| Kontaktdaten: Netzwerk Konfliktvermittlung MV Projekt von Balance of Power e. V. Ernst-Barlach Straße 6 18055 Rostock Tel: 0381-2033601 Email: www.boprostock.de www.netzwerk-konfliktvermittlung.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Mecklenburg-Vorpommern Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern weitere Länder: - Förderzeitraum: 08/2007-07/2010 |
Themencluster:
Früh ansetzende Prävention
Unterthema:
Entwicklung und Erprobung von spezifischen Aus- und Fortbildungskonzepten für Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer
Hauptzielgruppe:
Kinder und jüngere Jugendliche
Leitziele:
Hauptziel ist die Einführung einer konstruktiven Kommunikations- bzw. Streitschlichtungskultur in den Kindergarten- und Grundschulalltag durch die Installation eines strukturierten, verbindlichen und praxisnahen Konfliktmanagementplanes. Dieser soll auf die Erlebnis- und Erfahrungsfähigkeiten sowie auf die kognitiven Fähigkeiten der Kinder, Schülerinnen und Schüler abgestimmt sein. Dieses Ziel ist sowohl auf die Kinder, Grundschülerinnen und -schüler selbst, als auch auf die sie betreuenden Personen wie Erzieherinnen und Erzieher, Hortnerinnen und Hortner sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer ausgerichtet. In Abgrenzung zur bisherigen Ausbildung von Konfliktschlichterinnen und -schlichtern und die Herausbildung von Konfliktschlichtergruppen in den Sekundarstufen I und II geht es bei Kindern, Grundschülerinnen und -schülern um die Herausbildung und Festigung von humanistischen Werten und Normen in der jeweiligen Gesamtgruppe. Die Dialektik von Individuum und Gruppe steht im Mittelpunkt.
Handlungskonzept:
Mit dem Projekt sollen Symptome gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit mit der nachwachsenden Generation vermindert werden. Kindern, Grundschülerinnen und -schülern sollen vielfältige Gelegenheiten gegeben werden, Demokratie zu erleben und durch eigenes Handeln erfahrbar zu machen.
In der Praxis werden Methoden entwickelt, um die mit der Erziehung betrauten Personen mit neuen Handlungskompetenzen in der Streitschlichtung mit Kindern sowie mit Möglichkeiten der Herausbildung emotionaler und sozialer Kompetenzen auszustatten. Alle in der Streitschlichtung an Kindergärten und Grundschule beteiligten Institutionen und Personen werden vernetzt. Ziel ist es, das Modellprojekt in Mecklenburg-Vorpommern landesweit umzusetzen und den Erfahrungsaustausch zu befördern.
Es liegt im Charakter des Projektes, dass es sich nicht nur um eine Zielgruppe handelt. Vielmehr handelt es sich um eine Zielgruppenkette von konstruktiv streiten lernenden Kindern sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (Pädagoginnen und Pädagogen, Sozialarbeiterinnen und -arbeitern, Eltern und Interessierten).
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Ministerium für Soziales und Gesundheit M-V
· Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V
· Landesamt für Gesundheit und Soziales/ Landesjugendamt M-V
· Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung M-V
· Landesinstitut für Schule und Ausbildung M-V
· Universität Rostock
· Regionalzentren Bad Doberan und Stralsund
· Konfliktvermittlertraining e. V.
· LAP Güstrow
· Jeweils zwei Schulen und Kindergärten aus jedem Schulamtsbereich
Im Fachbeirat, der sich aus Trainerinnen und Trainern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Kita und Schule zusammensetzt, werden die Qualitätsstandards für die Multiplikatorenausbildung entwickelt und das Projekt fachlich begleitet.
Seit 2010 ist das Projekt Mitglied in der Arbeitsgruppe "Demokratiepädagogik in MV". Darüber hinaus sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachgruppe Mediation in Erziehung und Bildung des Bundesverbandes Mediation e. V. zur fachlichen Unterstützung bei der Erarbeitung der Ausbildungsinhalte und der methodischen Vermittlung angesprochen worden.
Erwartete Ergebnisse:
Zur Durchführung ist ein allgemeines Interesse und Engagement Einzelner sowie ein kommunizierter Auftrag, durch die Leitung der Kindertagesstätte und Grundschule sowie an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer, Voraussetzung. Das garantiert eine Stabilität in der Weiterführung. Das Streiten lernen schafft langfristig spürbare Entlastung, sowohl für die Kinder als auch für die Pädagoginnen und Pädagogen. Somit entsteht eine hohe Motivation zur Erhaltung des Projektinhaltes. Durch die hohe Anzahl der erreichten Grundschülerinnen und -schüler wie auch Kindergartenkinder ergibt sich ein hoher Wirkungsgrad. Bei einer Aufnahme der Streitschlichtungskultur in das entsprechende Einrichtungskonzept ergibt sich die Weiterführung.
Die Arbeit wird dokumentiert, Handreichungen für Pädagoginnen und Pädagogen werden erarbeitet und zur Verfügung gestellt. Die Arbeit der regionalen Interventionsgruppen wird fortgeführt.