| Kontaktdaten: Kinder KINDER e. V. Theodor Körner Str. 8 29451 Dannenberg Tel: 05841-973892 Email: www.kinderkinderev.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Lüchow und Dannenberg Bundesland: Niedersachsen weitere Länder: - Förderzeitraum: 11/2007-10/2010 |
Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft
Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen
Hauptzielgruppe:
Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen
Leitziele:
Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist ein dünnbesiedelter und strukturschwacher Flächenlandkreis. Viele der hier lebenden Migrantinnen und Migranten haben einen bis zu 20 Jahre währenden unsicheren Aufenthaltsstatus und geringe Integrationschancen. Es gibt kaum Erfahrungen mit erfolgreicher Integrationsarbeit, keine Integrationsberatung sowie Migrantenvertretungen und Migrantenselbstorganisationen.
Die Gründung des Interkulturellen Forums (IKF) unter dem Motto: "Verschiedenheit anerkennen, Gemeinschaft kultivieren" dient dem Ziel der Eröffnung eines interkulturellen und interreligiösen Dialogs sowie der Vernetzung interkultureller Arbeit.
Das Forum bietet eine Plattform für einen lebendigen Austausch und ein besseres Verständnis zwischen den Kulturen und zielt auf die Steigerung der Lebensqualität der Menschen vor Ort. Dies soll durch die erweiterte Nutzung vorhandener persönlicher Ressourcen und Potenziale, die Verbesserung der Integrationschancen (sprachliche, schulische, berufliche und soziale) sowie durch eine umfangreiche Netzwerk- und Gremienarbeit erreicht werden.
Handlungskonzept:
Leitgedanken:
Für ein gelingendes Zusammenleben braucht es konkrete Informationen übereinander, Klarheit über gemeinsame Anliegen und kulturelle Unterschiede sowie viele Anlässe und Möglichkeiten gemeinsamen Handelns. "Nur wer in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilhat, kann wirklich Teil dieser Gesellschaft werden", heißt es in der Broschüre zur interkulturellen Woche 2007. Ein Gefühl der Zugehörigkeit und der Beteiligung können Menschen jedoch nur entwickeln, wenn sie sich anerkannt und akzeptiert fühlen. Das beginnt bereits bei den Kleinsten im Kindergarten und wird umso wichtiger für die Heranwachsenden und Erwachsenen. Und es gelingt auch nur dann, wenn sie sich als Personen mit ihrem Können und ihrer Kultur in einen gleichberechtigten und vertrauensvollen Rahmen einbringen können und in unserer Gesellschaft gebraucht werden.
Zwar ist die Anzahl der ausländischen Bürgerinnen und Bürger in Lüchow-Dannenberg relativ gering, doch werden auch hier immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund geboren. Pädagoginnen, Pädagogen und Eltern stehen Anforderungen gegenüber, für deren Bewältigung sie Informationen und Unterstützung benötigen. Der Kinder KINDER e. V. arbeitet seit vielen Jahren mit Flüchtlingskindern und deren Familien und hat erkannt, dass es für eine gelingende Integration einer ganzheitlichen Stärkung und Förderung und eines umfassenderen Engagements bedarf.
Entsprechende Strukturen zu initiieren und Vernetzungsarbeit zu leisten ist ein Anliegen des Interkulturellen Forums.
Umsetzung:
Hauptziel ist der Aufbau interkultureller Arbeit im Landkreis, insbesondere in den Kleinstädten Lüchow und Dannenberg. Über das Forum sollen weitere Projekte angeregt, initiiert und vernetzt werden. Außerdem sollen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewonnen und noch mehr Migrantinnen und Migranten in den interkulturellen Dialog und in die Vernetzungs- und Gremienarbeit eingebunden werden. Die Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen und anderen Institutionen soll weiter ausgebaut und eine interkulturelle Öffnung im Landkreis erreicht werden. In den neuen Räumlichkeiten des Interkulturellen Forums werden neben den wöchentlich stattfindenden Alphabetisierungs- und Deutschkursen weitere Begegnungs-, Informations- und Bildungsveranstaltungen mit verschiedenen Kooperationspartnern durchgeführt.
Hauptziel für die Arbeit im Projektteil "Lernen mit Hand und Fuß" ist die ergänzende Sozialarbeit im interkulturellen Hort, der Aufbau einer Zirkusprojektarbeit und die Zusammenarbeit mit den Horten, Schulen und Freizeiteinrichtungen.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Die Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e. V., Kurve Wustrow hilft bei der Gewinnung von Referentinnen und Referenten zu Themen der gewaltfreien Kommunikation, Handeln gegen Rassismus, Mediation.
· Das Elternforum - mobile Familienbildung organisiert Veranstaltungen zu Themen der Erziehung und Elternbildung. Geplant ist die Kooperation und gemeinsame Organisation von Veranstaltungen.
· Die Evangelische Ehe-, Lebens- und Erziehungsberatungsstelle trägt zur Gewinnung von Referentinnen und Referenten bei.
· Mit der Trägergemeinschaft NiKo - Niedersächsisches Kooperations- und Bildungsprojekt zur Stärkung von Bildungs-, Erziehungs- und Gesundheitskompetenzen - ist die Kooperation und gemeinsame Organisation von Veranstaltungen geplant.
· Die Mehrgenerationenhäuser Lüchow und Dannenberg werden in das Projekt einbezogen.
· Der Verein der Weltbürgerinnen und -bürger wird zwecks Austausch und Kooperation einbezogen.
Erwartete Ergebnisse:
Durch die öffentlichkeitswirksame Arbeit des Interkulturellen Forums, die Kooperations-, Netzwerk- und Gremienarbeit sowie die erfolgreiche Durchführung von Informations- und Bildungsveranstaltungen erhöhen sich die Resonanz und das Interesse der Bürgerschaft für interkulturelle Themen und die Migrationsentwicklung im Landkreis.
Mit den Informationsveranstaltungen zu Schul- und Gesundheitsthemen, den Sportveranstaltungen wie Integrationsschwimmen, Reiten, Bogenschießen und den Veranstaltungen zum Interreligiösen Dialog werden viele Menschen unterschiedlicher Herkunft erreicht.
Eine stärkere Zusammenarbeit und Einbindung der Zielgruppen führt zu verbesserten Handlungsansätzen in der interkulturellen Arbeit, z. B. auf Seiten der Pädagoginnen und Pädagogen sowie Institutionen im Umgang mit Migranteneltern und -kindern und auf Seiten der Migrantinnen und Migranten in der Fähigkeit, an den pädagogischen Diskussionen teilzunehmen und sich für ihre Belange erfolgreicher einzusetzen.
Höhepunkte der Arbeit sind u. a. die jährliche Durchführung von Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Woche sowie zum Tag des Flüchtlings, die in Kooperation mit anderen Veranstaltern landkreisweit organisiert werden.