Elbe-Elster

Landkreis Elbe-Elster

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Andrea Müller

Kontaktdaten:
Landkreis Elbe-Elster
Lokale Koordinierungsstelle
Ludwig–Jahn–Straße 2
04916 Herzberg
Tel: 03535-461285
Email:
www.elbe-elster.de www.vielfalt-fuer-ee.de
  Fördergebiet:
Landkreis Elbe-Elster
Größe: 1.889 qkm
Einwohnerzahl: 115.153
Förderzeitraum: 01/2007-12/2010

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Der Landkreis fördert mit seinen Mitteln und Möglichkeiten die demokratische Entwicklung des Gemeinwesens. Er unterstützt eine systematische und offensive Auseinandersetzung mit Extremismus, insbesondere dem Rechtsextremismus.

Handlungskonzept:
Der Lokale Aktionsplan (LAP) des Landkreises Elbe-Elster umfasst als integratives Konzept eine Vielzahl miteinander verknüpfter Handlungsfelder, die sich in der Summe als zielführend erweisen.
Nachdem in den letzten Jahren der Förderschwerpunkt insbesondere auf der Stimulation regionaler Netzwerke lag, verstärkt interkulturelle Begegnungen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, unterstützt und Trends und Strategien des Rechtsextremismus öffentlichkeitswirksam gemacht wurden, stehen für das Förderjahr 2010 insbesondere nachfolgende Schwerpunkte im Mittelpunkt des LAP:

· Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements und dessen Verstätigung durch institutionalisierte Zusammenarbeitsformen. Die Maßnahmen konzentrieren sich dabei auf eine weitere Unterstützung des lokalen Aktionsbündnisses für Menschlichkeit und Toleranz und die Schaffung/ Nutzung netzwerkartiger Kooperationsstrukturen zu im Landkeis etablierten potenziellen Kooperationspartnern mit dem Themenschwerpunkt Bildung und Wirtschaft.

· Erziehung zu Toleranz und Demokratie im Rahmen der Werteerziehung und bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen. Mittels eines Initiativprogramms zur Gewaltprävention im Landkreis werden bereits Kindergartenkinder dazu befähigt, soziale Konflikte selbstständig zu lösen. Ihre Eltern lernen Grundregeln einer positiven Erziehung, Spielregeln in der Familie, das Grenzen setzen in der Erziehung, Umgang mit Verhaltensproblemen sowie die Unterstützung von Freundschaften des Kindes.
Zur Verstetigung der Ergebnisse in den Kitas unterstützt die Initiative zugleich die Verbesserung des Schulklimas, die Durchsetzung von Regeln und Ordnung und die positive Interaktion zwischen Schülerinnen und Schülern in den Grundschulen.
Der Prävention von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus wird bereits im Kindergarten- und Grundschulalter unter Beachtung des Entwicklungspfades von Aggression, Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremer Ideologiebildung im Kindes- und Jugendalter Rechnung getragen.
Kindergarten, Elternhaus und Schule arbeiten dabei noch enger zusammen und den besonderen Bedürfnissen von Familien mit Migrationshintergrund wird Beachtung geschenkt. Die Zusammenarbeitsbeziehungen zwischen den Kitas und Grundschulen werden per Kooperationsvertrag verstetigt.

· Stärkung demokratischer und humanistischer Jugendkulturen. Dabei werden in verstärktem Maße Workshops angeboten, die der Förderung des demokratischen Verständnisses dienen. Gefördert werden darüber hinaus Beteiligungsprojekte sowie gedenkstättenpädagogische und Bildungsprojekte. Durch Gesprächsrunden werden die jeweiligen Aktivitäten mit den Beteiligten vor- und nach besprochen.

Den einzelnen Maßnahmen/ Handlungsfeldern sind die jeweiligen Zielgruppen und Kooperationspartner zugeordnet. Notwendige Kooperationspartner werden ggf. über Vereinbarungen in die Ziel- und Aufgabenstellung integriert/ eingebunden.

Zielgruppen:
Im Förderzeitraum richtet sich der Fokus insbesondere auf nachfolgende Zielgruppen:
· Jugendliche des Landkreises: Die Jugendlichen in ländlichen Regionen verfügen häufig nicht über ausreichend Interesse und Angebote zur sozialen Integration in demokratische Strukturen. Diskussions- und Workshopangebote, Bildungsfahrten und auch der Besuch demokratischer Einrichtungen (Parlamentsbesuch o. ä.) sollen ihr Interesse wecken und zum mitmachen animieren.

· Männliche Jugendliche mit Affinität zu Gewalt/ Fremdenfeindlichkeit: Diese Jugendlichen fallen öffentlich am stärksten durch ihre Gewaltbereitschaft auf. Ursachen liegen teilweise in familiärer Gewalterfahrung und Perspektivlosigkeit begründet. Durch Gewaltpräventionsprogramme in Kitas/ Schulen, Diskussionsrunden und z. B. gedenkstättenpädagogische Angebote sollen Auswege aufgezeigt werden.

· Kinder und Jugendliche im Werte-bildenden Alter: Da aggressives und gewaltbereites Verhalten wesentlich aus einem Mangel an sozialer Kompetenz resultiert, haben Maßnahmen zur Steigerung der sozialen Kompetenz von Kindern und Jugendlichen einen zentralen Stellenwert. Ein besonders günstiges Übungs- und Lernfeld für gewaltpräventive Kompetenzen sind Kindergärten und Schulen.

· Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer sowie Sozialpädagoginnen und -pädagogen: Diese Zielgruppe steht besonders im Rahmen des Initiativprogramms "FAIR miteinander" im Mittelpunkt gezielter Fortbildungsangebote. Themen wie Entwicklungsförderung in Familien, Elternkurse und Kindertrainings sowie das bekannt machen mit gezielten Präventionsprogrammen (z. B. Streitschlichterprogramme) sollen diese Berufsgruppen und ihr Engagement besonders ansprechen.

· Multiplikatorinnen und Multiplikatoren: Ihre Einbeziehung in den Lokalen Aktionsplan ist besonders wichtig im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit für den LAP und des gegenseitigen Erfahrungsaustausches. Den Schwerpunkt setzen hier insbesondere die Beteiligten aus den Teilprojekten, Mitglieder des Ämternetzwerkes und des Begleitausschusses, die Kooperationspartner sowie die Jugendkoordinatorinnen und -koordinatoren sowie Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter in den Kommunen und Einrichtungen im Landkreis.

· Lokale und deutungsmächtige Akteure: Sie machen insbesondere Werbung für den LAP und seine Teilprojekte. Durch ihr Mitwirken tragen sie dazu bei, dass der LAP/ die Teilprojekte einen starken Rückhalt in der lokalen Politik, den Medien, der Wirtschaft und in anderen wichtigen regionalen/ lokalen Institutionen erhalten. Mit dem Kreispolitischen Dialog (Mitglieder sind der Landrat, die Bürgermeister und Amtsdirektoren), den Mitgliedern des Kreispräventionsrates, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und neuerdings mit dem Bildungsbüro hat sich das Unterstützungspotenzial in dieser Hinsicht verbessert.

Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitauschuss setzt sich maßgeblich zusammen aus zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren wie Jugendkoordinatorinnen und -koordinatoren verschiedener Städte, sowie Vertreterinnen und Vertretern der Ämter des Landkreises, der Sportjugend des Kreissportbundes, der Kirche, der örtlichen Polizei, der Kreisverwaltung und Kommunalpolitik sowie Lehrerinnen, Lehrern und einem Rentner.




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