Nordhausen



Stadt Nordhausen

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Barbara Roesch

Kontaktdaten:
Stadt Nordhausen
Amt für Kultur, Soziales und Bildung
Markt 15
99734 Nordhausen
Tel: 03631-696309
Email:
www.nordhausen.de www.lap-nordhausen.de
  Fördergebiet:
Stadt Nordhausen
Größe: 89 qkm
Einwohnerzahl: 42.495
Förderzeitraum: 09/2007-12/2010

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Der Lokale Aktionsplan (LAP) der Stadt Nordhausen ist fokussiert auf die drei Leitziele Kompetenzförderung, Bildungsarbeit und Auseinandersetzung mit der Stadtkultur und Geschichte:
1. Kompetenzförderung: Der LAP zielt auf die Förderung von Kompetenzen gegen rechtsextreme Strukturen und Tendenzen in der Stadt Nordhausen ab.
2. Bildungsarbeit: Der LAP soll interkulturelles Lernen und antirassistische Bildungsarbeit initiieren und begleiten.
3. Stadtkultur und Geschichte: Der LAP zielt auf die Auseinandersetzung mit der speziellen Geschichte und der kulturellen Identität der Stadt Nordhausen.

Handlungskonzept:
Die Leitziele des LAP in Nordhausen liegen unverändert auf der Kompetenzförderung, der Bildungsarbeit und der Auseinandersetzung mit der speziellen Geschichte und der kulturellen Identität der Stadt Nordhausen. Die Umsetzung der Leitziele soll dazu beitragen, demokratische Haltungen und Einstellungen bzw. Kulturen zu fördern, interkulturelle Perspektiven zu vermitteln und eine eindeutige Positionierung gegen politische, religiöse und soziale Diskriminierung zu erarbeiten. Die spezifischen Rahmenbedingungen in Nordhausen (Gedenkstätte Mittelbau Dora, Fachhochschule, Studienkolleg) werden dabei besonders berücksichtigt.

Die Ergebnisse werden sowohl im Ämternetzwerk als auch im Stadtrat vorgestellt und diskutiert. Durch die Leiterin des Amtes für Kultur, Soziales und Bildung werden die Belange des LAP in das Ämternetzwerk eingebracht. Das bestehende Bündnis gegen Rechtsextremismus (BgR) in Nordhausen war und ist permanent in die Entwicklung des LAP eingebunden. Die Arbeit des BgR ist auch nach 2010 weiterhin möglich und nötig. Ob und wie hier Strukturhilfen angebunden werden ist zu prüfen. Das Netzwerk für Integration von Migranten und an der Fortsetzung interessierte Akteure sollten hier anknüpfen können. Zu Gruppen, die viele Schichten der Bevölkerung ansprechen, wie Sportverbände und Jugendfeuerwehren, konnte Kontakt aufgebaut werden. Dieser soll 2010 in beiderseitigem Interesse fortgeführt und intensiviert werden.

Der seit 2007 bestehende Begleitausschuss trifft sich regelmäßig. Zur gemeinsamen Reflexion über den Verlauf der Projekte werden die Mitglieder des Begleitausschusses Projekt-Patenschaften übernehmen und darüber vor dem Ausschuss berichten. Ergänzt werden diese Informationen durch die Präsentation von (Zwischen-)Ergebnissen der Projektträger.
Die Begleitung, Betreuung und Beratung der Projektträger ist ein Schwerpunkt der Arbeit der externen lokalen Koordinierungsstelle. Die Koordinierungsstelle lädt regelmäßig die Projektträger zum Informationsaustausch und zur Vernetzung ein.

Neben der Vorbereitung des Abschlussberichtes steht die Frage im Vordergrund: Was geschieht nach dem Auslaufen der Bundesförderung im Blick auf die Inhalte und die Akteure? Es wurden Bewilligungskriterien für Projekte 2010 festgelegt. Hintergrund dafür waren Projekterfahrungen von 2007 - 2009 im Hinblick auf erfolgreiche LAP-Projekte. Es wurde unterschieden in
a) einmalige Aktionen, bei denen ein Ergebnis entsteht das situationsbezogen ist, Impulse gibt, Produkt sein kann (z. B. Ergebnispräsentation) und
b) auf Verstetigung angelegte (dauerhafte) Aktionsformen, bei denen ein Produkt entsteht (Ausstellung, Broschüren, Leitfäden, Filme).
Die Produkte der auf Verstetigung angelegten Aktionen sollen medial präsentabel werden. Eine Planungs- und Unterstützungsstruktur zwischen Stadtverwaltung und Projektträger soll entstehen (Schwerpunkte: Nutzungserwartung; Verwirklichung des Produktes; Vermarktung). Bei beiden Aktionsformen wirkt der (angestoßene) Prozess weiter (Informationen, Schulungen, Teilnehmende als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Öffentlichkeitsarbeit).

Unabhängig von der Einbindung in gesamtkonzeptionelle regionale Planungen soll über Trägertreffen angeregt werden, dass im LAP entwickelte Vernetzungen und arbeitsfähige Beziehungen fortgeführt und weiterentwickelt werden.
Die Verbreitung des Bundesprogramms und des Lokalen Aktionsplanes Nordhausen in der breiten Öffentlichkeit übernimmt das Öffentlichkeitsprojekt „Rasender Reporter", das beim Offenen (Hörfunk)Kanal Nordhausen angesiedelt ist und u. a. Veröffentlichungen für Print-, Audio- und Videomedien erstellt. Die Präsentation der LAP-Projekte in der Öffentlichkeit erfolgt über die LAP-Homepage, Zeitungsmedien sowie den ansässigen Radiokanal.

Zielgruppen:
1. Mitläufer sowie Gefährdete der rechten Szene: Einzelne und Gruppen von ethnozentrischen Vorbehalten bis gefestigter Vorurteilsbildung ohne Auslassung einer Bildungsschicht, aber keine "hart - ideologisierten" Nazis.

2. Kinder und Jugendliche sowie Schülerinnen und Schüler: Gruppen der Vorurteils- und Schlagwortübernehmenden, die sich sehr nach erfahrbarer Zuwendung über ihre zivilgesellschaftliche Orientierung entscheiden.

3. Bildungsträger: Einzelne Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Erzieherinnen und Erzieher sowie Einrichtungen als Partner und Akteure wie auch als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Projektträger, die zum Teil selbst Träger diffuser Ängste in Fragen des Werteverständnisses und multiethnischer Unsicherheit sind.

4. Lokale Deutungsgruppen: Akteurinnen und Akteure im politischen und soziokulturellen Verantwortungsbereich, die schon oder noch nicht im "Bündnis gegen Rechtesextremismus" vertreten sind.

Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises Nordhausen, des Vereins "schrankenlos e. V.", der Amtsleitung für Kultur, Soziales und Bildung, des Integrationsbeirates, des Studienkollegs Nordhausen und der evangelischen und katholischen Kirche, des Stadtrates bzw. sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern. Des Weiteren wirken auch jeweils eine Vertreterin bzw. ein Vertreter jeder Fraktion (SPD, CDU, Die Linke und FDP) und die Jugend- und Bildungsreferentin der Stadt Nordhausen im Begleitausschuss mit.