| Kontaktdaten: MW Malteser Werke gGmbH Malteser Treffpunkt Freizeit Am Neuen Garten 64 14469 Potsdam Tel: 0331-505860-23 Email: www.treffpunktfreizeit.de www.treffpunktgeschichte.de |
Durchführung: Durchführungsort/e: Potsdam Bundesland: Brandenburg weitere Länder: - Förderzeitraum: 04/2008 - 12/2010 |
Themencluster:
Früh ansetzende Prävention
Unterthema:
Historisches Lernen
Hauptzielgruppe:
Kinder und jüngere Jugendliche
Leitziele:
Ziel des Projekts ist es, 7- bis 12-jährigen Grundschülerinnen und -schülern einen kindgerechten Zugang v. a. zur Geschichte der DDR und zur Geschichte des Nationalsozialismus zu ermöglichen und somit ihr Verständnis von Demokratie und Rechtsstaat zu fördern.
Durch unterschiedliche didaktische Methoden der Geschichtsvermittlung sollen sich Grundschulkinder mit der jüngsten deutschen Geschichte auseinandersetzen und den noch andauernden demokratischen Wiedervereinigungsprozess und die damit verbundenen politischen, gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Transformationen besser einordnen und beurteilen können.
Durch Exkursionen, Workshops und Zeitzeugenberichte wird den Kindern ein Input gegeben, der sich nicht nur auf die geschichtlichen Aspekte bezieht, sondern sich gezielt an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dabei geht es auch um die Einbettung von Lebensrealitäten in die historischen Ereignisse, die sich auf alle gesellschaftlich relevanten Bereiche erstrecken.
Diese Auseinandersetzung findet v. a. in Potsdam auf unterschiedlichen Ebenen statt und greift die lokalgeschichtlichen Bezüge der Stadt, der Umgebung und Brandenburgs auf.
Die Geschichtsworkshops lassen sich in die interdisziplinären/ fächerübergreifenden Angebote der schulischen Projekt- und Wandertage integrieren. Sie ergänzen und bereichern schulische Angebote im Bereich Geschichte sowie politische Bildung und haben einen unterstützenden Charakter für Lehrerinnen und Lehrer.
In das Projekt sind auch Studentinnen der Geschichte als Tutorinnen eingebunden, die je nach Bedarf Workshops mit Grundschülerinnen und -schüler begleiten, sie mit eigenen Ideen und Umsetzungsvorschlägen bereichern und sich in Bildungsarbeit mit Kindern einüben können.
Handlungskonzept:
Das Projekt wird in drei Phasen durchgeführt:
1. In der vorbereitenden Planungsphase konnten im Jahr 2008 v. a. qualifizierte Potsdamer Referenten wie Historiker, Wissenschaftler angrenzender Disziplinen, Zeitzeugen sowie Dozenten der jugend-, historisch- und bildungspolitischen Arbeit für die Projektumsetzung gewonnen werden. Durch eine Befragung an vier Potsdamer Grundschulen wurde das Vorwissen und das Interesse an den Themen Geschichte der DDR und Geschichte des NS ermittelt und in die weitere inhaltliche Planung der Angebote integriert. Gemeinsam wurde ein thematisches Veranstaltungsprogramm entwickelt, das im Jahr 2009 durch Presse und Internet beworben und in zwei Auflagen an Grundschulen sowie öffentlichen Einrichtungen der Stadt Potsdam verteilt wurde. Erste Geschichtsworkshops wurden durch eine Kooperation mit dem Potsdam Museum im Jahr 2008 bereits erfolgreich durchgeführt.
2. Bis Ende 2009 nahmen rund 1400 Grundschülerinnen und -schüler an unterschiedlichen Workshops, Exkursionen und Zeitzeugenveranstaltungen im Rahmen von Projekttagen teil. Die Veranstaltungen werden im Jahr 2010 weiter durchgeführt. Aufgrund der beiden Jubiläen "20 Jahre Mauerfall" im Jahr 2009 und "20 Jahre deutsche Wiedervereinigung" im Jahr 2010 besteht an den Veranstaltungen besonders zur Geschichte der DDR ein reges Interesse.
3. Parallel zur weiter laufenden Veranstaltungsdurchführung werden ausgewählte geschichtliche Themen v. a. mit Bezug zur Geschichte der DDR in Potsdam (bspw. Mauerbau und Mauerfall, die Mauer und ihr Verlauf in Potsdam/Glienicker Brücke, ehem. Haus der jungen Pioniere) in einer Ausstellung von Mai bis Ende 2010 im Malteser Treffpunkt Freizeit auf kindgerechte Weise präsentiert. Die Ausstellung wird multimedial und interaktiv (bspw. anhand von Hör- und Bildstationen) dargestellt. In begleitenden Workshops zur Ausstellung werden durch spielerische und multimedial aufgebaute Elemente Geschichte und Demokratie vermittelt. Darüber hinaus wird bis zum Projektende eine didaktische Handreichung für die weitere Verwendung in der schulischen wie außerschulischen Bildungsarbeit entwickelt, so dass auch andere Kinder und Jugendliche bzw. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren von den Erfahrungen und Resultaten profitieren können.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
Das Modellprojekt wird in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren v. a. aus dem Potsdamer Raum durchgeführt.
Zu den Kooperationspartnern gehören neben Referenten wie Historikern, Wissenschaftlern angrenzender Disziplinen, Zeitzeugen sowie Dozenten der jugend-, historisch- und bildungspolitischen Arbeit auch vier Potsdamer Grundschulen.
Darüber hinaus stellen die folgenden Institutionen weitere Kooperationspartner dar:
· Arbeitsbereiche der Universität Potsdam
· Förderverein Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e. V.
· Deutsches Kulturforum östliches Europa e. V.
· Projektwerkstatt "Lindenstraße 54"
· Potsdam Museum
· Filmmuseum Potsdam
· Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
· Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam"
Unterstützt in der Bekanntmachung wird das Modellprojekt durch:
· Die Sicherheitskonferenz Potsdam
· Beigeordnete für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Potsdam
Erwartete Ergebnisse:
Neben dem Erlangen von historischem Wissen und einem Demokratie- und Rechtsstaatsverständnis, bilden die teilnehmenden Kinder soziale wie emotionale Kompetenzen sowie lebendige Kenntnisse und realistische Vorstellungen von den Lebensbedingungen der Menschen in einer Diktatur aus. Durch die konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Kindern in der Gruppe zu einem bestimmten Thema begegnen sie anderen Menschen mit Respekt und Toleranz. Langfristig entwickeln sie ein vertieftes Verständnis dafür, wie sich geschichtliche Prozesse auf die Entwicklung der Gesellschaft auswirken und damit einhergehend ein besseres Verständnis für aktuelle Problemlagen und die Bedeutung demokratischer Mechanismen. Durch Kenntnisse in Geschichte und Politik sind sie weniger anfällig für extreme Ideologien und fremdenfeindliche Argumentationen.
Im Mehrgenerationenhaus Malteser Treffpunkt Freizeit werden auch nach Ende der Projektlaufzeit regelmäßig Veranstaltungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zur Geschichte der DDR durchgeführt und verstärkt Angebote von Alt für Jung und von Jung für Alt entwickelt. Hier werden auch geschichtliche Themen unterbreitet, die v. a. die Geschichte der DDR und den Nationalsozialismus unter verschiedenen Aspekten aufgreifen. In der letzten Projektphase im Jahr 2010 werden didaktische Materialien in Form einer pädagogischen Handreichung konzipiert, die für die Durchführung ähnlicher Projekte genutzt werden können.
Die Ergebnisse sollen so dokumentiert werden, dass sie für alle Interessierten, Kinder und jüngere Jugendliche bzw. für (jugendliche) Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zugänglich bleiben und eine spannende Alternative für den Geschichtsunterricht oder für Projekttage in der Schule bieten.
Durch den Modellcharakter des Projekts können andere Kinder- und Jugendeinrichtungen oder Schulen dazu angeregt werden, sich auf ähnliche Weise mit den Themen auseinander zu setzen. Das Projekt kann außerdem im Malteser Treffpunkt Freizeit wiederholt werden.
Darüber hinaus erfolgt anhand der Vermittlung von historischem Wissen durch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ein Austausch zwischen den Generationen.