| Kontaktdaten: Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit / Streetwork Brandenburg e. V. Stahnsdorfer Str. 76-78 14482 Potsdam Tel: 0331-2713600 Email: www.streetwork-brandenburg.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Diverse Projektstandorte im Land Brandenburg Bundesland: Brandenburg weitere Länder: - Förderzeitraum: 09/2007-08/2010 |
Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Hauptzielgruppe:
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
Leitziele:
1. Langfristig geht es um den Auf- und Ausbau eines offensiven Selbstverständnisses in der Betrachtung der realen Möglichkeiten, Handlungsspielräume und Erfolgsaussichten von Jugendarbeit mit rechtsextrem orientierten jungen Menschen.
2. Darüber hinaus sollen professionelle Standards und handwerkliche Erfahrungen transportiert und zur Entwicklung lokaler Konzepte hinzugezogen werden.
3. Es wird eine Praxisunterstützung installiert, die sich an realistischen Handlungsmöglichkeiten und -empfehlungen und weniger an politischen Auftragslagen orientiert.
Handlungskonzept:
Die Umsetzung des Angebotes der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) wird in drei Säulen erfolgen. Dabei geht es um das Vermitteln von Kontakten und den Aufbau von Kooperationsbeziehungen im Rahmen entweder bereits bestehender Netzwerke (LAGen, Arbeitsstrukturen vor Ort) oder im Rahmen nach Möglichkeit kleinräumlicher örtlicher Strukturen. Dies umfasst beispielsweise die Realisierung von Angeboten basisnaher und umsetzungsfreundlicher Qualifikation und Kompetenzerweiterung für Fachkräfte und (ggf.) deren Träger und Auftraggeber sowie das individuelle Coaching einzelner Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter.
Dabei wird auf folgende Querschnittsprinzipien orientiert:
· Praxistauglichkeit
· Individualität
· Serviceleistung
Es werden grundsätzlich folgende Themen bearbeitet:
Rechtsextreme Entwicklungen
· Wer agiert vor Ort?
· Womit handeln die modernen Rechtsextremisten?
· Was hat die eigene Seite zu bieten?
Rahmenbedingungen der Projekte der (Mobilen) Jugendarbeit
· Welche Auftragslagen wirken?
· Welche Rahmenbedingungen sind vorhanden (förderliche und hinderliche)?
· Welche Unterstützungssysteme wirken oder sind zu nutzen?
· Welche eigenen Ziele sind realistisch?
· Welche konzeptionellen oder Angebotsveränderungen (z. B. in den Bereichen Sozialarbeit, Individuelle Kompetenzerweiterung, Bildungsangebote und Freizeitgestaltung) sind notwendig und möglich?
· Welche Schritte sind realistisch?
Individuelle Ressourcen
· Welches Wissen ist vorhanden?
· Welche individuellen Faktoren, Motivationen, Hemmungen wirken?
· Wie kann entweder stabilisiert oder ausgeglichen werden?
Kooperations- und Netzwerkpartner:
Auf Landesebene wird einerseits mit dem zuständigen Fachministerium (MBJS) und dem Landesjugendamt kooperiert. Auf der gleichen Ebene, aber in anderen strukturellen Zusammenhängen, gibt es eine enge Abstimmung mit der Koordinierungsstelle des Handlungskonzeptes der Landesregierung "Tolerantes Brandenburg". Hier geht es vor allem um die Darstellung und Auswertung von Ergebnissen, die möglichen Korrekturen des Angebotes oder anzustrebende Vernetzungen. Auf der "handwerklichen" Ebene gibt es eine enge Kooperation mit dem Mobilen Beratungsteam des Demos- Instituts für Demokratie und Integration Brandenburg e. V. hinsichtlich sich ergebender lokaler Einschätzungen und Einsatzmöglichkeiten. Darüber hinaus existieren Arbeitsbeziehungen zu anderen handlungsfeldrelevanten Landesarbeitsgemeinschaften (JUKO). Auf örtlicher Ebene wird mit den Jugendämtern der Kreise und mit den entsprechenden Gremien Lokaler Aktionspläne kooperiert. Auf der direkten lokalen Ebene sind die Kooperationspartner vor allem Projekte der Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit und deren Träger sowie ggf. lokale Behörden, Ämter oder politische Strukturen.
Erwartete Ergebnisse:
Zunächst soll es gelingen, an den jeweiligen Standorten handlungsfähige und realistische, das heißt auch sinnvolle und für das Gemeinwesen nützliche Projekte in der Arbeit mit rechtsextrem orientierten jungen Menschen zu entwickeln oder zu stabilisieren. Diese Projekte sind von einem offensiven Selbstverständnis geprägt, öffentlich akzeptiert und verharren nicht in reaktiven oder neutralen Positionen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter solcher Projekte werden auf Unterstützungssysteme oder Netzwerke zurückgreifen können, die zunächst für sie in der Umsetzung ihrer Arbeitsaufträge nützlich und relevant sind. Es kommt zu einer breiten Diskussion und Übertragung vorhandener fachlicher Erfahrungen und Standards. Projekte der Jugendarbeit besetzen eine realistische Position in der Palette diverser Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus.