| Kontaktdaten: Koordinierungsstelle Weimar und Weimarer Land c/o Radio LOTTE Herderplatz 14 99423 Weimar Tel: 03643-804422 Email: www.weimar.de www.vielfalt-tut-gut-weimar.de |
Fördergebiet: Weimar und Weimarer Land Größe: 887 qkm Einwohnerzahl: 152.886 Förderzeitraum: 07/2007-12/2010 |
Leitziele:
In Weimar und im Weimarer Land wird die Demokratie gestärkt und erlebbar. Die kulturelle Vielfalt, Humanität sowie die Solidarität in allen gesellschaftlichen Bereichen wird gefördert.
Handlungskonzept:
Das Konzept strebt die "Wehrhaftigkeit der Demokratie" von verschiedenen Ebenen an. Zum einen über die Politik und Ämter, die nicht ihre Möglichkeiten ausschöpfen. Zum anderen ist das zivilcouragierte Handeln von Bürgerinnen und Bürgern insbesondere über die vorhandenen Bündnisse in Weimar und dem Weimarer Land, von demokratischer Politik und Ämternetzwerk, ideell, logistisch und finanziell zu unterstützen. Es bedarf einer aktiven und offenen Kommunikation.
Die Bündnisse Weimar und Weimarer Land sollen aufgrund der unterschiedlichen Problemlagen nicht verschmelzen, sondern informell vernetzt werden, um den Netzwerken des Rechtsextremismus produktiv entgegenwirken zu können. Es gilt viele Ressourcen für die Netzwerke zu erschließen (z. B. Wirtschaft) und verstärkt gesellschaftliche Gruppen an der Vermittlung von Demokratie partizipieren zu lassen. Hierbei entstehen synergetische Effekte, die aufeinander aufbauen. Politik und Ämternetzwerke müssen sich auf der legalen demokratischen Ebene vernetzen, ohne dass das Neutralitätsgebot verletzt wird.
Über die Behörden können Veranstaltungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, in Kindergärten, Jugendclubs, JVA und in Schulen lanciert werden. In Kindern und Jugendlichen soll das Interesse für Demokratie geweckt werden, sie sollen insbesondere an demokratisch-politischen Prozessen bspw. über die Jugendparlamente partizipieren: Projekte werden erlebnispädagogisch mit Musik und Sport stattfinden, in denen ausdrücklich der Toleranzgedanke vermittelt und die Zielgruppe bei ihren Interessen abgeholt wird. Eine Kooperation der Musikhochschule, der Musikschulen, des Jugendclubs, der Sportvereine bzw. der städtischen Sportkoordinatorinnen und -koordinatoren ist angedacht. Von Jugendlichen selbstinitiierte jugendkulturelle Aktivitäten werden von Initiativen wie dem Jugendkulturnetz Thüringen mit dem Ziel unterstützt, das Demokratie die interessantere Alternative gegenüber Rechtsextremismus ist.
Es bietet sich an, in die (Sport-) Vereine, Verbände und Initiativen zu gehen und gemäß des Handlungszieles auch die Vorstände, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu sensibilisieren. Hier muss ein integrativer Austausch zwischen Verbänden und offenen Angeboten für Jugendliche und/ oder beispielsweise Aussiedlerinnen und Aussiedlern stattfinden, damit auch diesen das städtische Angebot zugänglich gemacht wird. Gleichzeitig muss aber auch in anderen Jugendkulturen die Toleranzbildung über Jugendclubs, Jugendzimmer etc. über die offene Jugendarbeit gewährleistet werden. Zudem sollten die Möglichkeiten von internationalem Austausch von Jugendlichen gefördert werden, um Fremdenfeindlichkeit abzubauen und kognitive Kulturerfahrungen zu ermöglichen. Hier sollen die Ressourcen der Europäischen Jugendbildungsstätte sowie der Gedenkstätte Buchenwald stärker genutzt werden. Gerade aufgrund der janusköpfigen Vergangenheit Weimars, sind Projekte zum Geschichtsbewusstsein, insbesondere zum Nationalsozialismus an Schulen und in Vereinen zu initiieren. Jeder Form politisch motivierter Gewalt sollen sichtbare Zeichen entgegengesetzt werden.
Zielgruppen:
· Jugendliche in Berufs-, Förder- und Regelschulen sowie in Jugendclubs: Hier geht es darum, erlebnispädagogische Ansätze im Bereich Sport und Jugendkultur, Demokratie und Toleranz als "cool" zu etablieren. Es sollen neben den Gegenkulturen auch Jugendliche mit Affinität zu Fremdenfeindlichkeit erreicht werden.
· Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und -pädagogen
· Vereine: Es soll verhindert werden, dass sich in Vereinen Rechtsextreme unauffällig etablieren politisieren. Eine Sensibilisierung insbesondere im Fußball soll Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und Vereine als festen Bestandteil im Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus etablieren.
· Ämternetzwerk: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei, Verwaltung, Sozialarbeit sowie Lehrerinnen und Lehrer sollen fortgebildet und vor allen Dingen vernetzt werden. Hier gilt es, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auszubilden und Handlungsmaxime aus der Weimarer Vereinbarung zu internalisieren.
· Die Wirtschaft soll in die BgAs integriert werden, da diese auch für die Ausbildung als Multiplikatoren für Jugendliche zuständig sind. Die finanzielle Absicherung der Arbeit zur Stärkung der Zivilgesellschaft soll in der Zukunft zudem stärker von privatwirtschaftlicher Seite erfolgen.
· Aussiedlerinnen, Aussiedler und ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger sollen verstärkt in das Leben der Stadt und des Landkreises integriert werden.
Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Im Begleitausschuss wirken Vertreterinnen und Vertreter folgender Institutionen und Organisationen mit: des Stadtrates Weimar, des Kreistages Weimarer Land, der Evangelischen Kirche, des Ausländerbeirates, der Wirtschaft, der Schülervertretung, des Bürgerbündnisses gegen Rechts, des Ämternetzwerkes, des Sportbundes, der Hochschulen, des Jugendparlamentes, des Behinderten- und Seniorenbeirates sowie Pädagoginnen und Pädagogen.