| Kontaktdaten: MANNE e. V. Potsdam Kiezstrasse 16 14467 Potsdam Tel: 0331-7480897 Email: www.mannepotsdam.de www.gewaltpraevention.mannepotsdam.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Potsdam und in den Einrichtungen vor Ort Bundesland: Brandenburg weitere Länder: - Förderzeitraum: 08/2007-11/2010 |
Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Unterthema:
Geschlechtsspezifische Arbeit mit männlichen Jugendlichen
Hauptzielgruppe:
Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen
Leitziele:
Von Januar 2008 bis Juli 2010 werden in Brandenburg fünfzehn männliche Fachkräfte berufsbegleitend zu "Jungenarbeitern" qualifiziert. Die Fachkräfte entwickeln unterschiedliche Angebote, die gewaltbereite Jungen mit Affinität zu Rechtsextremismus im Alter zwischen 12 und 18 Jahren erreichen können. Sie überführen ihre Angebote in die pädagogische Praxis und werden dabei mindestens neun weitere Monate qualifiziert und individuell unterstützt. Nach Abschluss des Modellprojektes sollen die Fachkräfte in der Lage sein, eigene lokale Angebote für die Zielgruppe zu entwickeln und umzusetzen. Die Ergebnisse und Erfahrungen werden für den Transfer in die Fachöffentlichkeit aufbereitet.
Handlungskonzept:
Das Projekt besteht aus zwei wesentlichen Phasen:
Qualifizierungsphase: Januar 2008 bis Juli 2009
· Einführungsworkshop für die beteiligten Referenten
· Auftaktveranstaltung mit den Teilnehmern und lokalen Projektpartnern
· Qualifizierung von 15 Teilnehmern zu "Jungenarbeitern" in 10 Fortbildungsbausteinen an jeweils 2 Tagen
· Individuelle Unterstützung der Teilnehmer bei der Entwicklung von regionalen Jungen-Angeboten vor Ort von Januar 2008 bis Juli 2009
· Zwischenauswertung der Selbstevaluation für die Projektsteuerung
· Filmische Dokumentation
· Präsentation der entwickelten Angebote mit lokalen Projektpartnern
Implementierungsphase: August 2009 bis Juli 2010
· Qualifizierungstage in der Praxis (5 Tage)
· Coaching und fachliche Begleitung in der Startphase der lokalen Angebote, fachliche Einbindung in kollegiale, lokale und regionale Netze sowie in landesweite Unterstützungsstrukturen
· Interne Auswertung der Projektergebnisse mit den Teilnehmern
· Praxistransfer durch Darstellung des Projektes in Dokumentationen im Netz und als Dokumentarfilm auf DVD
· Fachtagung, öffentliche Vorstellung der Ergebnisse, fachlicher Austausch
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Jugendämter der Landkreise, aus denen die Teilnehmer stammen
· Schulen und engagierte Lehrer aus den betreffenden Orten und Regionen
· Örtliche Jugendarbeits- und Berufsbildungsträger
· RAA Brandenburg und Außenstellen
· Institut Demos, Mobile Beratungsteams
· Jugend(fach)verbände: LAG Streetwork, Landesjugendring, Brandenburgische Landjugend
· Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Sozialwesen
· Universität Potsdam, Fachbereich Erziehungswissenschaften
Erwartete Ergebnisse:
1. Mindestens 15 männliche Fachkräfte aus Jugendhilfe und Jugendförderung werden zu "Jungenarbeitern" qualifiziert.
2. Diese Fachkräfte erreichen mit mindestens 10 Angeboten vor Ort jeweils mindestens 15 männliche Jugendliche mit ihren Angeboten. Dieses Projekt kann sich von der Umsetzungsphase an auf mindestens 150 junge Männer und ihre biografische Entwicklung positiv auswirken.
3. Es wird ein Curriculum mit praxisrelevanten Fortbildungs-Modulen zur geschlechtsbewussten und präventiven Jungenarbeit im ländlichen Raum entwickelt, das bundesweit genutzt werden kann.
4. Unterschiedliche bedarfsgerechte Angebote, die Jungen mit Affinität zum Rechtsextremismus erreichen können, werden gemeinsam mit den Teilnehmern der Qualifizierung als neue Formen präventiver Arbeit mit männlichen Jugendlichen entwickelt und etabliert. Die Teilnehmer werden darin fachlich durch Coaching unterstützt.
5. Das Modellprojekt wird durch das Büro für psychosoziale Prozesse der Internationalen Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie (INA, FU Berlin) wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse einer internen Evaluation werden aufbereitet und stehen der Fachöffentlichkeit zur Verfügung.
6. Die wichtigsten Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projektverlauf werden für den Transfer in die Fachöffentlichkeit aufbereitet. Das Projekt wird auf einer regelmäßig aktualisierten Homepage und in einer schriftlichen Dokumentation dargestellt. Es wird filmisch begleitet, ein Dokumentarfilm kann bestellt werden. Damit werden die Voraussetzungen für die Übertragbarkeit in andere Bundesländer geschaffen.
7. Die Nachhaltigkeit wird durch mehrere Faktoren gestärkt:
· Die Teilnehmer sind sich in der Qualifizierung ihrer eigenen Stärken und Schwächen bewusst geworden und haben das in ihre Planungen einbezogen.
· Im Praxiscoaching wurden sie aktiv fachlich begleitet und weiter qualifiziert. Aufgetretene Schwierigkeiten wurden so weit wie möglich gelöst.
· Die Jungenarbeiter kennen ihre anderen Kollegen aus der Qualifizierung und können sich weiterhin kollegial unterstützen.
· Eine längerfristige Zusammenarbeit im lokalen Netz und der Kontakt zu landesweiten Unterstützungsstrukturen wurden aktiv angeregt.