28359 Bremen



Interreligiöse und interkulturelle Dialoginitiativen in Deutschland: eine quantitative und qualitative Vernetzungsarbeit

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gritt Klinkhammer, Tina Seibert

Kontaktdaten:
Universität Bremen
Institut für Religionswissenschaft/ -pädagogik
Badgasteiner Straße 1, Sportturm
28359 Bremen
Tel: 0421-218-67927
Email:
www.dialogos-projekt.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: bundesweit
Bundesland: Bremen
weitere Länder: bundesweit
Förderzeitraum: 05/2008 – 12/2010

Themencluster:
Präventions- und Bildungsangebote für die Einwanderungsgesellschaft

Unterthema:
Interkulturelles und interreligiöses Lernen

Hauptzielgruppe:
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Förderung der Toleranz und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens und kulturellen Hintergrunds durch die Evaluierung und Entwicklung von Standards für erfolgreiche Dialogarbeit sowie die Unterstützung der gegenseitigen Vernetzung
2. Verbesserung des Hintergrundwissens über Entstehung, Verbreitung, Motive und Zielsetzungen von interkulturellen und interreligiösen Dialogaktivitäten
3. Beleuchtung der Interaktionsweisen und Wirkmechanismen in interreligiösen und interkulturellen Dialogen
4. Empirisch fundierte Annäherung an die Frage, ob und inwiefern interreligiöse und -kulturelle Dialoge zum Abbau von Vorurteilen und Konflikten wie auch zur Integration (auch im Sinne von Verbesserung der Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Lebensumstände) der Musliminnen und Muslime in Deutschland beitragen (können)

Handlungskonzept:
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse zu Motivationen, subjektiven Zielen und Konzeptionen der Dialogarbeit (vgl. Klinkhammer/ Satilmis 2008) wird nun eine umfassende Weiterentwicklung und Vertiefung über die Erhebung und Auswertung objektiver und quantitativer Daten angestrebt. Zu diesem Zweck soll zunächst geklärt werden, welche und wie viele Dialoginitiativen bundesweit existieren und wie und zu welchen Themen sie arbeiten. Mit dem Aufbau einer interaktiven Internetdatenbank, die Kontaktdaten, Informationen zu Arbeitsweisen, beteiligten Religionsgemeinschaften, Zielgruppen, Teilnahmeregelungen und Veranstaltungshinweise beinhaltet, soll Dialoginitiativen und Interessierten ein besserer Überblick vermittelt und der Informations- und Erfahrungsaustausch erleichtert werden.

Die Evaluierung der Dialogpraktiken zielt insbesondere auf Kommunikations- und Konfliktbearbeitungsstrategien, wodurch Standards für Dialoginitiativen herausgefiltert und Empfehlungen weitergereicht werden können. Unterschiedliche strukturelle und interaktive Funktionsweisen von Dialogveranstaltungen bzw. -initiativen werden mit den Methoden der soziologischen Diskursanalyse sowie teilstandardisierten Befragungen auf Organisations- und Individualebene erforscht. Die am Dialog Beteiligten werden in den Prozess der Erhebung und Auswertung über Befragung wie auch über die Diskussion der Zwischenergebnisse sowie bei Abschluss des Projekts einbezogen.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Beteiligung des Lehrstuhls für interkulturelle Bildung an der Universität Bremen an der Diskussion der Projektanlagen und Ergebnisse. Zudem ist eine Kooperation mit dem Maecenata Institut, das eine erste kleinere Erhebung zu Trialoginitiativen in Deutschland durchgeführt hat, bei fortgeschrittener Projektarbeit avisiert. Das Bundesministerium des Innern beteiligt sich als Drittmittelgeber am Projekt.

Erwartete Ergebnisse:
1. Mit der umfassenden Erfassung der bundesdeutschen Dialoglandschaft und der Erhebung objektiver Daten der Dialogkommunikation und -wirkung liegt erstmals eine wissenschaftlich belastbare Forschung und Analyse des Feldes vor, die Kriterien für ein gutes Gelingen von Dialogbemühungen benennen kann. Hierzu wird sowohl eine Abschlusstagungspublikation durchgeführt als auch eine Abschlussberichtsmonographie erstellt.
2. Die Evaluations- und Erhebungsergebnisse sollen im Rahmen eines Folgeprojekts die Grundlage für die Konzeption eines Trainings für interkulturellen und interreligiösen Dialog bilden.
3. Auch über den Projektzeitraum hinaus wird die interaktive Datenbank als Möglichkeit zum Informationsaustausch und zur Vernetzung von Dialogprojekten weitergeführt. Die Betreuung erfolgt im Rahmen von Lehrforschungsprojekten und durch studentische Hilfskräfte.