzahl von öffentlichen und freien Trägern mit weitreichenden Erfahrungen in den Themenfeldern Demokratieerziehung, Förderung der interkulturellen und sozialen Kompetenzen sowie der historisch-politischen Bildung. Zudem existieren mehrere Netzwerke und Bündnisse, die die Arbeit der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure bündeln.
Vor dem Hintergrund der oben beschrieben Situation zielen die im 1. Förderjahr umgesetzten Einzelprojekte nicht nur auf Kinder und Jugendliche als Zielgruppen ab, sondern ebenso auf Multiplikatorinnen, Multiplikatoren und Erwachsene. Hierbei geht es einerseits um die Stärkung der Handlungskompetenz der Akteurinnen und Akteure im Umgang mit aktuellen rechtsextremen Erscheinungsformen und andererseits um die Stärkung der sozialen Kompetenzen von Heranwachsenden, um sie so gegenüber rechtsextremen Deutungsangeboten zu immunisieren. Soziale Minderheiten sollen über verschiedene und auf ihre Bedarfe zugeschnittene Projekte verstärkt in das Gemeinwesen eingebunden werden.
Die einzelnen Maßnahmen sollen mittelfristig in größere thematische und institutionelle Handlungsrahmen eingebunden werden. So bietet sich die Kampagne "Schule ohne Rassismus" als strukturelle und inhaltliche Klammer für Projekte im Bereich der schulischen Bildung an. Langfristig gilt es, die aktive Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von Alter und sozialer Herkunft, in zentralen Themenfeldern zu fördern. Demokratie als erfahrbarer Wert soll so perspektivisch das politische Klima im Gemeinwesen verbessern.
Darüber hinaus sollen Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik, Personen des öffentlichen Lebens und andere Verantwortungsträgerinnen und -träger für die aktive Entwicklung einer demokratisch und humanistisch orientierten Stadtgesellschaft sensibilisiert werden.
Zielgruppen:
Hauptzielgruppe in den Projekten des LAP der Landeshauptstadt Magdeburg sind vor allem Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Dies sind haupt- und ehrenamtliche Akteurinnen und Akteure aus dem Bildungsbereich, Sport, Eltern, Polizei und Kommune. Auf diesem Wege soll sichergestellt werden, dass breite Teile der Gesellschaft für die Ziele einer demokratischen und weltoffenen Gesellschaft erreicht werden. Eine wichtige Zielgruppe, mit der im LAP gearbeitet werden soll, sind die noch nicht politisch festgelegten und nicht rechts orientierten Jugendlichen. Durch die aktive Einbeziehung von rechtsextrem gefährdeten Jugendlichen in verschiedene Formen der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit, insbesondere durch die Ermöglichung positiver Erfahrungen, bspw. im Umgang mit gleichaltrigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, aber auch durch gezielte Aufklärungsarbeit, kann rechtsextremen Haltungen entgegengewirkt und die Entwicklung demokratischer Denkweisen und Aushandlungsprozesse gefördert werden.
Der Zielgruppe der Migrantinnen und Migranten als häufigster von Diskriminierung betroffener Gruppe kommt eine besondere Rolle im Hinblick auf die politische Willensbildung und Teilhabe zu. Darüber hinaus sollen gerade jene Personen im Rahmen des LAP angesprochen werden, die bei rechtsextrem motivierten Übergriffen eingreifen oder diese gänzlich verhindern können: Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer sowie Taxifahrerinnen und -fahrer usw.
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss des LAP der Stadt Magdeburg setzt sich aus insgesamt 15 Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen öffentliche und freie Träger, gesellschaftliche Organisationen und Institutionen sowie aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Sport zusammen.
Zu nennen sind der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung, der Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, der Ausländerbeauftragte der Stadt Magdeburg, der Leiter des Jugendamtes der Stadt Magdeburg, eine Zivilperson und der/ die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses sowie der Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. und der Geschäftsführer des fjp>media, Verband junger Medienmacher. Des Weiteren wirken Vertreterinnen und Vertreter des StadtJugendRing e. V., der katholischen und evangelischen Kirche sowie der jüdischen Gemeinde, des DGB, des Jugendforums Magdeburg und des Technologie- und Berufsbildungszentrum Magdeburg (tbz) gGmbH im Begleitausschuss mit.