Duisburg

Ideenführer Europa: Reise nach Jerusalem, Athen, Rom und Paris

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Peter Krumpholz

Kontaktdaten:
Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e. V.
an der Universität Duisburg-Essen
Heinrich-Lersch-Str. 15
47057 Duisburg
Tel: 0203-28099-20
Email:
www.uni-due.de/
risp
www.risp-duisburg.de/
abtpro/
mikom/
index.htm
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Duisburg und Umgebung
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 09/2007-12/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen

Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Leitziel des Modellprojekts ist die Entwicklung eines kulturreligiösen, empirisch gestützten Bildungs- und Begegnungskonzeptes auf der theoretischen Grundlage der Religionspolitologie. Diese greift Ansätze der interkulturellen Pädagogik auf und verknüpft sie didaktisch mit denen des interreligiösen Lernens.
Das Konzept wird gemeinsam mit Jugendlichen und Lehrkräften entwickelt, erprobt und durch pädagogische Multiplikatorenfortbildungen sowie Arbeitsmaterialien verbreitet. Die Arbeitsblätter werden so gestaltet, dass der IDEENFÜHRER EUROPA ohne zusätzliche Vorbereitungszeit von pädagogischen Kräften in der schulischen und außerschulischen Jugendbildung eingesetzt werden kann.
Das entwickelte Konzept soll religiöse wie religionskritisch eingestellte Jugendliche anregen, sich sowohl über die Vor- und Nachteile verschiedener Glaubensformen als auch über die Stärken und Schwächen von säkularen Selbstdeutungen auszutauschen. Unabhängig von Herkunft, Staatsan- und Religionszugehörigkeit wird auf kognitiv und emotional abwechslungsreiche Art und Weise Gelegenheit geboten, sich zunächst untereinander und anschließend mit lokalen Persönlichkeiten aus Religion, Politik, Kultur und Arbeitswelt über die kulturelle Bedeutung von Glaube und Säkularität für das interkulturelle und interreligiöse Mit-, Neben- oder Gegeneinander vor Ort auszutauschen.
Zur Idee Europas gehören JERUSALEM, ATHEN, ROM und PARIS. Als ideelle Orte des Glaubens, der Vernunftkultur, der Politik und der Aufklärung versinnbildlichen diese vier Städtenamen symbolisch die Spannungen zwischen religiöser, wissenschaftlicher, politischer und sozialer Lebensweise. Auf diese Weise trägt das Modellprojekt auch dazu bei, dass Jugendliche die Attraktivität und die Integrationsstärke Europas entdecken. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Selbstdeutungen und Wertorientierungen sollen Jugendliche und junge Erwachsene die Vielfalt und Spannungshaftigkeit der europäischen Prinzipien und die Werte des Grundgesetzes kennenlernen.

Handlungskonzept:
Das Modellvorhaben gliedert sich formal in drei Phasen und sieben Meilensteine:

PHASE 1: EMPIRISCH-KOOPERATIVE ENTWICKLUNG
Zum Zwecke der Gewinnung von Pädagoginnen und Pädagogen sowie von lokalen Persönlichkeiten, die Orte des Glaubens, der Kultur, Politik und Arbeit repräsentieren, wurden zunächst Expertengespräche geführt (MEILENSTEIN 1A). Um die Hauptzielgruppe von Beginn an aktiv in das Vorhaben einbinden zu können, wurden zudem narrative Interviews mit Jugendlichen realisiert. Dies geschah in Ergänzung zu der quantitativen Befragung zu ihren Weltdeutungen und Wertorientierungen, die das RISP bereits durchgeführt hatte (MEILENSTEIN 1B). Die Ergebnisse der Interviews wurden zusammen mit einem ersten Curriculum-Entwurf ausgewählten Kooperationspartnern und der lokalen Fachöffentlichkeit vorgestellt und mit ihnen erörtert (MEILENSTEIN 1C).

PHASE 2: CURRICULUMENTWICKLUNG UND ERPROBUNG DES VORHABENS
Auf der Grundlage der Experteninterviews, der quantitativen Befragung und der narrativen Interviews mit den Jugendlichen wurde im zweiten Jahr das kulturreligiöse Bildungs- und Begegnungskonzept IDEENFÜHRER EUROPA entwickelt (MEILENSTEIN 2) und mit Jugendlichen und Lehrkräften erprobt und überarbeitet (MEILENSTEIN 3).

PHASE 3: REGIONALE IMPLEMENTIERUNG UND ÜBERTRAGUNG DES VORHABENS
Das letzte Jahr dient der regionalen Umsetzung des Vorhabens, der Herstellung der Serienreife und der Vorbereitung der Weiterführung des Projektvorhabens über die Förderlaufzeit hinaus. Zu diesen Zwecken werden Fortbildungen mit Pädagoginnen und Pädagogen durchgeführt (Meilenstein 4), die bei ihrer ersten Durchführung der Maßnahme mit Jugendlichen begleitet und supervisiert werden (Meilenstein 5). Schließlich wird das Konzept IDEENFÜHRER EUROPA weiteren Bildungs- und Begegnungsstätten angeboten (Meilenstein 6) und mit pädagogischer Anleitung schriftlich dokumentiert und publiziert (Meilenstein 7).

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Stadt Duisburg: Volkshochschule, Internationales Zentrum, Integrationsbüro, Amt für Europaangelegenheiten und Europe Direct; Ditib Bildungs- und Begegnungsstätte Duisburg Marxloh, Elly-Heuss-Knapp Gymnasium Duisburg-Marxloh, Gesamtschule Duisburg-Meiderich

Stadt Mülheim an der Ruhr: Amt 16 Internationale Beziehungen, Jugendstadtrat, Städtepartnerschaften, Integrationsrat, Gustav-Heinmann Gesamtschule

Hinzu kommen Lehrkräfte, Dozentinnen und Dozenten, Theologinnen und Theologen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bereich der schulischen wie außerschulischen Jugendbildung. Zudem wurden lokale Persönlichkeiten gewonnen, die Orte des Glaubens, der Kultur, Politik und Arbeit in Duisburg und Umgebung repräsentieren und die mit den Jugendlichen auf Exkursionen über die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Glaubensformen und säkularer Wertorientierungen diskutieren.

Erwartete Ergebnisse:
1. Erstellung von kulturreligiösen Fragebögen und Gesprächsleitfäden
2. Empirische Befunde zur kulturellen Bedeutung von Glaubensformen und säkularen Weltdeutungen und Wertorientierungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
3. Erstmalige Entwicklung eines kulturreligiösen Bildungs- und Begegnungskonzepts IDEENFÜHRER EUROPA für die schulische und außerschulische Jugendbildung
4. Erprobung des Konzepts mit Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren
5. Erstellung eines kulturreligiösen Fortbildungskonzepts für Lehrkräfte (der Fächergruppe Sozialwissenschaften, ev./kath. Religion, Islamkunde bzw. Islamische Unterweisung, Geschichte, Philosophie und Politik, Sek. II) und für Dozentinnen und Dozenten, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die im außerschulischen Jugendbildungsbereich tätig sind.
6. Dokumentation und Publikation des kulturreligiösen Bildungs- und Begegnungskonzepts IDEENFÜHRER EUROPA mit pädagogischer Anleitung einschließlich Arbeitsmaterialien, Arbeitsblätter, Diaschau und Hintergrundinformationen
7. Gewinnung von weiteren Trägern zur Verbreitung des Konzepts

Der Ideenführer Europa eignet sich für die Klassen 11 bis 13 der Fächer Sozialwissenschaften, ev./kath. Religion, Islamische Unterweisung / Islamkunde, Politik, Philosophie und Geschichte sowohl für den Schulunterricht (Unterrichtsstunden, Projektwochen, Arbeitsgruppen) als auch für die außerschulische Jugendbildungsarbeit. Weder seitens der Teilnehmenden noch seitens der pädagogischen Begleitung sind besondere Vorkenntnisse erforderlich.

Auf Anfrage werden interessierten Bildungsträgern, Begegnungsstätten, Lehrkräften, Pädagoginnen und Pädagogen gerne nähere Auskünfte gegeben und das Bildungs- und Begegnungskonzept einschließlich Arbeitsmaterialien, Arbeitsblättern, Diaschau und Hintergrundinformationen zur Verfügung gestellt.




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