| Kontaktdaten: Lokale Koordinierungsstelle Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis FD Familie & Jugend Thamsbrücker Straße 20 99947 Bad Langensalza Tel: 03603-802746 Email: www.landkreis-unstrut-hainich.de www.vielfalt-uh.de |
Fördergebiet: Unstrut-Hainich-Kreis Größe: 975 qkm Einwohnerzahl: 113.000 Förderzeitraum: 09/2007-12/2010 |
Leitziele:
1. Die Bürgerinnen und Bürger des Unstrut-Hainich-Kreises (UHK) reagieren sensibel auf rechtsextremistische Aktionen, setzen sich aktiv mit rechtsextremistischem Gedankengut auseinander und sind bereit zur demokratischen Begegnung auf verfassungsgemäßer Grundlage.
2. Die Bürgerinnen und Bürger des Unstrut-Hainich-Kreises zeigen Toleranz und Akzeptanz für Menschen aus anderen Kulturen und stehen multikultureller Vielfalt offen gegenüber.
3. Die Projekte des LAP wirken überwiegend langfristig über den Förderzeitraum hinaus.
Handlungskonzept:
Der Lokale Aktionsplan setzt auf langfristig-strategisch angelegte Großprojekte, die gezielt und aufeinander abgestimmt folgende Themenbereiche bearbeiten:
• Ausbau und Verstetigung des Aktionsnetzwerks "Miteinander: Netzwerk für Demokratie und Toleranz im Unstrut-Hainich-Kreis e. V."
• Information, Aufklärung, Befähigung und Motivation der Bürgerinnen und Bürger zur bewussten und aktiven Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rechtsextremismus
• Kennenlernen und akzeptieren anderer Kulturen und Lebensweisen.
• Integration von Spätaussiedlerinnen und -aussiedlern sowie ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in das Gemeinwesen.
• Schaffung von Bildungs-, Beratungs- und Begegnungsmöglichkeiten.
Neben den sozialen Brennpunkten in den Mittelzentren Mühlhausen und Bad Langensalza wird nun auch die Fläche des Landkreises mit seinen vielen kleinstädtischen und dörflichen Strukturen fokussiert.
Die Auswertung der Vor-Ort-Gespräche und der Rückmeldungen der Jugendpflegerinnen und -pfleger hat hier vielerorts besonderen Handlungsbedarf hinsichtlich fremdenfeindlicher Grundhaltungen ergeben.
Die Konzepte der Großprojekte werden im Vorfeld zwischen Trägern und der lokalen Koordinierungsstelle besprochen und im Begleitausschuss gesammelt beraten. So wird sichergestellt, dass die Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt sind. Jedes Projekt bearbeitet mindestens einen der o. g. Themenbereiche für mindestens eine Zielgruppe. Es wird jeweils ein zielgruppengerechter Zugang gewählt (Aktionstage, Netzwerk- und Beteiligungsprojekte, Informationsveranstaltungen, Ausstellungen, Kultur- und Theaterprojekte, sportliche Aktivitäten, Bildungsmaßnahmen, Beratungsangebote usw.). Zwischen den Projekten findet ein regelmäßiger Austausch statt, Querverbindungen und Synergieeffekte werden nach Möglichkeit genutzt. Für einzelne hervorgehobene Veranstaltungen können auch einige Kleinprojekte durchgeführt werden.
Die Öffentlichkeitsarbeit soll zukünftig im Wesentlichen auf einer eigenen Jugend- und Bürgerzeitung beruhen, für die ein ehrenamtliches Redaktionsteam aufgebaut werden soll. Damit können zum einen mehr Freiwillige direkt in den LAP eingebunden werden und die Fortführung über die Bundesprogrammfinanzierung hinaus sicher gestellt werden.
Im letzten Jahr der Bundesförderung wird der Fokus auf die nachhaltige Wirkung bzw. Fortführung möglichst vieler Teilprojekte über 2010 hinaus gelegt. Es sollen vorrangig solche Projektbausteine ausgebaut werden, die:
• In ihrer Art geeignet sind, langfristige Wirkungen zu erzielen (z. B. Multiplikatorenschulung, Eltern- und Gemeinwesenarbeit)
• In ehrenamtlichen Strukturen fortgeführt werden können (z. B. Peerteaching-Ansätze, Verstetigung des Aktionsnetzwerks "Miteinander")
• in bestehende Regelangebote des Trägers/ anderer Träger integriert werden können (z. B. Beratungsangebote, jugendkulturelle (Bildungs-)Angebote)
• für die im Anschluss alternative Finanzierungsformen möglich sind (z. B. andere Förderprogramme, gezieltes Fundraising bei Stiftungen, Firmen und Privatpersonen)
Der Begleitausschuss wird als Präventionsrat weiter geführt. Wo möglich, werden die Ziele des LAP in Entwicklungskonzepte eingebracht. Lokale Koordinierungsstelle und Projektträger sind bereits zum Zeitpunkt der Antragsstellung damit befasst, systematisch Fortführungsmöglichkeiten für Teilprojekte zu entwickeln.
Zielgruppen:
Basierend auf der Auswertung der Vor-Ort-Gespräche und der Befragung der Jugendpflegerinnen und -pfleger sowie den bisherigen Erfahrungen wurden folgende Hauptzielgruppen für die Einzelprojekte des LAP benannt:
• Kinder und Jugendliche im Allgemeinen, sowie insbesondere solche mit Gefährdungspotenzial für rechtsextreme Einstellungen
• Migrantinnen und Migranten, insbesondere Spätaussiedlerinnen und -aussiedler
• Eltern, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (als Ausgangsbasis für nachhaltige Präventionsarbeit)
Immer wieder zeigt sich, dass fremdenfeindliche Grundhaltungen älterer Bürgerinnen und Bürger die Basis für ähnliche oder rechtsextreme Haltungen von Kindern und Jugendlichen sind, die unreflektiert übernommen werden. Sanktionen auf Übergriffe bleiben wohlmöglich aufgrund stiller Akzeptanz aus. Deshalb bleibt der generationenübergreifende Ansatz ein wichtiges Grundprinzip der Präventionsarbeit. Hier gilt es vor allem, jeweils lokal deutungsmächtige Akteure ausfindig zu machen und in die Arbeit mit einzubeziehen.
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Dem ressourcenübergreifenden Ansatz folgend, kommen im Begleitausschuss (BgA) für den Lokalen Aktionsplan UHK verschiedenste Kompetenzen zum Tragen. Der BgA umfasst 19 Personen und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Ämternetzwerkes und zivilgesellschaftlichen Partnern zusammen.
Mitglieder sind Vertreterinnen und Vertreter des federführenden Amtes (FD Familie und Jugend), des FD Sicherheit und Ordnung, der beteiligten Kommunen, der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, des Jugendhilfeausschusses und der Arbeitsgemeinschaft Jugendarbeit des Kreises, des zuständigen Staatlichen Schulamtes sowie der Wirtschaft (IHK, Kreishandwerkerschaft) und ein beauftragter Mitarbeiter der Polizeiinspektion Unstrut-Hainich. Im Begleitausschuss arbeiten ebenfalls der Ausländerbeauftragte des Landkreises (Beigeordneter/ stellv. Landrat des UHK), die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des UHK und die Mitarbeiterin der lokalen Koordinierungsstelle (FD Familie und Jugend), zwei unabhängige Bürgerinnen und Bürger und drei interessierte Jugendliche mit.
Mit der Beratung bzw. zeitweisen Mitarbeit durch Fachleute, Trägervertreterinnen und -vertreter, der Einbeziehung von Betroffenen, Bürgerinnen und Bürgern oder Jugendlichen wird die Flexibilität und die Anbindung des Begleitausschusses an das Gemeinwesen und die Bedarfsorientierung gewährleistet.