Bad Kreuznach

Stadt und Kreis Bad Kreuznach

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Günter Kistner

Kontaktdaten:
Ev. Jugendreferat des Kirchenkreises An Nahe und Glan
Kurhausstraße 6
55543 Bad Kreuznach
Tel: 0671-2985666
Email:
www.ev-jugendreferat.de www.fuer-vielfalt.de
  Fördergebiet:
Stadt und Kreis Bad Kreuznach
Größe: 864 qkm
Einwohnerzahl: 157.811
Förderzeitraum: 10/2007-12/2010

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Aufbau, Stärkung und strukturell nachhaltige Etablierung sozialer und demokratischer Kompetenzen
· Schaffung von Möglichkeiten, Entscheidungswege und demokratische Prinzipien entwickeln zu lernen, zu erproben und in den Alltag zu übertragen
· Kleinräumige Beteiligungsprojekte, in denen Eigenverantwortung übernommen wird und Interessen demokratisch artikuliert werden
· Maßnahmen zur Stärkung von Selbstwertgefühl, Konfliktfähigkeit und Offenheit

2. Förderung der interkulturellen Kompetenz
· Vermittlung von Wissen über und Sensibilisierung für kulturelle Gegebenheiten und Unterschiede
· Entwicklung von Projekten und Strukturen, die den interkulturellen und interreligiösen Dialog fördern
· Intensive Begegnungsarbeit zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft

3. Aktivierung der Zivilgesellschaft gegen Rechtsextremismus
· Sensibilisierung für und Aufdeckung von rechtsextremen Strukturen und fremdenfeindlichen Ideologien
· (Weiter-) Entwicklung und Erprobung von geeigneten Strategien und Projekten gegen Rechtsextremismus
· Erweiterung und Verbesserung von Informations-, Netzwerk-, und Kooperationsstrukturen

Handlungskonzept:
a) Partizipative Demokratie erleben
Demokratische Teilhabe an der Gesellschaft soll mit Beteiligungsprojekten erlebbar gemacht werden. Kinder und Jugendliche sollen dabei befähigt werden in der Gruppensituation oder in ihrem Sozialraum demokratische Handlungs- und Entscheidungsstrukturen kennenzulernen, zu erproben und weiterzuentwickeln.

b) Kulturelle Auseinandersetzung über Erfahrung und Erlebnis Interkulturelles Lernen als Basis von Toleranz und Demokratie ist in vielen Fällen erfahrungsorientiertes Lernen. In bildungs-, erlebnis- und sportorientierten Projekten sollen Vorurteile und Grenzen überwunden werden. Die Zielgruppen sollen kulturelle Unterschiede (an)erkennen, konstruktiv nutzen, das eigene Verhalten kritisch reflektieren und eine gemeinsame Verständigungs- und Handlungsebene entwickeln.

c) Lernen aus der Geschichte
Die Zielsetzung bei diesen Konzepten und Projekten ergibt sich aus der spezifischen deutschen historischen Vergangenheit. Die jeweilige Zielgruppe soll ein Verständnis für die geschichtlichen Zusammenhänge entwickeln. Dies kann z. B. durch Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen oder Besuche in Gedenkstätten geschehen. Die Projekte sollen den Teilnehmenden helfen, die Dynamiken von Diskriminierung und Gewalt zu erkennen, zu verstehen und diese Kreisläufe in ihrem Lebensumfeld zu durchbrechen.

d) Jugendkulturelle Veranstaltungen und Medienerziehung
Veranstaltungen musischer Bildung und Medienerziehung (Theater, Musik, Spiel, neue Medien, Tanz, Fotografie) wirken sehr motivierend und sind eine niedrigschwellige Methode sich mit dem Themenkomplex Demokratie, Vielfalt und Toleranz intensiv zu befassen. Die neuen Medien werden derzeit verstärkt von Rechtsextremen genutzt (z. B. Schulhof-CDs). Daher sollte bei Projekten mit den neuen Medien idealerweise eine Aufklärung über rechtsextreme Kommunikationsstrukturen genauso erfolgen wie die aktive Beschäftigung mit den neuen Medien.

e) Aufbau und Festigung von zentralen und dezentralen Strukturen und Netzwerken gegen Rechtsextremismus
Diese übergeordnete Handlungsstrategie zielt darauf ab, strukturell zu wirken und mit Hilfe der Projekte bereits bestehende Netzwerke zu stützen, ggf. neue Netzwerkpartner zu gewinnen und die Zusammenarbeit unter den Netzwerkpartnern zu verbessern.

f) Interreligiöser Dialog
Ausgehend von denen in der Stadt und im Landkreis präsenten Religionen wird der Dialog überwiegend zwischen christlichen und muslimischen Jugendlichen zu initiieren sein. Der Dialog zielt darauf ab, durch Wissen über Denkansätze und Gebräuche emotionale Vorbehalte gegenüber der jeweils anderen Religion aufzubrechen und so rechtsextremen Parolen keinen Nährboden zu bieten.

g) Öffentliche Veranstaltungen
Durch öffentliche Veranstaltungen, wie Events, Feste, Protestveranstaltungen u. ä. soll eine breite Öffentlichkeit erreicht und informiert werden. Diese Angebote erreichen sehr viele Menschen und schaffen eine Kultur des Umgangs mit dem Thema.

h) Evaluations- und Beratungskonzepte nutzen und entwickeln
Ein abgesichertes wissenschaftlich fundiertes Evaluationsinstrumentarium ist die Grundlage für eine professionelle Untersuchung der Wirkung von pädagogischen Angeboten. Dies gilt für das Entwickeln von Evaluationsinstrumenten zu bestimmten Themen genauso wie für das professionelle Coaching von Projekten.

Zielgruppen:
Die Zielgruppen, die im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes erreicht werden sollen, bleiben unverändert:
1. Kinder und Jugendliche: In unserem Verständnis von Kinder- und Jugendarbeit gibt es in der Regel keine Fokussierung auf benachteiligte Gruppen. Natürlich werden bei Bedarf gefährdete Jugendliche besonders beachtet: Migrantinnen und Migranten, da in einigen Stadtteilen und Kommunen anteilig viele Migrantinnen und Migranten wohnen, was zu unterschwelligen Spannungen und Separation führt, sowie junge Menschen mit unterschwellig rassistischen und diskriminierenden Denkweisen und Handlungsmustern.

2. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Schulen, Jugendverbänden, Initiativgruppen u. ä. sowie Pädagoginnen und Pädagogen in der Jugend- und Sozialarbeit, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Eltern: Die Zusammenarbeit in Stadt und Kreis ist durch langjährige Fortbildungsangebote im Bereich erfahrungsorientierter Lernansätze gut ausgebaut und hat sich im vergangenen Jahr noch durch die Projekte im LAP intensiviert. Diese Anknüpfungspunkte werden weiterhin erweitert und verstärkt.

3. Bürgerinnen und Bürger: Es geht um die Sensibilisierung der allgemeinen Öffentlichkeit, zivilgesellschaftliche Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen. Die zivile Gesellschaft braucht eine offene Auseinandersetzung über unterschwellig fremdenfeindliche Tendenzen und Gewaltsituationen. Diese Arbeit soll intensiviert werden.

Zusammensetzung des Begleitausschusses:
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der Koordinierungsstelle, der Jugendförderung des Amtes für Kinder und Jugend der Stadt Bad Kreuznach, der Polizei, des "Netzwerkes am Turm", des Ausländerpfarramtes des ev. Kirchenkreises An Nahe und Glan, des Kreisjugendringes, des IB Bad Kreuznach, des Stadtschülerparlamentes, der katholischen Fachstelle für Kinder und Jugendpastoral, des CJD Bad Kreuznach sowie einer Sport- und Tanzinitiative. Weiterhin sind die Bürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach bzw. die Jugendamtsleiterin, der Beigeordnete des Landkreises oder der Leiter des Jugendamtes des Landkreises sowie der Kreisjugendpfleger des Landkreises Bad Kreuznach und eine engagierte Schülerin aktiv im Begleitausschuss beteiligt.




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