| Kontaktdaten: Gesicht Zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland e. V. Koppenstr. 93 10243 Berlin Tel: 030-30308080 Email: www.gesichtzeigen.de www.gesichtzeigen.de/ index.php/ navigation/ projekte/ fit-gegen-rechts |
Durchführung: Durchführungsort/e: Berlin Bundesland: Berlin weitere Länder: - Förderzeitraum: 10/2007-08/2010 |
Themencluster:
Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Unterthema:
Zeitgemäße Konzepte für die Arbeit mit rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen
Hauptzielgruppe:
Männliche Jugendliche aus "bildungsfernen" Milieus mit Affinität zu Fremdenfeindlichkeit
Leitziele:
1. Das Hauptziel ist es, Ansätze und Methoden zu entwickeln, die sich in die Schule insgesamt, also auch in den Lehrplan, integrieren lassen und die eine Veränderung bewirken und zwar eine langfristige und nachhaltige.
2. Der Schwerpunkt liegt auf der schwierigen Zielgruppe Jugendliche aus "bildungsfernen" Schichten mit Affinität zum Rechtsextremismus. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Erprobung des erlebnispädagogischen Ansatzes.
3. Erwartet werden auswertbare und übertragbare Daten und Konzepte, Materialien und Methoden für eine zeitgemäße Arbeit innerhalb des Sozialraums und Lernorts "Schule" mit der genannten Zielgruppe.
Handlungskonzept:
Oft fehlt es an Konzepten und Strategien, Problemen wie Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt an Schulen konkret und längerfristig zu begegnen. Das Projekt "Fit gegen Rechts" setzt hier an: Ziel ist es, diskriminierende Verhaltensweisen und Einstellungen zu reflektieren und abzubauen. In Zusammenarbeit mit dem Kollegium werden drei Jahre lang an einer Hauptschule in Berlin neue Methoden für den Umgang mit rechtsextrem gefährdeten Jugendlichen erarbeitet. Ziel des Modellprojektes ist die Entwicklung neuer Materialien zum Umgang mit dieser Zielgruppe. Damit will man Hauptschulen etwas an die Hand geben, um auf Probleme wie Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt reagieren zu können.
Konkret wird mit der Heinz-Brandt-Oberschule in Berlin-Weißensee zusammengearbeitet. Hier werden die Module erprobt und gemeinsam mit den Lehrkräften Strategien zur Veränderung des Schulklimas und zur Unterrichtsgestaltung entwickelt. Die Angebote wenden sich an Lehrkräfte, Eltern und natürlich vor allem an die Schülerinnen und Schüler. In der konkreten Arbeit geht es darum, Vorurteile zu reflektieren und Diskriminierung zu verlernen. Ziel ist es die kommunikativen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu erweitern und sie zu befähigen, Konflikten gewaltfrei zu begegnen. Demokratie und Kooperation sollen gelebt und als Bereicherung erfahren werden. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler da abgeholt, wo sie stehen. Die Arbeit erfolgt stark erfahrungs- und erlebnisbetont. Einen Schwerpunkt bilden medienpädagogische Angebote. Im Umgang mit (neuen) Medien haben Jugendliche Kompetenzen und Motivation, die für die Auseinandersetzung mit projektbezogenen Themen eingesetzt werden können.
Das gesamte Konzept basiert auf einer sehr ausführlichen theoretischen Grundlagenarbeit, welche die Basis dieser Interventionsstrategie bildet.
Einige Beispiele aus der projektbezogenen Arbeit sind ein Theaterstück zu Wünschen und Träumen, aber auch zu Ängsten und Vorbehalten der Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse, Videoclips zum Thema "Die 60er Jahre" als Spurensuche zur Jugend- und Protestkultur von damals oder ein Hip-Hop Workshop, bei dem Neuntklässlerinnen und Neuntklässler von echten Profis gelernt haben, wie man Songtexte verfasst, diese auf einen Beat spricht (rappt) und wie Beats im Computer komponiert werden. In Workshops wie diesem erfahren die Jugendlichen z. B., dass man als Rapper nicht frauenfeindlich, homophob oder anderweitig diskriminierend sein muss, um "cool" zu sein.
Darüber hinaus gibt es Module, die durchlaufend von der 7. bis zur 10. Klasse durchgeführt werden wie das Identitäts-bzw. Lerntagebuch sowie das Monitoring, das schrittweise in SV-Arbeit überführt wird. Der Ansatz dieser Module sieht vor, die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich im Schulalltag mit bestimmten Themen und Verfahrensweisen zu konfrontieren, um gelebte Demokratie und Antidiskriminierung in der Schulkultur zu verankern. Dies ist auch für die Übertragbarkeit der Methoden und die Übernahme derselben durch Lehrkräfte von entscheidender Bedeutung.
Kooperations- und Netzwerkpartner:
· Das Kollegium der Heinz-Brandt-Schule in Berlin-Weißensee. Es finden regelmäßig Ergebnisrunden statt, um im Verlauf der Konzeption und der Erprobung immer flexibel reagieren zu können.
· Fachkräfte aus der Arbeit gegen Rechts, bspw. das Mobile Beratungsteam
· Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb):
Das Ergebnis ist ein übertragbarer Material- und Methodenkoffer mit einer Sammlung pädagogischer und didaktischer Ansätze zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern aus "bildungsfernen" Schichten mit Affinität zum Rechtsextremismus. Die bpb wird als pädagogische Begleitinstitution in diesen Prozess eingebunden.
Erwartete Ergebnisse:
1. Es werden einzelne Module für jede Klassenstufe entwickelt, erprobt und evaluiert worden sein.
2. Es wurde eine "Aktion" für die gesamte Schule entwickelt, erprobt und evaluiert.
3. Ein Modul zur Elternarbeit ist entwickelt, erprobt und evaluiert worden.
4. Ein Modul für die Lehrerinnen und Lehrer wurde entwickelt, so dass das Projekt danach an dieser Schule selbst weitergeführt werden kann.
5. Das gesamte Paket soll öffentlich vorgestellt und anderen Schulen zur Verfügung gestellt werden.