14482 Potsdam



Elternwege-Beratungswege

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Dirk Wilking

Kontaktdaten:
Demokratie und Integration Brandenburg e. V.
Institut demos
Benzstr. 11-12
14482 Potsdam
Tel: 0331-7406246
Email:
Email 2:
www.gemeinwesenberatung-demos.de www.gemeinwesenberatung-demos.de/
ElternwegeBeratungswege/
tabid/
913/
Default.aspx
  Durchführung:
Durchführungsort/e: beginnend im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, dann weitere Landkreise
Bundesland: Brandenburg
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 01/2007-12/2008

Themencluster:
Früh ansetzende Prävention

Unterthema:
Entwicklung und Erprobung von spezifischen Aus- und Fortbildungskonzepten für Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer

Hauptzielgruppe:
Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
In den ländlichen Regionen der neuen Bundesländer wird seit längerem eine zunehmende Verunsicherung und Überforderung von Eltern im erzieherischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen beobachtet. Vorhandene unterstützende Strukturen (z. B. Erziehungsberatungsstellen nach KJHG) arbeiten fall- und problembezogen und zeigen sich hinsichtlich des generellen Problems überfordert. Rechtsextreme Kräfte bemühen sich, Erziehungs- und Sozialisationshilfe vor Ort anzubieten, ohne ihre politischen Ziele direkt offen zu legen.
Ziel des Modellprojektes "Elternwege - Beratungswege" ist es, Modelle begleiteter Elternselbsthilfe mit werteorientiertem (demokratische Grundwerte!) systemischem Ansatz unter besonderer Berücksichtigung jeweiliger regionaler Gegebenheiten zu entwickeln und zu erproben. Ergebnis des Projektes soll der praxiserprobte Nachweis sein, dass eine von den Eltern getragene qualifizierte Selbsthilfekultur in Erziehungsfragen in ländlichen Räumen unter bestimmten Fördergesichtspunkten möglich ist.

Handlungskonzept:
Anknüpfungspunkte für dieses Elternselbsthilfeprojekt sollen vorhandene Einrichtungen sein, die Kontakt zu Eltern haben und/ oder über die Heranwachsenden den Kontakt zu Eltern finden können (z. B. Kirchengemeinden, Kindertagesstätten, Schulen, Sportvereine und Freiwillige Feuerwehr).
"Elternwege - Beratungswege" stellt somit ein für Eltern einfach zugängliches Angebot dar, das bestehende Beratungsangebote (z. B. die Erziehungs- und Familienberatung) ergänzen wird, aber auf keinen Fall ersetzen kann. Die Grundgedanken des Konzepts werden in einer Projektgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Fachbereiche und Regionen konkretisiert.
Aus der Projektgruppe heraus wurden bereits im Rahmen einer Fachtagung Handlungsstrategien für die nächsten Schritte des Modellprojektes konzipiert, konkrete Arbeitsschritte verabredet und dokumentiert. Aus grundsätzlichen Erwägungen wird sich das Projekt als "offenes System" entwickeln, sich also im Sinne seiner Intention situativ den Anforderungen und konkreten Gestaltungsmöglichkeiten anpassen.

In regionalen Arbeitsgruppen (Kompetenzpools / "in Gang Setzende") werden die bestehenden erzieherischen Herausforderungen fokussiert und Voraussetzungen für die elterliche Mitbeteiligung geklärt. Eltern können z. B. andere Eltern in schwierigen erzieherischen Situationen aufsuchen und in ihren elterlichen Kompetenzen unterstützen. Die zu erwartenden Beratungsanlässe werden dabei sehr vielfältig sein und von angefragtem Grundwissen in Erziehungsfragen und dessen Umsetzung bis hin zur Unterstützung in Erziehungskrisen reichen.
Insbesondere sollen angemessene Unterstützungsmöglichkeiten von Eltern rechtsextrem orientierter Jugendlicher entwickelt werden. Dies ist in mehreren Fällen bereits in Anspruch genommen worden!

Zusätzlich zu den unmittelbaren Kontakten in die Regionen werden gegenwärtig folgende Unterstützungsangebote für Eltern angedacht bzw. sind in Vorbereitung:
· Ein "Leitfaden für Elternselbsthilfe im ländlichen Raum" soll erarbeitet und mit der gewonnenen Praxiserfahrung kontinuierlich weiterentwickelt werden.
· Eine Homepage soll entwickelt werden. Dort können sich Eltern in erzieherischen Fragen anregen lassen und/ oder in einem virtuellen Elternforum mit anderen Eltern austauschen.
· Eine leicht lesbare, regelmäßig erscheinende Elternzeitung soll hinsichtlich ihrer Machbarkeit geprüft und Kooperationsmöglichkeiten mit regionalen Zeitungen gesucht werden.
· Im Sinne einer präventiven Handlungsstrategie soll langfristig ein kompaktes niederschwelliges Familientrainingsprogramm (z. B. als sozialpädagogisch/ psychologisch begleiteter Familienurlaub) für besonders problembelastete Familien entwickelt werden.
· Vorstellung des Projektes und der Kontakte, Kooperation und Akquise für die fehlenden Mittel.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Die Mobilen Beratungsteams des Institutes
· RAA Brandenburg
· Aktionsbündnis des Landes
· Geschäftsstelle des "Toleranten Brandenburg" (Landesregierung)
· Jugendämter der Landkreise
· einzelne lokale und regionale Träger der Kinder- und Jugendhilfe
· zivilgesellschaftliche Träger und Initiativen, die unterstützt werden wollen
· bereits bestehende lokale Familienbündnisse

Erwartete Ergebnisse:
Breiteres Bewusstsein für die Notwendigkeit, Erziehungs- und Sozialisationsfragen hinsichtlich junger Menschen öffentlich und mit den dafür Verantwortung Tragenden (Familie) auch in ländlichen Räumen zu thematisieren und Unterstützungsmöglichkeiten im Sinne einer qualifizierten "Hilfe zur Selbsthilfe" in Gang zu setzen: Multiplikationseffekte!
Erste Erfahrungen zeigen, dass es dafür großes Interesse und Kooperationsbereitschaft gibt. Die Notwendigkeit, das Projekt in und nach der Modellphase weiter zu unterstützen, wird bei politischen Verantwortungsträgerinnen und -trägern des Landes und der Landkreise gesehen. Entsprechende Möglichkeiten werden gegenwärtig geprüft.
Nachfragen aus anderen Bundesländern (östliche Flächenländer!) weisen darauf hin, dass es ein großes Interesse an den Arbeitserfahrungen des Projektes gibt.