Magdeburg

Landeshauptstadt Magdeburg

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Thomas Weber

Kontaktdaten:
Miteinander e. V.
Erich-Weinert-Str. 30
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6207744
Email:
www.magdeburg.de www.lap-magdeburg.de
  Fördergebiet:
Landeshauptstadt Magdeburg
Größe: 201 qkm
Einwohnerzahl: 230.140
Förderzeitraum: 09/2007-12/2010

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Die Stadt Magdeburg verfügt über eine Vielzahl von öffentlichen und freien Trägern mit weitreichenden Erfahrungen in den Themenfeldern Demokratieerziehung, Förderung der interkulturellen und sozialen Kompetenzen sowie der historisch-politischen Bildung. Zudem existieren mehrere Netzwerke und Bündnisse, die die Arbeit der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure bündeln und deren Zusammenarbeit in den letzten Jahren intensiviert werden konnte. Die beteiligten Akteure vereinbarten folgende Ziele für den Lokalen Aktionsplan:
1. Stärkung der demokratischen und politischen Kultur zur Prävention von Rechtsextremismus,
2. Förderung des interkulturellen Dialogs und
3. Förderung von Zivilcourage und zivilgesellschaftlicher Meinungsäußerung.

Handlungskonzept:
Magdeburg ist innerhalb des Bundeslandes Sachsen-Anhalt eine der Schwerpunktregionen rechtsextremer Organisierung und Aktivität. Zudem häufen sich in der Stadt rechtsextrem motivierte Übergriffe auf Migrantinnen und Migranten sowie alternative Jugendliche. Jüngste Studien zeigen zudem eine hohe Verbreitung fremdenfeindlicher, antidemokratischer und gewaltbefürwortender Einstellungen in allen Altersgruppen. Ziel der Anstrengungen aller demokratischen Akteure ist daher die Stärkung und Etablierung einer demokratischen und menschenrechtsorientierten Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund sowie den Ergebnissen und Erfahrungen aus der Projektumsetzung in den zurückliegenden Monaten sollen im dritten Förderjahr vorrangig Maßnahmen in den folgenden Bereichen umgesetzt werden: nachhaltige Stärkung einer demokratischen Schulkultur, Professionalisierung und Stärkung von Migrantenselbstorganisationen sowie Abbau demokratiefeindlicher und menschenverachtender Einstellungen bei Menschen im dritten Lebensalter. Übergeordnete Zielstellung für 2010 bildet, wie schon im Vorjahr, die Entwicklung und Umsetzung integrierter, vernetzter Maßnahmen.
Das zum Schuljahresbeginn 2008/2009 angelaufene Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" soll auch in 2010 weiterentwickelt werden. Nur so kann eine kontinuierliche Begleitung der Jugendlichen, der Lehrerinnen und Lehrer in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit gewährleistet werden. Langfristig soll so eine demokratische Schulkultur mit Möglichkeiten zum eigenen Erleben von Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen entwickelt und gefördert werden. Eine Dokumentation von best practice-Ansätzen soll Schulangehörige bei der Umsetzung ihrer Aktivitäten unterstützen.
Ein weiteres Einzelprojekt, welches sich die Aktivierung von Seniorinnen und Senioren für die Stärkung des demokratischen Gemeinwesens zum Ziel setzt, soll auch im dritten Förderjahr fortgesetzt werden. Grundlage bildete die Ende 2008 vorgelegte sozialwissenschaftliche Erhebung zu Einstellungen, Bedarfen, Strukturen in diesem Themenfeld. Die Stärkung von Migrantenselbstorganisationen bildet das dritte, prioritär zu behandelnde Arbeitsfeld des LAP Magdeburg. Aufbauend auf dem Integrationskonzept der Stadt sollen die bestehenden Strukturen gestärkt und die in den existierenden Vereinen organisierten Zuwanderinnen und Zuwanderer für eine aktive Beteiligung am demokratischen Gemeinwesen gewonnen werden.
Im gesamten Förderjahr soll die Öffentlichkeit mittels Pressemitteilungen, Flyern, aktuellen Berichten auf der Webseite etc. über die vielfältigen Aktivitäten des Lokalen Aktionsplanes informiert werden. Ferner soll über regelmäßige Beratungen der Austausch und die Vernetzung zwischen den Trägern, der Verwaltung und weiteren Akteuren der demokratischen Zivilgesellschaft sichergestellt werden. Die Koordinierungsstelle wird gemeinsam mit den am LAP beteiligten Akteuren ein Konzept für eine Abschlussdokumentation entwerfen.

Zielgruppen:
Hauptzielgruppe der Projekte des LAP stellen auch im 3. Förderjahr Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen dar: Dies sind haupt- und ehrenamtliche Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Bildung, Sport, Kultur, Bürgerinitiativen und Interessenvertretungen sowie kommunaler Verwaltung. Auf diesem Wege soll sichergestellt werden, dass breite Teile der Gesellschaft für die Ziele eines demokratischen und weltoffenen Gemeinwesens angesprochen und diese nachhaltig gestärkt werden. Eine weitere wichtige Zielgruppe, mit der im LAP gearbeitet werden soll, sind Jugendliche in den verschiedenen Formen der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit. Hauptaugenmerk liegt hier auf der Ermöglichung positiver Erfahrungen, bspw. im Umgang mit gleichaltrigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Aber auch durch gezielte Aufklärungsarbeit kann rechtsextremem Handeln entgegengewirkt und die Entwicklung demokratischer Denkweisen und Aushandlungsprozesse gefördert werden.

Migrantinnen und Migranten sollen, wie auch schon im 2. Förderjahr, auf verschiedenen Wegen angesprochen und gestärkt werden. Konkrete Projektideen liegen für die Gruppe der jüdischen Zuwanderinnen und Zuwanderer sowie jugendlicher Roma vor. Darüber hinaus werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Bereichen Erziehung und Bildung sowie Sport, Polizei angesprochen. An eine breitere, interessierte Öffentlichkeit richten sich diverse Informationsveranstaltungen.

Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss des LAP der Stadt Magdeburg setzt sich aus insgesamt 15 Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen öffentliche und freie Träger, gesellschaftliche Organisationen und Institutionen sowie aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Sport zusammen.
Dem Begleitausschuss gehören an: der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung, der Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, der Integrationsbeauftragte der Stadt Magdeburg, der Leiter des Jugendamtes der Stadt Magdeburg, die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Magdeburg-Stendal, die Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. und von fjp>media, Verband junger Medienmacher e. V. Ferner wirken Vertreterinnen und Vertreter des StadtJugendRing e. V., der katholischen und evangelischen Kirche, des Stadtsportbundes, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, des Jugendforums Magdeburg und des Technologie- und Berufsbildungszentrum Magdeburg (tbz) gGmbH im Gremium mit.




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