99084 Erfurt

Erfurter Interreligiöser Dialog

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Felix Weiss

Kontaktdaten:
KOMED e. V./ Radio F.R.E.I.
Gotthardtstraße 21
99084 Erfurt
Tel: 0361-7467422, 0361-7467421
Email:
Email 2:
www.radio-frei.de www.dialog.radio-frei.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Erfurt
Bundesland: Thüringen
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 09/2007-08/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen

Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Das Projekt hat das Ziel, den bei Radio F.R.E.I. begonnenen interreligiösen Dialog zwischen Islam, Judentum und Christentum in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt langfristig zu etablieren, um damit religionsbezogene Wissensdefizite und Stigmatisierungen in der Bevölkerung abzubauen.
Neben dem etablierten Dialog zwischen Christentum und Judentum soll der Islam langfristig in den Dialog eintreten. Wissensdefizite zum Islam sollen damit verringert und der Islamfeindlichkeit im Ansatz entgegengesteuert werden.
Die gesellschaftliche und lokalbezogene Auseinandersetzung mit den drei Religionen Judentum, Islam und Christentum soll mit dem Modellprojekt nachhaltig angestoßen werden. Lokales muslimisches Leben bzw. die Erarbeitung religionsbezogener Bildungsmaterialien in Erfurt steht dabei im Vordergrund.

Handlungskonzept:
Laut Aussagen des zuständigen Imams leben in Erfurt ca. 1.000 Muslime, 200 besuchen regelmäßig die zwei Erfurter Moscheen. Muslimisches Leben ist jedoch nach außen kaum sichtbar. Es gibt nur wenige Begegnungsmöglichkeiten mit Musliminnen und Muslimen, die Gruppe zugewanderter Muslime bleibt meist unter sich.
Mit dem Modellprojekt bzw. der Initiierung des "Erfurter Interreligiösen Dialogs" soll insbesondere muslimisches Leben erforscht, sichtbar gemacht und im Vergleich zu den anderen Religionen näher beleuchtet werden.
Durch Erkenntniszuwachs einerseits und speziell geschaffene Begegnungsmöglichkeiten andererseits soll ein Beitrag zum Abbau von Religionsunkenntnis und Fremdenangst geleistet und eine Signalwirkung (auch über Erfurt hinaus) gesetzt werden.
Lokale Spuren der Religionen sollen erforscht, religiöser Alltag und seine Protagonistinnen und Protagonisten sollen per Audio- und Videobeiträgen porträtiert werden. Der lokale und lebensweltbezogene Ansatz steht dabei im Vordergrund.

Das Projekt wird von generationen- und bildungsniveauübergreifenden Projektgruppen durchgeführt und mit folgenden Projektbestandteilen umgesetzt:
· Veranstaltungs- und Sendereihe: "Erfurter interreligiöser Dialog"
· Multimediale Spurensuche nach religiösem Leben in Erfurt (Produktion von Religions- und Alltagsporträts in Video- und Audioformaten)
· Erstellung von Lehrmaterialien (Online-Stadtplan zu religiösem Leben in Erfurt) aus den Projektprodukten und Durchführung flankierender Multiplikatorschulungen Die Veranstaltungs- und Sendereihe "Erfurter Interreligiöser Dialog" soll sich etablieren und die religionsbezogene Erfurter Bildungslandschaft mit Signalwirkung nach außen ergänzen. Dabei werden die Themen, Produkte und Ergebnisse der multimedialen Spurensuche und Veranstaltungsreihe mehrfach verwertet und in die Öffentlichkeit transferiert.
Die entstandenen Projektprodukte sollen außerdem als Lehrmaterialien, Lehr- und Lernmodule und in flankierenden Multiplikatorenschulungen nach Projektbeendigung verwendet werden.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Stadtverwaltung Erfurt: Ausländerbeauftragte/ Bildungsamt/ Jugendamt Kulturdirektion
· Fonds Soziokultur
· Thüringer Innenministerium
· Landesstelle Gewaltprävention Thüringen
· Friedrich-Ebert-Stiftung Thüringen
· Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen
· Evangelische Jugend/ Erwachsenenbildung Erfurt
· Bund der Katholischen Jugend / Jugendseelsorge Bistum Erfurt
· Deutsch-Israelische Gesellschaft Erfurt
· Arbeitskreis Erfurter GeDenken 1933-45
· Jüdische Landesgemeinde Thüringen
· Jüdische Kulturinitiative Via Shalom
· Internationales Islamisches Kulturzentrum - Erfurter Moschee e. V.
· Forum Muslime Erfurt
· junge medien Thüringen e. V.
· Arbeit und Leben Thüringen e. V.
· Netzwerk für Demokratie und Courage
· Kulturrausch e. V., Erfurt (Herausgeber des "hEFt" für literatur, stadt und alltag)
· Kommunales Kino Erfurt (Kinoklub am Hirschlachufer)
· Universität Erfurt
· Fachhochschule Erfurt
· Hochschulinitiative "Fremde werden Freunde", c/o Fachhochschule Erfurt
· Bahá’í-Centrum Erfurt
· Buddhistisches Zentrum Norbu Choeling
· Basisgemeinde Offene Arbeit Erfurt
· Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen

Erwartete Ergebnisse:
Am Ende der Projektlaufzeit hat sich E.I.D. als Begegnungs- und Bildungsprojekt etabliert. Exemplarisch dafür stehen die von Radio F.R.E.I. initiierten "Erfurter Thementage der Religionen", die gemeinsam mit allen Projektpartnern gemeinsam entwickelt und durchgeführt wurden, sowie eine Vielzahl an Projektveranstaltungen wie Lesungen, Vorträge, Stammtische und Workshops.

Die medienpädagogische Arbeit zu verschiedenen, in Erfurt vertretenen Glaubensrichtungen wird bis zum Ende der Projektlaufzeit fortgeführt. In der multimedialen "SPURENSUCHE" werden Multimediaprodukte erarbeitet, die nachhaltig Zeugnis über religiöses Leben in Erfurt ablegen. Auf diese Art und Weise entstehen virtuelle Stadtrundgänge, Multimedia-Shows und Audio-Guides, die jüdisches, christliches und muslimisches Leben in Erfurt dokumentieren.

Die "SENDEREIHE" hat sich im Radioprogramm und beim Publikum etabliert. Jeden zweiten Sonntag greift sie aktuelle und historische Themen religiösen Lebens auf. Wochenrubriken, Sondersendungen oder tagesaktuelle Lokalnachrichten informieren ebenfalls regelmäßig darüber, so dass Radio F.R.E.I. zum etablierten themenspezifischen Medienpartner wurde.

Eine Sammlung von ausgewählten Beiträgen, Sendungen, Videoaufnahmen und Newslettern findet sich auf der projektbegleitenden Internetseite unter www.dialog.radio-frei.de.

Zur Entwicklung von schulischen und außerschulischen Lehr- und Lernmaterialien wurden Gespräche mit Hochschulen und Kooperationspartnern aufgenommen. Die Erstellung eines Online-Stadtplanes ist geplant, auf dem sich Schülergruppen, Schulklassen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie gläubige und nicht-gläubige Interessierte über die Projektlaufzeit hinaus zum religiösen Leben in Erfurt informieren können und der von den verschiedenen Vereinen und religiösen Gruppen aktiv mitgestaltet werden kann.




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