
55118 Mainz
| Kontaktdaten: Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung - Landesjugendamt - Rheinallee 97-101 55118 Mainz Tel: 06131-967-508 Email: www.lsjv.rlp.de www.komplex-rlp.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Mainz Bundesland: Rheinland-Pfalz weitere Länder: - Förderzeitraum: 01/2007-12/2010 |
Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Hauptzielgruppe:
Männliche Jugendliche aus "bildungsfernen" Milieus mit Affinität zu Fremdenfeindlichkeit
Leitziele:
Primäres Ziel ist es, ein attraktives Gegenangebot zu der Vielfalt rechtsextremer Webauftritte im Internet anzubieten. Für die Zielgruppen Jugendliche und junge Erwachsene, Eltern und Fachkräfte wird neben qualifizierten Informationen zum Themenbereich auch die Möglichkeit des Austausches via Chat bzw. Onlineberatung angeboten. Insbesondere die jugendliche Zielgruppe soll über das Internet angesprochen werden, um Ansatzpunkte für alternative Perspektiven zu entwickeln. Hierzu werden u. a. eine Jugendredaktion und der Chat für und mit junge(n) Menschen eingesetzt. Den Jugendlichen wird Unterstützung bei der Ablösung von rechtsextremistischem Gedankengut und ihren rechtsextremistisch orientierten Bezugssystemen angeboten.
Weiterhin geht es darum, die Eltern der jugendlichen Zielgruppe als Ausstiegshelferinnen und -helfer zu aktivieren. Internetgestützte Information, Beratung und Foren zum Erfahrungsaustausch sowie nach Bedarf Vermittlung zu örtlichen Infrastrukturen und ggf. zur rheinland-pfälzischen Elterninitiative gegen Rechts stehen im Mittelpunkt des Angebotes.
Drittes Ziel ist die Gewinnung und Stärkung von örtlichen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren via Internet für eine politisch akzentuierte Ausstiegshilfe junger Menschen. Dies geschieht durch Informationen, konkrete Online-Beratung, Austauschangebote in Foren und Veranstaltungshinweise. Eine Vermittlung an entsprechende Initiativen bzw. Akteurinnen und Akteure in Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern wird angeboten.
Handlungskonzept:
Die Projektziele werden seit der Freischaltung der Kommunikationsplattform komplex im Mai 2008 umgesetzt. Der spezifische Charakter des Mediums Internet, das Angebote u. a. über Suchmaschinen erschließt, wird zu einer gezielten Ansprache rechtsextremistisch orientierter junger Menschen genutzt. Für alle Zielgruppen des Projekts wurden der jeweiligen Zielsetzung entsprechende, adressatengerecht aufbereitete Informationen auf der Plattform eingestellt.
Um die Auffindbarkeit der Seite zu erhöhen, wurden entsprechende Schlüsselwörter sowie medientypische interaktive Elemente wie moderierte Chats, Foren, Blogs, eine Internetrallye und weitere multimediale Elemente eingebaut. Dabei werden sozialpädagogische und gesprächstherapeutisch fundierte Dialogformen von den Komplex-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern angewandt. Neben der reinen Informationsvermittlung kann dabei eine weitergehende Beratung erfolgen, falls erforderlich auch durch die Einbindung Dritter.
Die Hilfen des Aussteigerprogramms (R)AUSwege werden den Jugendlichen näher gebracht. Eltern rechtsextrem orientierter Jugendlicher erfahren Beratungsmöglichkeiten der Elterninitiative gegen Rechts.
Insbesondere Fachkräften und zivilgesellschaftlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern werden weitere Informationen und Unterstützung auch über das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz angeboten.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
Das rheinland-pfälzische Aussteigerprogramm (R)AUSwege und die Elterninitiative gegen Rechts, aus deren praktischer Arbeit und gemeinsamer Evaluation die Projektidee entstanden ist, sind natürliche Kooperationspartner des Projektes und agieren als dessen "back office". Darüber hinaus werden die von (R)AUSwege, der Elterninitiative und dem Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus bereits entwickelten Kooperationsstrukturen für das Projekt genutzt. Besonders hervorzuheben sind dabei etwa die Kontakte zur örtlichen Jugendhilfe und zu örtlichen Initiativen gegen Rechtsextremismus sowie zu den entsprechenden Projekten außerhalb von Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige Kooperationspartner sind u. a. auch jugendschutz.net, der Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz sowie die Landeszentrale für politische Bildung in Rheinland-Pfalz.
Die Ansiedlung des Projektes beim Landesjugendamt ermöglicht den Anschluss an bereits bestehende Kooperationsstrukturen auf Landesebene (mit dem Landesjugendhilfeausschuss als Kristallisationspunkt) und die Nutzung der Arbeitsbeziehungen, die das Landesjugendamt zu den 41 Jugendämtern in Rheinland-Pfalz sowie zu Einrichtungen und Diensten freier Träger auf örtlicher Ebene unterhält.
Die Kontakte des Landesjugendamtes zu den oberen Jugendbehörden anderer Länder werden zur Vermittlung von Hilfeangeboten für junge Menschen bzw. Beratungsangeboten für Eltern, die nicht aus Rheinland-Pfalz kommen, genutzt.
Das Projekt ist als Teil des Landesjugendamtes organisatorisch dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen nachgeordnet. Es untersteht fachlich dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Die Verbindung zu den entsprechenden Ressorts kann insofern auch für das Projekt genutzt werden. Auf Landesebene ist das Projekt in das breite Aktionsspektrum einer interministeriellen Kooperation gegen den Rechtsextremismus eingebunden. Die Präventionsagentur gegen Rechtsextremismus, mit der das Projekt auf Landesebene zusammenarbeitet, ist Basis für die fallübergreifende Kooperationen u. a. mit Schule, Polizei, Justiz und Einrichtungen der politischen Bildung. Diese Kooperationsstrukturen werden auch für die Vernetzung mit den Internetangeboten der genannten Institutionen genutzt.
Erwartete Ergebnisse:
Es zeigen sich Synergieeffekte, die den Kooperationspartnern eine win-win-Situation ermöglichen. So wurde in gemeinsamer Arbeit bereits eine Multiplikatoren-CD entwickelt, die von 'Komplex' - Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern mitgestaltet wurde.
Erwartet wird weiterhin eine aktive Mitgestaltung der Internetplattform 'Komplex' durch die Jugendredaktion. Die jungen Redakteurinnen und Redakteure sollen dabei auch als Mittlerinnen und Mittler zwischen 'Komplex' und den Jugendlichen fungieren. Die Art und Weise der Themenauswahl, die Darstellungs- und Sichtweisen der jungen Menschen, ihre Ausdrucksweise und ihre Zugänge zur Zielgruppe werden die Plattform sowohl inhaltlich als auch mit erhöhten Zugriffszahlen bereichern.
Durch eine höhere Aktualität und zielgruppengerechte Sprache und Themengestaltung wird die Zahl der registrierten User steigen. Der Bekanntheitsgrad der Plattform erhöht sich.
Komplex etabliert sich als Gegenangebot im Internet zu den Web-Angeboten von rechtsextremen Gruppen und bindet somit auch schwierigere Zielgruppen ein.