| Kontaktdaten: Adolf-Bender-Zentrum Gymnasialstr. 5 66606 St. Wendel Tel: 06851-81802 Email: Email 2: Email 3: www.toleranz-netzwerk-saar.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: hauptsächlich Kleinstädte Bundesland: Saarland weitere Länder: - Förderzeitraum: 04/2008 - 12/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen
Hauptzielgruppe:
Jugendliche in strukturschwachen Regionen und Kommunen
Leitziele:
1) Jugendliche ab 14 Jahren sollen dazu befähigt werden, sich mit Entwicklungen, Veränderungsdynamiken und Konflikten in der Einwanderungsgesellschaft konstruktiv auseinanderzusetzen sowie Ideologien, Vorurteilen und Feindbildern kritisch zu begegnen. Hierbei soll deutlich gemacht werden, wie Zuschreibungen zu ethnischen, religiösen und/ oder kulturellen Gruppierungen zur Hervorbringung und Legitimation von Diskriminierungen beitragen.
2) Ohne Spannungsfelder und Widersprüche vereinfachend aufzulösen, sollen demokratische Leitbilder entwickelt werden, die den pluralen Formen des Zusammenlebens in einer modernen Gesellschaft gerecht werden.
3) Es werden unterschiedliche pädagogische Angebote für Jugendliche entwickelt und angeboten: Bildungsbausteine, Projektarbeit mit Videodreh, Comic-Zeichenkurse, Ausstellungen, Projekttage. Ebenso gibt es Fachveranstaltungen für im pädagogischen Bereich Tätige.
4) Themenschwerpunkte sind: Migration, Spurensuche und Fluchtschicksale heute und in der NS-Zeit, Menschenrechte, Medien in der Einwanderungsgesellschaft, Antisemitismus, Religionsfreiheit und interkulturelles Zusammenleben.
5) Die Hauptziele sind institutionelle und personelle Veränderungen in Bildungseinrichtungen. (Weiterbildungsmöglichkeiten, Bildungsangebote "vor Ort", Aufnahme in Regelwerke, Formulierung von Leitzielen)
Handlungskonzept:
1. Ziele im Facharbeitskreis
Es wurde ein Arbeitskreis mit fünf Fachleuten gebildet, die langjährige Erfahrungen im Bereich "Migration, interkulturelles Lernen und Rassismus" besitzen. Dieser Kreis trifft sich alle zwei bis drei Monate, diskutiert Grundfragen und hat eine beratende Funktion im Rahmen der Projektarbeit. Die Arbeitsergebnisse des Facharbeitskreises fließen in die Entwicklung der Bildungsangebote ein.
2. Pädagogische Arbeit mit der Zielgruppe "Jugendliche ab 14 Jahren"
Die pädagogischen Angebote richten sich an Jugendliche ab 14 Jahren im schulischen und außerschulischen Bereich. Es werden nicht nur Gruppen und Klassen mit einem hohen Migrationsanteil angesprochen, sondern auch solche, die bisher kaum Erfahrungen mit interkulturellen Kontakten sammeln konnten.
Jugendprojekte
Im Jugendbereich werden sehr verschiedene Bildungsangebote gemacht: dreistündige Bildungsbausteine zu den Themen Antisemitismus, Religionsfreiheit und interkulturelles Lernen; langfristige Projektarbeit zu den Themen Spurensuche "Flucht und Schicksale", Menschenrechte sowie Medien in der Einwanderungsgesellschaft. Unter Anleitung einer Fachkraft für Pädagogik und Medien werden Videos gedreht, Ausstellungen konzipiert, Internetrecherche durchgeführt sowie Exkursionen angeboten. Jugendliche werden zu sog. "Videojournalistinnen und -journalisten" ausgebildet, indem sie medientechnische und soziale Kompetenzen erwerben. In Comic-Zeichenkursen mit einem Grafiker werden Vorurteile und Zerrbilder über Kulturen auf witzig-ironische Weise aufs Korn genommen. Ausstellungen über Schicksale in der NS-Zeit ("Erinnern und Verstehen") werden entwickelt und können ausgeliehen werden. Ziel ist es, Jugendliche auch als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu gewinnen. Weiterhin werden zwei Projekttage vom Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC Saar) zu den Themen "interkulturelles Lernen" sowie "Medien und Einwanderungsgesellschaft" entwickelt und durchgeführt.
3. Bildungsangebote für die Zielgruppe "Lehrerinnen, Lehrer und Fachkräfte in der Jugendarbeit"
Es werden Fachveranstaltungen für die Zielgruppe "Lehrerinnen, Lehrer und Fachkräfte in der Jugendarbeit" entwickelt. So werden Fachveranstaltungen über die Projektarbeit mit Jugendlichen (auch über ein Weiterbildungsinstitut für Lehrkräfte) angeboten; ebenso werden pädagogische Projekttage sowie Handreichungen erarbeitet. Pädagogisches Material soll zu einem späteren Zeitpunkt auch über das Internet heruntergeladen werden können.
4. Über die ausgewählte Themen der Projektarbeit werden ab Mitte 2009 Fachpublikationen entstehen.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Beratungsstelle für Flüchtlingsfrauen und ihre Familien (Diakonisches Werk an der Saar)
· Deutsch-Ausländischer Jugendclub (DAJC), Saarbrücken
· Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften, Universität Luxemburg
· Gemeinde Schmelz
· Jugendbüro Homburg
· Jugendbüro Ottweiler
· Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM)
· Landesjugendring (LJR)
· Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC)
· Ramesch - Forum für interkulturelle Begegnung e. V., Saarbrücken
· Stadt Lebach
· Siebenpfeiffer-Stiftung
Erwartete Ergebnisse:
1. Es werden Projektgruppen zu den oben beschriebenen Themen arbeiten, Jugendliche werden als Video-Journalisten ausgebildet und machen Filmprojekte, Ausstellungen werden konzipiert, Exkursionen organisiert, Bildungsbausteine angeboten, Zeichenkurse durchgeführt, Projekttage entwickelt und durchgeführt.
2. Ergebnisse der unterschiedlichen Projekte werden auch im Internet präsentiert und auf DVD festgehalten; Ergebnisse werden in die weitere Bildungsarbeit konzeptionell eingebunden.
3. Fachveranstaltungen für Lehrkräfte aus Schulen und Fachkräfte aus dem Jugendbereich werden durchgeführt, Handreichungen angeboten und für neue Projektarbeit geworben. In das Bildungsprogramm eines Weiterbildungsinstituts für Lehrkräfte werden Bildungsangebote aufgenommen.
4 . Fachartikel werden veröffentlicht, um Konzepte, Ideen und Ergebnisse der Projektarbeit im fachwissenschaftlichen Diskurs zu präsentieren.
5. Kommunale Einrichtungen (Städte) und Gemeinden werden in die Projektarbeit eingebunden.