
Zittau
| Kontaktdaten: Hillersche Villa e. V. Klienebergerplatz 1 02763 Zittau Tel: 03583-779610 Email: www.hillerschevilla.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Zittau, Landkreis Löbau-Zittau Bundesland: Sachsen weitere Länder: - Förderzeitraum: 08/2007-07/2010 |
Themencluster:
Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemitismus
Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Bildungsarbeit zum Holocaust
Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen
Leitziele:
Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in der Region Zittau sind toleranter gegenüber Anderen, nehmen ihre eigene Geschichte wahr und entwickeln ein regionales Selbstbewusstsein, welches ins öffentliche Leben ausstrahlt.
Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren werden an jüdische Geschichte und Kultur in Zittau und der Dreiländereckregion, durch altersspezifische Angebote im Rahmen von Schulprojekten, herangeführt.
Durch Zeitzeugenarbeit und zielgruppenorientierte Multiplikatorenbildung wird dieses Ziel unterstützt. Damit wird ein Beitrag zu einer Kultur der aktiven Toleranz und einer Atmosphäre gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus in Zittau geleistet und zur Entwicklung von Verständnis und Offenheit für andere Kulturen beigetragen. Gleichzeitig wird regionales Selbstbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen gestärkt. Diese Form der Bildungs- und
Erinnerungsarbeit hilft, Vorurteile und Stereotype bewusst zu machen und damit abzubauen.
Handlungskonzept:
Für die Klassen 6-11 werden Schulangebote entwickelt, die sich in Inhalt und Methoden am Alter der Schülerinnen und Schüler orientieren und möglichst über mehrere Schuljahre durchgeführt werden. Ergänzend dazu werden für die Sammlungen "Jüdische Geschichte und Kultur" und "Regionalhistorisches Archiv" altersspezifische Arbeitsmaterialien erarbeitet. O. g. Ziel wird verknüpft mit dem Aufbau eines Zeitzeugenarchivs und der Einbeziehung von Zeitzeugen in die Kinder- und Jugendarbeit.
Deutsche Schulen und deren tschechische Partner arbeiten in gemeinsamen Projekten zu regionalgeschichtlichen Themen, insbesondere zur jüdischen Geschichte. In diesem Rahmen wird gemeinsam die unterschiedliche Geschichte sowie der Umgang mit ihr vermittelt. Die Jugendlichen verfolgen die Spuren jüdischer Bürger in Zittau von der Ansiedlung ihrer Familien über die Deportation von Berlin, Dresden oder anderen Orten aus bis zu ihrer Ermordung in Auschwitz und Theresienstadt.
Die Schülerinnen und Schüler planen und arbeiten selbstständig unter Anleitung. Sie werten Dokumente aus, suchen die entsprechenden Orte auf, fotografieren und dokumentieren sie, und führen Zeitzeugengespräche. Aus dem Material gestalten sie eine Ausstellung, die in der Geschichtswerkstatt, in den Schulen und öffentlichen Einrichtungen der Stadt und in der Kirche gezeigt wird. Ein Projekt findet in einem Gesamtzeitraum von ca. 3 Wochen, verteilt auf mindestens drei Einheiten, statt.
Diese Projekte und Angebote für den Geschichts- und Religionsunterricht an Schulen werden in die Aktion "Stolpersteine" der Initiative "Erinnerung und Versöhnung" einbezogen. Alle Einzelprojekte haben einen eindeutig regionalhistorischen Bezug. Die Kinder- und Jugendprojekte finden möglichst außerhalb der Schule, in der Geschichtswerkstatt im Kutschhaus und an historischen Orten statt. Die Lehrerinnen und Lehrer werden in die Vor- und Nachbereitung der Projekte einbezogen.
Um die Zielgruppe Schülerinnen und Schüler zu erreichen, muss gleichzeitig eine zielgruppenorientierte Multiplikatorenarbeit stattfinden. Dies soll über Fortbildungen für Lehrkräfte zu Möglichkeiten regionalhistorischen Unterrichts zur jüdischen Geschichte und Kultur erreicht werden. Weiterhin stehen Angebote des Projektes und der Netzwerkstelle für Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Netzwerkmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Menschen, die sich der Arbeit gegen Neonazismus widmen, zur Verfügung.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Friedrich-Ebert-Stiftung (Lehrerfortbildungsseminar)
· HATiKVA e. V. (Vorbereitung und inhaltliche Gestaltung des Lehrerfortbildungsseminars mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Unterstützung von Kinder- und Jugendprojekten, AG Juden in Sachsen)
· Netzwerkstelle Löbau-Zittau (gemeinsame Multiplikatorenbildung in der Lehrerfortbildung, Jugendsozialarbeit und Projekte gegen Rechtsextremismus)
· Initiative "Erinnerung und Versöhnung" (gegenseitige Unterstützung in der Zeitzeugenarbeit, Stolpersteine, Kinder- und Jugendarbeit)
· Augen Auf e. V. Oberlausitz (Zusammenarbeit in der Multiplikatorenbildung)
· Christian-Weise-Gymnasium, Freie Schule Jonsdorf, Schkola e. V., Deutsches Gymnasium Liberec, Mittelschule Hradek (Ganztagsschulangebote, Projektunterricht, deutsch-tschechische Jugendprojekte)
· Zittauer Geschichts- und Museumsverein (Zeitzeugenarbeit, wissenschaftliche Recherchen, Öffentlichkeitsarbeit)
· Jüdische Gemeinden Dresden und Liberec, Städtische Museen Zittau, Haus der Wannseekonferenz, Kultur GmbH Zittau
· Netzwerk kulturelle Bildung beim Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien (Lehrerfortbildung)
· Evangelische Kirchgemeinde Zittau (Projektunterricht, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungspartner)
· Pontes-Projekt im Programm Lernende Regionen Ostritz/ St. Marienthal (Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungspartner beim Lernfest)
· "Jugendbegegnung in Theresienstadt e. V." Dresden (Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützer bei Projekten in Theresienstadt)
Erwartete Ergebnisse:
1. Projekttage/ Projektwochen für Schulen, Arbeitsmaterialien, Zeitzeugenarchiv, Präsentation der Projektergebnisse durch Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Fortbildungsseminare.
2. Nachhaltigkeit wird durch langfristige Konzeptionen und dauerhafte Etablierung von Projektangeboten an Schulen der Region erreicht. Gute Bildungsarbeit ist immer nachhaltig.
3. Das Modell kann übertragen werden auf die Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus in strukturschwachen Grenzregionen sowie auf Ganztagsschulangebote, insbesondere an sächsischen Schulen.