Was ist ein Lokaler Aktionsplan (LAP)?
Lokale Aktionspläne sind konkrete, vor Ort ausgearbeitete und umgesetzte Konzepte, die Vielfalt, Toleranz und Demokratie vor allem unter den jugendlichen Einwohnerinnen und Einwohnern stärken sollen. Hier arbeiten die Kommune und die lokalen Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft - von den Kirchen über Vereine und Verbände bis hin zu engagierten Bürgerinnen, Bürgern und Jugendlichen - eng zusammen. Sie entwickeln gemeinsam eine Strategie gegen rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen vor Ort und setzen sie dann zusammen im Lokalen Begleitausschuss in Aktionen und Projekte um. So verhindert dieses dichte Netzwerk der demokratischen Kräfte, dass sich gefährliches Gedankengut unter den Kindern und Jugendlichen in der Region ausbreiten kann.
In den Leitlinien der Lokalen Aktionspläne können Sie nähere Informationen zu den Zielstellungen und Voraussetzungen der Lokalen Aktionspläne abrufen.
Wie arbeitet ein Lokaler Aktionsplan vor Ort?
Zulauf rechtsextremer Parteien, zahlreiche Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund, verstärkte Freizeitangebote rechtsextremer Organisationen, offene Fremdenfeindlichkeit unter den Fans des heimischen Fußballvereins - wenn solche Warnsignale sichtbar werden, dürfen die demokratischen Kräfte vor Ort nicht die Augen verschließen. Sie müssen aktiv werden und ein Lokaler Aktionsplan, der ganz auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt ist, zeigt Wege und Rezepte auf, die zum Erfolg führen.
Eine im Bundesprogramm geförderte Stadt setzt zum Beispiel im Rahmen ihres Lokalen Aktionsplanes darauf, rechtsextremen Verführern nirgends das Feld zu überlassen. Sie ist überall dort mit Aufklärungsaktionen vor Ort, wo Rechtsextreme gerne ihr Gedankengut verbreiten: an Schulen, in Sportvereinen oder auf Volksfesten. Die lokalen Unternehmerinnen und Unternehmer werden über regelmäßige Treffen eingebunden. Sie sollen klar Position beziehen und rechtsextreme Umtriebe in der Mitarbeiterschaft unterbinden. Eine Ideenwerkstatt für kreatives Arbeiten gegen Rechtextremismus ist in dieser Stadt zum Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger geworden und ein neues Schülernetzwerk fördert das Verständnis von Jugendlichen für demokratische Beteiligung.
Zahlen und Fakten
Insgesamt werden 90 Lokale Aktionspläne gefördert, davon 60 in den neuen Bundesländern und 30 in den alten Bundesländern. Die ersten 24 Lokalen Aktionspläne starteten bereits zum 1. Januar 2007, 66 weitere Kommunen und Zusammenschlüsse von Kommunen haben spätestens zum 1. Oktober 2007 ihre Arbeit aufgenommen. Die Auswahl der Kommunen wurde mit den Bundesländern und den kommunalen Spitzenverbänden der Länder abgestimmt.
Ein begleitendes Coaching unterstützt die Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Lokalen Aktionspläne.
Jeder Aktionsplan kann - bis zu drei Jahre - maximal 100.000 Euro pro Jahr an Bundesmitteln erhalten. Damit können Einzelprojekte bis maximal 20.000 Euro unterstützt werden, die zur Umsetzung der Ziele des Aktionsplanes dienen.