| Kontaktdaten: Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V. Liebigstraße 5 39104 Magdeburg Tel: 0391-2583254 Email: Email 2: www.jugend-lsa.de/ lkj www.orfide.org |
Durchführung: Durchführungsort/e: Magdeburg, Quedlinburg, Halle Bundesland: Sachsen-Anhalt weitere Länder: - Förderzeitraum: 01/2007-12/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderergesellschaft
Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen
Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen
Leitziele:
Das Projekt hat die Zielsetzung, jungen Menschen zwischen 13 und 20 Jahren Orientierung anzubieten und sie bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung zu unterstützen, um präventiv gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus in der Gesellschaft zu wirken. Dazu ist es erforderlich, einen Zugang auf "Augenhöhe" zur Zielgruppe über einen "Peer-Group" Ansatz zu schaffen. Somit ist es ein weiteres Ziel, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für diese Arbeit zu gewinnen und zu schulen. Dies erfolgt über die enge Zusammenarbeit mit dem "Freiwilligen sozialen Jahr im kulturellen Bereich" und dem Einsatz von acht Freiwilligen in vorwiegend historischen Projekten und Gedenkstätten. Des Weiteren erfolgt die Unterstützung von weiteren Jugendlichen in ungeregelten Freiwilligendiensten.
Handlungskonzept:
Das Projekt setzt modellhaft auf zwei Ebenen an:
a) Politisch historische Bildungsangebote
Es sollen Möglichkeiten interkulturellen und interreligiösen Lernens durch politisch-historische Bildungsangebote geschaffen werden. Junge Menschen sollen angeregt werden, sich gemeinsam mit der Rolle von Ausländerinnen, Ausländern und Fremden in ihrer Heimatregion zu beschäftigen und kulturelle Vielfalt in der Geschichte zu erkennen. Regionalgeschichtliche Recherchen Jugendlicher bieten Ansatzpunkte für eine Thematisierung und Auseinandersetzung mit "Religion" und damit für interreligiöses Lernen. Bereits bestehenden Projekten von Jugendgruppen wird durch Beratungs- und Weiterbildungsangebote eine neue Orientierung angeboten. Neben Aus- und Fortbildungen von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich "interkulturelles und interreligiöses Lernen in der lokalhistorischen Projektarbeit" ist die Etablierung tragfähiger Netzwerke wichtiger Bestandteil des Projektes.
b) Migrationsgeschichte(n)
Die zweite Ebene bilden Bildungsseminare, in denen Migrantengeschichten und die Frage untersucht werden, wie die lokale Mehrheitsgesellschaft mit Einwanderinnen, Einwanderern und Einwanderungswellen umgegangen ist. Die Begegnung mit fremden Kulturen in vielfältigen methodischen Kontexten ist ein Ansatz, auf dieses Thema hinzuwirken. Gerade in Jugendszenen versuchen die Mitglieder, Identität durch Abgrenzung herzustellen. Hier können Empathie-Seminare dafür sorgen, dass ein Empfinden für die Sichtweisen der "Anderen" entwickelt wird. In diesen Bereichen sollen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im schulischen und außerschulischen Kontext ausgebildet werden, die Kindern und Jugendlichen Orientierung anbieten können.
Methodisch sollen sich die pädagogischen Ansätze an den Zielgruppen orientieren. Neben den üblichen Seminarmethoden sollen forschendes Lernen, Open Space und auch Projektarbeit mit Archivrecherche, Zeitzeugeninterviews und künstlerischen Arbeiten stattfinden. Durch kleinere Ausstellungen sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden. Als neue Methode wird der gezielte Aufbau von Weblogs (Internettagebüchern) erprobt, in denen Jugendliche sich und ihre Arbeit präsentieren können. Die dadurch erreichte Transparenz soll auch dazu führen, dass sich eine breitere, über die Projekt- und Seminartage hinausgehende Wirkung entfaltet.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Stiftung Demokratische Jugend, Berlin
· Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt
· Ministerium für Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt
· Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V.
· Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
· Netzwerk für Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e. V.
· Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e. V.
· Anne Frank Zentrum, Berlin
· EPIZ - Entwicklungspolitisches Bildungs- und Informationszentrum e. V., Berlin
Erwartete Ergebnisse:
Erfolge von Präventionsangeboten sind nur schwer messbar. Quantitativ können jedoch konkrete Aussagen getroffen werden: Angestrebt ist es, jährlich in etwa 25 Projekten ca. 300 junge Menschen für Demokratie und Toleranz zu sensibilisieren und ihnen entsprechende Orientierung anzubieten. Ferner werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für präventive Bildungsangebote ausgebildet.
Diese sollen die zivilgesellschaftliche Debatte in Sachsen-Anhalt vorantreiben. Im Rahmen von Fachtagungen wird die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert und für Kooperationen gewonnen. Die Präsentation von "good practice" Beispielen ermöglicht die Übertragbarkeit des Projektes.