
Rheine
| Kontaktdaten: Jugend- und Familiendienst e. V. (jfd) Wadelheimer Chaussee 195 48432 Rheine Tel: 05971-914480 Email: www.jfd-rheine.de www.medeto.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Rheine Bundesland: Nordrhein-Westfalen weitere Länder: - Förderzeitraum: 09/2007-08/2010 |
Themencluster:
Früh ansetzende Prävention
Unterthema:
Entwicklung und Erprobung von spezifischen Aus- und Fortbildungskonzepten für Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer
Hauptzielgruppe:
Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen
Leitziele:
Das Modellprojekt zielt auf eine Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Offenen Ganztagsgrundschulen (OGGS) im Bereich der Frühprävention von Gewalt und fremdenfeindlich geprägten Vorurteilen ab. Hierzu wurde die Bedarfslage an den OGGS per empirischer Erhebung eruiert. Darüber hinaus werden bisherige Konzepte der Frühprävention ausgewertet und auf ihren praktischen Nutzen für die Rahmenbedingungen der OGGS hin überprüft. Auf dieser Grundlage wird ein Curriculum für die Zielgruppe der Erzieherinnen und Erzieher entwickelt, welches auf andere Offene Ganztagsgrundschulen, aber auch auf Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit regional und überregional übertragen werden soll.
Handlungskonzept:
Für die Fähigkeit, andere, abweichende Meinungen als gleichberechtigt anzusehen oder Menschen mit anderen Lebensgewohnheiten und kulturellen Ursprüngen als gleichwertige Individuen wahrzunehmen, ist der Verlauf der frühkindlichen Sozialisation von hoher Relevanz. Im Rahmen der Grundschulen sind Kinder, anders als auf allen weiterführenden Schulen, aus allen sozialen Schichten und kulturellen Zusammenhängen gemeinsam in einem Klassenverband eingebunden. Hieraus können sich unterschiedliche Vorstellungen von Kommunikation, Sozialverhalten und Konfliktlösung ergeben, die den befriedeten Schulalltag stören (können) und die pädagogische Arbeit erschweren. Insbesondere im Bereich Konflikt- und Deeskalationsmanagement äußern die Erzieherinnen Handlungsbedarf, um adäquat in Konfliktsituationen agieren und reagieren zu können. Die konkrete Bedarfslage wurde im Kontext einer umfassenden Schulbefragung auf lokaler und regionaler Ebene ermittelt, die zudem den Status Quo der OGGS durch das Meinungsbild aller Beteiligten (Kinder, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher) transparent macht. Gleichzeitig wurden parallel zwei berufsbegleitende Ausbildungslehrgänge im Bereich Deeskalation von Gewalt in Kooperation mit Bildungsanbietern angeboten. Die Ergebnisse der o. g. Befragung und die Evaluation der Ausbildungslehrgänge sollen in die Entwicklung eines eigenen Curriculums fließen. Zu diesem Zweck werden zusätzlich bereits bestehende Module und Weiterbildungscurricula ausgewertet und hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit für die OGGS überprüft. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OGGS sollen dahingehend qualifiziert werden, dass sie die Frustrationstoleranz und die Kompetenz zur friedlichen Konfliktlösung seitens der Kinder stärken und die Empathiefähigkeit fördern können. Gerade diese Fähigkeiten sind für ein friedliches und respektvolles Miteinander von entscheidender Bedeutung. Sie stellen ein wichtiges Fundament dar, um Xenophobie frühzeitig entgegenzusteuern, weshalb die Mitarbeiterqualifizierung hier ansetzt.
Das Curriculum und die Weiterbildungsmodule sollen flexibel auf die jeweiligen Bedarfslagen angewendet werden können, da die ersten Erfahrungen mit Weiterbildungsveranstaltungen zeigen, dass neben den OGGS auch Projekte und Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit Qualifizierungsbedarf im Bereich der Frühprävention äußern.
Medeto verfügt mittlerweile über einen Trainingspool aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die eine einjährige berufsbegleitende Ausbildung zur Deeskalationstrainerin bzw. zum Deeskalationstrainer mit dem Zertifikat der Gewalt Akademie Villigst abgeschlossen haben. An ausgewählten Schulen werden derzeit Deeskalationstrainings mit Kindern im gesamten Schuljahr durchgeführt, um Trainingsmodule zu erproben. Ein spezielles Weiterbildungsangebot für pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist bereits geplant und wird derzeit konkretisiert. Medeto erstellt in den kommenden Monaten ein Arbeitshandbuch, das praxisorientierte Übungen zu Themen wie Mobbing oder Gewalt enthalten wird und über theoretische Zusammenhänge der Gewaltprävention informiert. Das Arbeitshandbuch soll allen Schulen zur Verfügung gestellt werden, um selbständig Trainings durchführen zu können.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Die FH Münster wirkt bei der Auswertung bisheriger Konzepte der Frühprävention mit, begleitet eine studentische Projektgruppe und berät bei der Curriculumsentwicklung.
· Die Stadt Rheine hilft als kommunale Behörde u. a. bei der Gründung eines kommunalen Frühpräventionsnetzwerks.
· Die Gewaltakademie Villigst fungiert als Kooperationspartner im Rahmen der Weiterbildungsveranstaltungen im Themenfeld Deeskalation
· Aric-NRW fungiert als Kooperationspartner im Rahmen der Weiterbildungsveranstaltungen im Themenfeld Deeskalation.
Erwartete Ergebnisse:
Mit dem Projekt soll ein wissenschaftlich fundiertes Konzept im Bereich der Frühprävention für Offene Ganztagsgrundschulen entwickelt werden. Dies soll sich aus einzelnen Modulen zusammensetzen und flexibel in unterschiedlichen Problemsituationen anwendbar sein. Nach dem Auslaufen der Förderungsdauer soll das Frühpräventionskonzept über Fortbildungsveranstaltungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des jfd an anderen Grundschulen des offenen Ganztags, aber auch an anderen Schulformen umgesetzt werden. Zu dem Curriculum wird ein Arbeitshandbuch erscheinen.