14467 Potsdam



kunst - raum - erinnerung

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Bernd Mones, Mirko Wetzel

Kontaktdaten:
Bildungsverbund für die internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen
c/o Landesjugendring Brandenburg
Breite Str. 7a
14467 Potsdam
Tel: 0331-6207532 bzw. 0176-80016615
Email:
Email 2:
www.bildungsverbund.net
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Oranienburg; Oswiecim (Pl)
Bundesland: Brandenburg
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 09/2007-08/2010

Themencluster:
Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemitismus

Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Bildungsarbeit zum Holocaust

Hauptzielgruppe:
Junge Menschen in strukturschwachen Regionen und Kommunen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Ziel des Modellprojektes ist es, an den Jugendbegegnungsstätten Auschwitz und Sachsenhausen Erweiterungen der etablierten Zugänge historisch-politischer Bildung durch kulturpädagogische Ansätze und zeitgenössische künstlerische Herangehensweisen zu entwickeln und zu erproben. Ausgangspunkt dafür ist die Begebenheit, dass Zeitzeugengespräche, die einer der zentralen Bezugspunkte für die pädagogische Arbeit an KZ-Gedenkstätten sind, in Zukunft immer seltener möglich sein werden. Die pädagogische Arbeit in Gedenkstätten befindet sich also im Prozess der Neuorientierung, die vor allem deshalb als dringlich wahrgenommen wird, weil die persönlichen Begegnungen mit Überlebenden dafür stehen, den Jugendlichen einen persönlichen Zugang zur Geschichte zu ermöglichen. Diese Erfahrung bildet den Hintergrund der Praxisentwicklung.

Kulturpädagogische Arbeitsweisen und zeitgenössische künstlerische Strategien haben sich darin bewährt, individuelle Zugänge zu einem Thema zu öffnen. In künstlerischen und kunstpädagogischen Arbeitsprozessen können Jugendliche ihre alltäglichen Erfahrungen, Sehgewohnheiten und Ausdrucksformen einbringen und einen persönlichen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus/ Holocaust entwickeln. Dabei wird vor allem von solchen künstlerischen Ansätzen ausgegangen, die auf Beteiligung angelegt sind, Kunst als Handlungsform und als besondere Art der Kommunikation begreifen und die vor allem im Prozess und nicht allein im Resultat sichtbar und bewusst wird.

Handlungskonzept:
Das Modellprojekt will Jugendliche an künstlerischen Prozessen aktiv beteiligen. Des Weiteren soll die kritische Auseinandersetzung mit dokumentarischen Medien und Kunstwerken für die Bildungsarbeit in den Jugendbegegnungsstätten gefördert werden.

Im Modellprojekt werden konkret folgende Vorhaben gestartet:
· Materialsammlung: Erfassung und Ergänzung der in den Gedenkstätten vorhandenen und eventuell bereits in der pädagogischen Arbeit eingesetzten Primär- und Sekundärquellen, insbesondere verschiedenste künstlerische Bearbeitungen des Themas, aufgezeichnete Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, Sekundärmaterial über Kunst in Gedenkstätten, zeitgenössische Kunst zu Nationalsozialismus und Holocaust, Dokumentationen bereits durchgeführter Projekte.
· Beobachtung von Zeitzeugengesprächen. Erhebung von Erwartungen der Gruppenleiterinnen und -leiter, der Jugendlichen sowie zur Erfüllung bzw. Nichterfüllung dieser Erwartungen.
· Durchführung von künstlerischen Projekten und Workshops mit Jugendlichen in beiden Jugendbegegnungsstätten.
· Auswertung der Projekte durch teilnehmende Beobachtung, Fragebogenerhebungen, Gespräche mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Gruppenleiterinnen und -leitern sowie "dichte Beschreibung" der Erfahrungen. Theoretisierung dieser Erfahrung unter dem Aspekt der Entwicklung von Formaten für die Vermittlungsarbeit in den Gedenkstätten
· Sicherung der Nachhaltigkeit durch den Transfer von gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen auch in eine weiter gefasste Fachöffentlichkeit, unter anderem durch die Entwicklung von Fortbildungsangeboten und Erarbeitung einer vielstimmigen Dokumentation.
Konkrete Beispielvorhaben können beim Träger erfragt werden.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.
· Internationale Jugendbegegnungsstätte Auschwitz
· Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Gedenkstätte Sachsenhausen
· Deutsches Jugendherbergswerk/ Landesverband Berlin-Brandenburg

Anbindung an Mitglieder des Bildungsverbundes:
· Landesjugendring (LJR) Brandenburg und LJR Berlin
· RAA Brandenburg
· Jugendbildungsstätten und Jugendkunstschulen in Brandenburg

Darüber hinaus:
· Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
· Amt für kirchliche Dienste (AKD)
· Museum des Warschauer Aufstands/ Warschau

Erwartete Ergebnisse:
Zielvorstellungen und Erwartungen:
Ziel ist die Bildung eines Netzwerks von, für die Arbeit an Gedenkorten qualifizierten, Künstlerinnen und Künstlern sowie die Entwicklung und Erprobung von modellhaften Kunstprojekten für die Arbeit in den Jugendbegegnungsstätten. Die Erfahrungen sollen nachhaltig gesichert und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Verfügung gestellt werden.

Weiterführungsperspektiven:
Die Pädagoginnen und Pädagogen der IJBS Auschwitz und der Gedenkstätte Sachsenhausen haben Interesse an einer methodischen Profilierung und Qualifizierung ihrer Angebote und damit an der dauerhaften Zusammenarbeit mit qualifizierten Künstlerinnen und Künstlern zugunsten der Etablierung von Kunstworkshops als reguläres Seminarprogramm.