| Kontaktdaten: Anne Frank Zentrum Rosenthaler Straße 39 10178 Berlin Tel: 030-288865600 Email: www.annefrank.de www.annefrank.de/ nc/ aktuell/ newsarchiv/ singleview-newsarchiv/ article/ anne-frank-zentrum-startet-neues-projekt-zur-bekaempfung-von-antisemitismus/ |
Durchführung: Durchführungsort/e: Berlin und bundesweit Bundesland: Berlin weitere Länder: bundesweit Förderzeitraum: 07/2007-10/2010 |
Themencluster:
Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemitismus
Unterthema:
Antisemitismus bei jugendlichen Migrantinnen und Migranten
Hauptzielgruppe:
Migrantinnen und Migranten
Leitziele:
1. Das Hauptziel des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung eines neuen Materialpakets mit dem Titel "Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart".
2. Im Rahmen dieses Vorhabens werden konkrete pädagogische Methoden und Materialien zur Auseinandersetzung mit der europäischen Geschichte des Judentums und mit den Ursachen und Folgen des Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart entwickelt. Schon während der Entwicklung werden die Materialien im Rahmen von Seminaren, Workshops und Projekttagen erprobt und anschließend bundesweit implementiert.
3. In der inhaltlichen Ausrichtung des Projektes geht es neben der Wissensvermittlung um die Stärkung von Beteiligungsprozessen und um die Förderung von Empathie. Weitere Schwerpunkte sind die Stärkung von kritischer Reflexion, interkultureller Kompetenz und demokratischem und zivilgesellschaftlichem Bewusstsein und Handeln.
Handlungskonzept:
Das Projekt teilt sich in fünf Projektteile auf:
1. Pädagogische Materialien und Methoden zum Antisemitismus
2. Projektveranstaltungen in der Ausstellung des Anne Frank Zentrums in Berlin
3. Bundesweite Projektwochen gegen Antisemitismus
4. Seminarangebote zum interkulturellen Geschichtslernen für die Gegenwart
5. Lernen mit Comics: Die Suche
Im ersten Projektteil geht es um die kritische Auseinandersetzung mit und die Weiterentwicklung von (zum Teil bereits bestehenden) Materialien und Methoden. In zahlreichen Seminaren werden diese sowohl unmittelbar mit der Zielgruppe erprobt, als auch im Austausch mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren weiterentwickelt. Im Rahmen dieses Projektteiles erfolgt u. a. die Implementierung der von der OSZE und dem Anne Frank Haus gemeinsam entwickelten Hefte gegen Antisemitismus für den Schulgebrauch. Dazu entsteht eine Handreichung.
Der zweite Projektteil nutzt die neue Dauerausstellung des Anne Frank Zentrums als Medium der Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemitismus. Im Rahmen des Projektes werden neue pädagogische Angebote zur Ausstellung entwickelt und erprobt. Die Ausstellung selbst soll ebenfalls für die Projektziele erweitert und verbessert werden.
Der dritte Teil beschreibt mehrtägige Angebote mit der Hauptzielgruppe, die bundesweit zum Thema Antisemitismus angeboten werden sollen.
Der vierte Teil des Projektes geht dem Problem nach, dass Antisemitismus nicht als Einzelphänomen auftaucht, sondern fast immer in Zusammenhang mit anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. In Seminaren und Workshops wird Jugendlichen ein umfassenderes Verständnis von Menschenrechten und Demokratie vermittelt.
Der letzte Projektteil schließlich nutzt das Medium Comic, um sich über diese künstlerische Ausdrucksform dem Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart zu nähern. Der Comic "Die Suche", der sich auch mit Erinnerung im Nachkriegs-Europa beschäftigt, wird im Rahmen des Projektes an mehreren Schulen erprobt. Ziel ist die Herausgabe eines pädagogischen Materials.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
Anne Frank Haus, Amsterdam; OSZE/ ODHIR, Warschau; Fritz Bauer Institut, Frankfurt/ Main; Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, Berlin; Internationaler Bund, Berlin; Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, Berlin; Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin; Camino - Werkstatt für Fortbildung im sozialen Bereich, Berlin; Zentralwohlfahrtsstelle der Juden, Frankfurt/ Main; Bildungsbausteine gegen Antisemitismus, Berlin; Amadeu Antonio Stiftung, Berlin; Gedenkstätte Dachau, Dachau; Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, Berlin; Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Berlin; Rückenwind e. V. Schönebeck, Magdeburg; Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin; Jüdisches Museum Berlin, Berlin; Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus, Berlin; Deutsches Institut für Menschenrechtsbildung, Berlin; Jugendmuseum Schöneberg, Berlin; Cornelsen Verlag, Berlin; Verlag an der Ruhr, Mühlheim an der Ruhr; zahlreiche Schulen und weitere Einrichtungen der außerschulischen Bildungsarbeit in Berlin und Brandenburg
Erwartete Ergebnisse:
1. Das Hauptziel des Projektes beinhaltet ein konkretes Produkt: ein Materialpaket mit praxiserprobten Materialien zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart. Dieses Material orientiert sich inhaltlich und didaktisch an der Hauptzielgruppe des Projektes: Jugendliche mit Migrationshintergrund.
2. Für die Implementierung der entwickelten Materialien wird das Anne Frank Zentrum am Ende des Projektzeitraumes auf umfassende Erfahrungen in der konkreten Arbeit mit diesen zurückgreifen können.
3. Das Projekt bietet die Chance, während der kommenden drei Jahre, bundesweit und international Partner im Themenbereich zu finden, um mit diesen langfristig die Verbreitung der Methoden und Materialien sicherzustellen.