14469 Potsdam



Dreisprung in die Zukunft

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Rudi-Karl Pahnke

Kontaktdaten:
Fachhochschule Potsdam
FB 1 Sozialwesen
Pappelallee 8-9
14469 Potsdam
Tel: 0331-580-1155
Email:
www.fh-potsdam.de www.institut-neue-impulse.de
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Potsdam, verschiedene Orte in Brandenburg
Bundesland: Brandenburg
weitere Länder: -
Förderzeitraum: 09/2007-08/2010

Themencluster:
Früh ansetzende Prävention

Unterthema:
Entwicklung und Erprobung von spezifischen Aus- und Fortbildungskonzepten für Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer

Hauptzielgruppe:
Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
Inhalt der Projektarbeit mit Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrkräften wird die Ermöglichung interkultureller und interreligiöser Erfahrungen sein - unter Einbeziehung nichtreligiöser Einstellungen. Jede begegnende Einstellung und Erscheinung wird Gegenstand von Fragen sein. Indoktrination und auch Verstöße gegen Menschenrechte in jeglicher Form werden thematisiert, a priori abgelehnt und ausgeschlossen.
Bisherige Erfahrungen zeigen, dass Kinder ein unmittelbares Interesse an fremden Kulturen und Religionen haben, wenn sie nicht von Erwachsenen genau dagegen aversiv prädisponiert werden. Sie in ihrer Neugier, in ihrer Unbestechlichkeit und ihrem Fragepotenzial zu stärken, ist unser Ziel. Die Qualifizierung der pädagogischen Kräfte ist deshalb entscheidend.
Das Ziel ist aber letztlich die interkulturelle Arbeit mit Kindern - auf unterschiedlichste Weise, d. h. als Ziel eine positive Bejahung der kulturellen Vielfalt und die Befähigung zum Dialog.

Handlungskonzept:
An der Fachhochschule Potsdam findet eine kontinuierliche Lehreinheit für Studierende (Bachelor of Arts - Bildung und Erziehung in der Kindheit im Kindergarten) statt: "Interkulturelles Lernen im Kindergarten".
Ferner finden Trainingskurse für Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer statt. Außerdem werden in jedem Jahr Projektwochen der Studierenden durchgeführt - nach jeweils im Curriculum erarbeitetem Konzept - in Kindereinrichtungen oder Schulen, insgesamt also 15-18 Projektwochen. In Abweichung zur bisherigen Praxis der Fortbildung und Qualifizierung von Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern sowie Lehrkräften sind im Rahmen des Modellprojekts Vertreterinnen und Vertreter anderer Kulturen und Religionen unmittelbar in die Arbeit mit Pädagoginnen und Pädagogen einbezogen. Dies betrifft z. B. die Diskussion der interreligiösen und interkulturellen Herausforderungen und adäquaten Konzipierung der Projekte mit Kindergartenkindern und in Schulen mit unteren Klassen. Dieses Modell, einmal initiiert und praktiziert, soll Schule machen und verändert das Klima positiv. Da der normale Alltag in Schulen und Kindergärten solche Erfahrungen kaum ermöglicht, bedarf es der Anstöße und Angebote von außen. Das Projekt wirkt genau auf dieser Grenze modellhaft-ansteckend.
Die Kooperation mit dem LISUM ist erfolgreich und stößt auf ein breites positives Echo, da man im Bereich interkultureller und internationaler Pädagogik mit dem LISUM bereits über einen längeren Zeitraum erfolgreich kooperiert hat.

Es finden kontinuierliche Lehreinheiten/ Trainings mit Studierenden und im Fortbildungsbereich mit Erzieherinnen und Erziehern sowie mit Grundschullehrerinnen und -lehrern statt. Weiterhin finden begleitete Projektwochen statt. Als nachhaltiges Ergebnis ist eine Sensibilisierung der pädagogischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Studierenden für interkulturelle Herausforderungen und interreligiöse Kommunikation bereits sichtbar und weiterhin zu erwarten. Die Trainings und Lehreinheiten umfassen jeweils ca. 12-20 Personen und die Projektwochen werden durch die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit jeweils 10-15 Kindern durchgeführt. Durch kollegiale Beratung und selbstkritische Evaluation wird das Projekt den jeweiligen qualitativen Erfordernissen angepasst.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Institut Neue Impulse e. V., Potsdam
· LISUM Berlin-Brandenburg, Ludwigsfelde-Struveshof
· Anne Frank Zentrum, Berlin
· Beit Berl College, Israel
· Institut für Demokratieerziehung Tel Aviv/Israel
· Hope Flowers School Bethlehem/ Al Khader, Israel/ palästinensische Autonomie
· Die pädagogischen Kolleginnen und Kollegen des Vereins aus dem Schulbereich Brandenburgs (u. a. Königs Wusterhausen, Berlin, Frankfurt/ Oder, Cottbus, Bad Freienwalde)
· Kreativzentrum Falkensee

Erwartete Ergebnisse:
1. Die Fachhochschule Potsdam und das Institut Neue Impulse e. V. entwickeln Weiterführungsperspektiven parallel zur auslaufenden Zeit des Projekts.
2. Das Projekt soll durch Qualifizierung der Pädagoginnen und Pädagogen nachhaltig die Einstellungen und die Grundhaltung von Kindern und Jugendlichen prägen und verändern - zur Bejahung kultureller Vielfalt und auch der Differenzen.
3. Ein entscheidendes Ergebnis soll der daraus erwachsene Dialog der Generationen sein, wenn es den Pädagoginnen und Pädagogen gelingt, in diesen Prozess die Eltern einzubeziehen und damit für ein dialogorientiertes Klima in den Familien zu sorgen.
4. Erwartet wird ein Schneeballeffekt, d. h. dass das Modell zu einem Selbstläufer in Kindergärten und Schulen wird und synergetisch in die Gesellschaft hineinwirkt.
5. Es gibt bereits großes Interesse anderer Institutionen am Projekt, z. B. ist das LALEB Brandenburg (Lehrerfortbildungsinstitut) an einer Kooperation interessiert.
6. Fest verabredet und in der unmittelbaren Vorbereitungsphase befindet sich ein trilaterales international/ interkulturlles Qualifizierungskonzept Deutschland/Israel/Polen- ab Oktober 2011.
7. Ein weiteres nachhaltiges Ergebnis ist der Vertrag der FH mit der Hochschule Beit Berl/Israel - Studenten und Lehrendenaustausch betreffend - und mit dem Institut für Dermokratieerziehung Tel Aviv/Israel.
8. Eine Präsentations-DVD über die bisherigen Veranstaltungen und Ergebnisse des Projekts wird veröffentlicht.