| Kontaktdaten: Friedenskreis Halle e. V. Große Klausstraße 11 06108 Halle/ Saale Tel: 0345-27980757 Email: www.friedenskreis-halle.de www.friedenskreis-halle.de/ tk |
Durchführung: Durchführungsort/e: Region Halle Bundesland: Sachsen-Anhalt weitere Länder: Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Niedersachsen Förderzeitraum: 09/2007-08/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen
Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen
Leitziele:
Leitziel des Modellprojektes ist die Entwicklung und Festigung einer transkulturellen Kompetenz für junge Menschen als Schlüsselqualifikation für den (beruflichen) Umgang mit Vielfalt. Auf Basis des Kulturkonzeptes der Transkulturalität erfolgt dafür die Entwicklung, Durchführung und Evaluation eines neuen Bildungskonzeptes für junge Menschen in Regionen, die durch einen geringen Anteil von Wohnbevölkerung mit Migrationshintergrund gekennzeichnet sind. Dieses neue Konzept soll in Bildungsstrukturen für junge Menschen implementiert und somit eine transkulturelle Dimension in Bildungseinrichtungen etabliert werden.
Als innovativ werden zwei Faktoren hervorgehoben:
1. Das Konzept der Transkulturalität als Basis für die notwendige Weiterentwicklung interkultureller Bildungsarbeit, ausgerichtet am kulturellen und gesellschaftlichen Wandel, vor allem in Regionen, die durch wenige Menschen mit Migrationshintergrund gekennzeichnet sind (u. a. neue Bundesländer).
2. Die Potenziale des Konzeptes der Transkulturalität für die Entwicklung präventiver Bildungsmaßnahmen zum konstruktiven Umgang mit den Gefahren und negativen Entwicklungen, welche der kulturelle und gesellschaftliche Wandel birgt, u. a. Verunsicherung im Umgang mit der kulturellen Pluralität mit Tendenzen zu reaktionären kulturseparatistischen, monokulturellen und antidemokratischen Einstellungs- und Handlungsweisen.
Handlungskonzept:
Das Modellprojekt agiert im Bereich der Theorie-Praxis Transformation.
Von einer kontinuierlich arbeitenden Expertengruppe werden Konzepte, Methoden und Settings zum Transkulturellen Lernen entwickelt, erprobt, durchgeführt, reflektiert und evaluiert. Zielgruppe sind dabei Jugendliche in Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen sowie pädagogisches Fachpersonal in Bildungseinrichtungen in Regionen, die durch einen geringen Anteil von Wohnbevölkerung mit Migrationshintergrund gekennzeichnet sind.
Transkulturelles Lernen vermittelt Kompetenzen, mit denen Lernende durch Selbstreflexion und konstruktive Interaktion mit sich und dem Umfeld ihre eigene Lebensweise finden, sich im gesellschaftlichen Ganzen verorten und dort partizipieren. Aufgabe ist es dabei, die Konzentration auf die Polarität von Eigenem und Fremdem zu richten, diese abzubauen und die Aufmerksamkeit auf verbindende Elemente zu lenken, um die kulturelle Mischung zwischen Individuen und im eigenen Selbst als Bereicherung zu erkennen und wertzuschätzen.
Die Formbarkeit der eigenen Identität wird bewusst gemacht, Gruppenzugehörigkeiten sowie Abgrenzungen werden relativiert und die individuelle Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft in den Vordergrund gestellt. Um sich in einer ständig verändernden Lebensumwelt zu orientieren, benötigen die Lernenden Zugänge zu den vielfältigen Kulturen, denen wir im Alltag begegnen.
Pädagogische Praxisfelder:
· Seminare und Workshops für junge Menschen in Berufsqualifizierungsmaßnahmen und Ausbildungskontexten,
· Vermittlung von Ansätzen und Methoden für die internationale Jugendarbeit und Begleitung von internationalen Freiwilligendiensten,
· Lehrerfortbildungen zum Umgang mit Stereotypen, Fremdbildern und Kulturalisierungen in Schulbüchern,
· Lehraufträge, Kolloquien und Seminare an Fachhochschulen und Universitäten,
· Multiplikatorenfortbildungen zu Theorie, Ansätzen und Methoden transkultureller Bildungsarbeit für die unmittelbare praktische Anwendung im individuellen Arbeitsfeld
Durch die Bildungsarbeit mit jungen Menschen und bundesweite Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der pädagogischen Arbeit mit jungen Menschen soll der Ansatz verbreitet werden. Eine internationale Lernpartnerschaft "neglected areas - innovative cultural education in rural and cultural homogeneous areas" mit Partnerorganisationen aus Spanien und der Türkei bezieht erfolgreiche Strategien und Ansätze aus europäischen Regionen ein.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
1. Stadt Halle (Saale) – Integrationsbeauftragte
2. Land Sachsen-Anhalt - Ministerium für Gesundheit und Soziales / Prävention von Rechtsextremismus
3. Bildungsträger der Expertengruppe: Deutsche Angestellten Akademie Halle; Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern, Asklepios Fachklinikum Göttingen, Brücke-Most Stiftung Dresden; Europahaus Leipzig; EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst Neuwied; Konferenz Ev. Freiwilligendienste bei der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden; Universität Bielefeld
4. Hochschule Merseburg - Fachbereich Soziale Arbeit, Medien.Kultur
5. Institut für allgemeine und interkulturelle Didaktik e. V., Nörten-Hardenberg
6. Institut für England- und Amerikastudien - Neue Englischsprachige Literaturen und Kulturen (NELK) an der Goethe Universität Frankfurt/ Main
Erwartete Ergebnisse:
Die entwickelten Konzepte transkultureller Bildungsarbeit sollen langfristig bei den Kooperationspartnern implementiert werden.
Bildungsträger der Berufsqualifizierung- und Weiterbildung von jungen Menschen, in denen im Rahmen des Projektes Seminare und Trainings umgesetzt wurden, sollen animiert und begleitet werden, Konzepte inter- und transkultureller Bildungsarbeit langfristig in ihr Ausbildungscurriculum aufzunehmen.
Die theoretischen Grundlagen, didaktischen Ansätze, Module und Methoden werden auf der Projekthomepage in Form von praxisorientierten Impulsschriften der (Fach-) Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Expertengruppe soll als bundesweites "Kompetenznetzwerk Transkultur" fortgeführt werden.