Braunschweig

Kompetente Konzepte für Demokratie und Toleranz

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Reinhard Koch

Kontaktdaten:
Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Ost gGmbH, c/o ARUG
Bohlweg 55
38100 Braunschweig
Tel: 0531-1233642
Email:
www.arug.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Niedersachsen
Bundesland: Niedersachsen
weitere Länder: Angrenzende Bundesländer
Förderzeitraum: 01/2007-12/2010

Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen

Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen

Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Projektziel ist die Entwicklung, Erprobung, Implementierung und Verstetigung konzeptionell neuer Ansätze für die Arbeit mit der Zielgruppe sowie die entsprechende Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Dabei sollen Kriterien für die Aktivierung institutionell und lebensweltlich differenzierter Zugänge entwickelt und Anforderungsprofile an pädagogische, politische oder polizeiliche Ansätze definiert werden.
Diese sollen in Form bestehender bzw. zu konzipierender und erprobter "good-practice"- Beispiele dokumentiert werden, die dafür von Expertinnen und Experten auf einen wissenschaftlichen und praxisorientierten "Prüfstand" gestellt werden.

Handlungskonzept:
Im Rahmen der methodischen Erprobung und der Qualifizierungsmaßnahmen haben im Rahmen des Gesamtprojekts u. a. folgende Aktivitäten stattgefunden: Einrichtung von Expertenpools in den Bereichen pädagogische, politische und polizeiliche Ansätze; Bestandsaufnahme und "Prüfung" der Standards bestehender Angebote; Entwicklung von Anforderungsprofilen; Durchführung von Fachtreffen; Bereitstellung und Entwicklung beteiligungsorientierter Bildungsangebote; Fortbildungen u. a. zur Methodenkompetenz für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren; Module zur Peer-Education.

Der Hauptschwerpunkt der Arbeit im Rahmen des Modellprojektes der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) aus Braunschweig liegt in der letzten Projektphase in der Dokumentation der Arbeitsergebnisse, der Veröffentlichung und Verstetigung der Konzepte.
Insgesamt werden ca. 15 Veröffentlichungen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung entstehen, die durch ein Redaktionsteam erstellt und ausgewählt werden.
Die Konzepte sollen in kleiner Auflage als Printversion vertrieben und zusätzlich auf eine extra dafür zu produzierende Projekthomepage eingestellt werden (PDF), die zusätzlich Aktualisierungen, Ergänzungen, Kritik, Erfahrungsberichte und ein Forum für Nutzerinnen und Nutzer zur Verfügung stellt.
Gleichzeitig wird die Implementierung der Materialien in eine institutionelle Praxis (z. B. Organisationen Bündischer Jugend, Ausbildung von Peers, jugendverbandliche Ausbildung, Multiplikatorenausbildung, Hochschulveranstaltungen, Unterrichtsmodule an (Förder-)Schulen, Praxis politischer Bildung mit Teilnehmenden aus bildungsfernen Milieus etc.) begleitet und mit personellen Ressourcen des Projektes unterstützt.

Ein Großteil der Informationen, Arbeitshilfen und Fortbildungsmodule wird bundesweit über Fachtagungen, Präventionstage, Messen und Workshopangebote verbreitet. Teilprodukte nehmen zudem an Wettbewerben, Ausschreibungen und Preisverleihungen teil, um eine entsprechende Verbreitung zu unterfüttern.
Alle Projektergebnisse werden auf einer eigenen Fachtagung des Projektes dokumentiert und in Form von Workshops der interessierten Fachöffentlichkeit präsentiert.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
AG Bergen-Belsen e. V., Aussteigerhilfe Rechts Niedersachsen, Arpos Institut Hannover, Clearingstelle Rechtsextremismus, DGB-Jugend Niedersachsen, LidiceHaus Bremen, Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen (JANUN e. V.), Landesamt für Verfassungsschutz, Landesjugendamt, Landesjugendring, Landeskriminalamt (LKA) und Landespräventionsrat Niedersachsen, Landesstelle Jugendschutz, Ministerium für Justiz, Naturfreundejugend Niedersachsen, Niedersächsisches Kultusministerium, SJD- Die Falken, Sportjugend Niedersachsen, Evangelische Landeskirche Hannover, Deutsches Jugendherbergswerk Niedersachsen, Niedersächsisches Innenministerium, Niedersächsische Extremismus Informationsstelle (NEIS)

Außerdem sind fast sämtliche Partner des Beratungsnetzwerkes Niedersachsen sowie die Universität Hannover und die Fachhochschule Hildesheim über die Vergabe von Lehraufträgen in das Projekt integriert.

Erwartete Ergebnisse:
Projektergebnisse sind u. a. die Benennung von Expertinnen und Experten zu den Bereichen partizipative Anerkennungspädagogik, akzeptierende Jugendarbeit, historische Bildung, konfrontative Arbeit, Anti-Gewalt-Arbeit, Ausstiegshilfen, Peer-Education, Anti-Rassismus, geschlechtsreflektierende Arbeit, Jugendberatung, aufsuchende Sozialarbeit und politische Bildungsmaßnahmen sowie die Bildung eines Expertenpools zu Ansätzen der Polizei und Justiz. Es haben zahlreiche Qualifizierungsmodule für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Maßnahmen mit der Hauptzielgruppe und Lehrveranstaltungen im universitären Bereich stattgefunden.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist die Erstellung von umfangreichen Informationsmaterialien zu rechtsextremistischen Aktivitäten, u. a. in Bezug auf Rekrutierungsversuche von rechtsaffinen Jugendlichen, Erziehungs- und Kaderorganisationen zur Jugenderziehung, Erziehungs- und Schulungsmaterialien, Kampagnen der extremen Rechten sowie Lagebildanalysen.
Dies umfasst weiterhin Erfahrungsberichte, Projektdokumentationen, konzeptionelle Empfehlungen und spezifische pädagogische Ansätze zur Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen (historische Erinnerungsarbeit, beteiligungsorientierte politische Bildung, aufsuchende Sozialarbeit, Konzepte zur peer education, Unterrichtsmodelle für Förderschulen, Arbeitsmaterialien für Kirche und Religionsunterricht, Serviceportal Sport, Theaterpädagogik, Kinder- und Jugendliteratur, Gefährderansprachen durch Polizei, Ausbildungskonzept für Toleranzlotsen und Materialien zur Umsetzung der Anti-Diskriminierungs-Leitlinien in Jugendeinrichtungen.
Alle Materialien präsentieren sich in der Form idealtypischer Standards in Kombination mit gelungener Praxisdokumentation, werden auf der Projekthomepage dokumentiert und auf einer Abschlusstagung der Fachöffentlichkeit vorgestellt.




Modellprojekte
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