39104 Magdeburg

Bühne frei für Respekt

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Christine Böckmann und Ricarda Milke

Kontaktdaten:
Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e. V.
Erich-Weinert-Straße 30
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6207743 bzw. 0345-2266450
Email:
www.miteinander-ev.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Magdeburg
Bundesland: Sachsen-Anhalt
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 08/2007-12/2010

Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen

Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen

Hauptzielgruppe:
Männliche Jugendliche aus "bildungsfernen" Milieus mit Affinität zu Fremdenfeindlichkeit

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Rechtsextrem gefährdete Jugendliche erleben Demokratie und Menschenwürde. Sie entwickeln Wertschätzung für diese und erkennen sie als wichtige und sinnvolle Lebens- und Gestaltungsform an.
2. Für die Arbeit mit rechtsextrem gefährdeten Jugendlichen gibt es zahlreiche Erfahrungen und übertragbare methodische Ansätze.

Handlungskonzept:
Das Projekt wendet sich an rechtsextrem gefährdete Jugendliche und an Pädagoginnen und Pädagogen, die mit diesen Jugendlichen arbeiten. In ausgewählten Regionen werden dazu modellhaft Konzepte zur Vermittlung von Demokratie und Menschenwürde für die Zielgruppe entwickelt, erprobt und für eine Weiternutzung aufbereitet. In enger Zusammenarbeit mit den Pädagoginnen und Pädagogen und den Jugendlichen werden prozessorientiert alternative und attraktive Angebote zum "Rechts-sein" entwickelt und angeboten, die Demokratie als Gestaltungsprozess erlebbar werden lassen. Parallel zu den Teilprojekten für Jugendliche finden Fortbildungen für die Pädagoginnen und Pädagogen statt. Darin kann praxisorientiert an Methoden oder grundlagenorientiert an Inhalten gearbeitet werden. Dies dient sowohl der Unterstützung der Fachkräfte in der Präventionsarbeit als auch der Erweiterung des Handlungsspektrums und ist wichtiger Baustein zur nachhaltigen Wirkung des Projektes.

"Bühne frei für Respekt" verknüpft in methodischer Vielfalt eine große Bandbreite theater- und kulturpädagogischer Methoden wie Theater, Filme, kreatives Gestalten, Musik/ Stomp etc. mit Methoden aus der politischen Bildungsarbeit, Demokratieerziehung, Friedenspädagogik, Menschenrechtserziehung und der Civic Education. Dabei kommen folgende Elemente zum Einsatz: aus dem Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal, dem Improvisationstheater nach Keith Johnstone, aus Zivilcouragetrainings oder auch medienpädagogische Methoden (Film, Fotografie), der Civic Education aus den USA sowie aus der britischen Gefängnistheaterpraxis. Themen und Konflikte der Jugendlichen werden in verschiedenen Workshopblöcken zur Sprache gebracht. Ziele sind die Bearbeitung der benannten Konflikte sowie die Stärkung der Jugendlichen, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen, sie zu artikulieren und dafür auf demokratischem Wege mehrheitsfähige Lösungen zu finden. Die Gruppenprozesse und die Arbeit in der Gruppe werden thematisiert und zum Lernfeld für demokratisches Handeln. Im Workshop wird Kleingruppenarbeit, mit Rückkopplung an die Großgruppe, bevorzugt. Um die Selbstwirksamkeitserfahrungen der Jugendlichen zu unterstützen, ist es ein Teilziel der Arbeit, eine wie auch immer geartete Präsentation der Ergebnisse der Jugendlichen anzustreben. Begleitet werden die Teilprojekte von Fachkräften. Zum Ende der Projektlaufzeit gibt es zahlreiche Erfahrungen und übertragbare Ansätze, die in einer Broschüre mit Übungsbeispielen veröffentlicht sind.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Hochschule Merseburg (Beteiligung von Studierenden an Projektteams)
· LKJ Sachsen-Anhalt
· Friedenskreis Halle
· TheaterDialog (Projektkonzipierung und -entwicklung, gemeinsame Durchführung von theaterpädagogischen Workshops)
· Aktionstheatergruppe Halle e. V. (gemeinsame Entwicklung und Durchführung von theaterpädagogischen Workshops, Aufführungen in Workshops bzw. Projektorten)
· JVA Raßnitz und Halle I
· Pestalozzischule Naumburg, Förderschule Nebra, Clara Zetkin e. V. Halle, Jugendclub und Schule in Wanzleben, Stendal, Reileckschule Halle
· Projekt Actuarnos Otros, Buenos Aires (gemeinsamer Fach- und Erfahrungsaustausch mit der Gruppe aus Pädagoginnen und Pädagogen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren)

Erwartete Ergebnisse:
1. Zum Ende der Projektlaufzeit gibt es zahlreiche Erfahrungen und übertragbare Ansätze, die in einer Broschüre mit Übungsbeispielen veröffentlicht sind.
2. Pädagoginnen und Pädagogen wurden praxisorientiert an Methoden oder grundlagenorientiert an Inhalten geschult und weitergebildet.
3. Die teilnehmenden Jugendlichen entwickelten notwendige Fähigkeiten und Kompetenzen zur kritischen Auseinandersetzung mit rechtsextremen Denkweisen. Ziel ist es, Konflikte konstruktiv, gewaltfrei und demokratisch zu lösen sowie Demokratie als Lebens- und Gestaltungsform für sich zu entdecken.




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