60528 Frankfurt am Main

Interkulturelles Konfliktmanagement im Fußball

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Eric Maas

Kontaktdaten:
Hessischer Fußball-Verband (HFV) e. V.
Otto-Fleck-Schneise 4
60528 Frankfurt a. M.
Tel: 069-677282-237
Email:
www.hfv-online.de www.hfv-online.de/
index.php?id=992
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Diverse Orte/ Städte in Hessen
Bundesland: Hessen
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 10/2007-09/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Umgang mit interethnischen Konflikten in der Einwanderungsgesellschaft

Hauptzielgruppe:
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
· Prävention und Bearbeitung von ethnisierten Konflikten im Amateur- und Jugendfußball
· Planung und Durchführung einer verbandspolitischen HFV Offensive 2007-2010
· Einarbeitung in das Thema "Rechtsextremismus im Fußball"
· Planung und Durchführung der interkulturellen/ antirassistischen Teilprojekte:
a) Teilprojekt Hessenliga
b) Teilprojekt Qualifikationen (u. a. Weiterbildung zur Fußball-Konfliktmanagerin bzw. zum Konfliktmanager)
c) Teilprojekt Schwerpunktregionen/ Vereine
d) Teilprojekt Rechtswesen
· Einbindung und Qualifizierung der in den Teilprojekten eingesetzten Honorarkräfte und Aufbau des Projektmanagements

Handlungskonzept:
Fußball begeistert und bindet Menschen unterschiedlichster kultureller Herkunft und Bildung. Er bietet ein hohes Integrationspotenzial, das aber nicht immer voll ausgeschöpft werden kann. Die Gemeinschaft wird von hoch eskalierten Konflikten (diskriminierenden Beleidigungen, Drohungen, Tätlichkeiten) gestört, die während oder im Anschluss an Spiele ausgetragen werden. Viele ehrenamtlich tätige Funktionsträger sind mit der Deeskalation der Auseinandersetzungen überfordert. In diesem Rahmen bietet das Modellprojekt Vereinen einen umfangreichen Service rund um die Themen Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung im interkulturellen Bereich an.
Auf der Basis langjähriger Erfahrung werden Verfahren und Maßnahmen entwickelt, die dazu beitragen, dem Fußballsport ein positives Image zu erhalten und
· sich für Gleichwertigkeit der Menschen im Fußballsport einzusetzen,
· gegen Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung zu agieren,
· allen Beteiligten die gleichen Chancen auf den Zugriff von Ressourcen zu ermöglichen und
· interkulturelle und interethnische Konflikte konstruktiv zu bearbeiten.

Das Konzept basiert auf einem systemischen Konfliktmanagement-Ansatz, in dessen Zentrum nicht nur die beteiligten Akteure (Funktionsträgerinnen und -träger, Spielerinnen und Spieler) stehen, sondern auch die systemgebundenen Strukturen. Daher werden sowohl personenorientierte als auch kontextsteuernde Maßnahmen durchgeführt. Alle Teilprojekte wurden von Beginn an in Kooperation mit Fußball-Funktionsträgerinnen und -trägern, u. a. Personen mit Migrationshintergrund, konzipiert. Die Weiterbildung zur Fußball-Konfliktmanagerin bzw. zum Konfliktmanager erfolgt in enger Absprache mit den Kreisen und Schwerpunktregionen.

Die Suche und Auswahl der Schwerpunktregionen/ Vereine wurde vor dem Hintergrund
a) der regionalen Situation bzgl. Rassismus, Rechtsextremismus und
b) der vorhandenen (und auszubauenden) ehrenamtlichen Ressourcen
vorgenommen.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
1. Beratungsnetzwerk Hessen, hier vor allem Aussteigerprogramm IKARUS/ Landespolizeipräsidium/ Sportjugend Hessen bzgl. der Kooperation mit den Mobilen Interventionsteams im Sport gegen Rechtsextremismus
2. Fußballkreisvertreterinnen und -vertreter, die den Einsatz der regionalen Fußball-Konfliktmanagerinnen und -manager begleiten
3. Sportjugend Hessen bzgl. HFV-verbandspolitischer Offensive gegen Rassismus und Rechtsextremismus
4. Sicherheitspersonal (ehrenamtliche und gewerbliche Ordner), vor allem im Teilprojekt "Hessenliga/ Fanausschreitungen"
5. Koordinationsstelle Fan-Projekte und Projekt "Am Ball bleiben" (Projekt der Deutschen Sportjugend und des DFB gegen Rassismus im Fußball - 2007-2009): Entwicklung gemeinsamer sportpolitischer Strategien und Veranstaltungen
6. Goldstein-Projekt (Frankfurt): stadtteilorientierte Netzwerkarbeit im Verbund mit Sportvereinen (2007 bis 2009)
7. DFB bzgl. Umsetzung der durch die Task Force initiierten Projekte (z. B. Meldesystem für rassistische Vorfälle)

Erwartete Ergebnisse:
1. Durch die Arbeit in ausgewählten Schwerpunktregionen und Vereinen soll eine Übertragbarkeit auf vergleichbare Regionen/ Vereine in Hessen und möglichst auch bundesweit ermöglicht werden.
2. Rassismus, Rechtsextremismus im und um den Fußball(verein) soll markiert und mit anerkannten Instrumenten anfechtbar gemacht werden.
3. Durch die Weiterbildung zur interkulturellen Fußball-Konfliktmanagerin bzw. zum interkulturellen Konfliktmanager sollen vor allem die problematischen Kreise dauerhaft qualifizierte Ansprechpersonen erhalten, die vor Ort - auch nach Abschluss des Projektes - im Einsatz sind.
4. Ethnisierte Konflikte im Fußball sollen auf ihren Gehalt hin analysiert und die Konfliktparteien in einen Dialog miteinander gebracht werden.




Webbug