10997 Kreuzberg



Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte für vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner:
Petra Wagner

Kontaktdaten:
INA gGmbH an der FU Berlin
Institut für den Situationsansatz
Projekt Kinderwelten
Projektbüro: Schlesische Str. 3-4
10997 Berlin
Tel: 030-225032-28/33/34
Email:
www.ina.fu-berlin.de www.kinderwelten.net
  Durchführung:
Durchführungsort/e: Berlin, Jena, Hannover, Hildesheim, Stuttgart, Bremen, Hamburg, Darmstadt, Heilbronn, Kassel, Bad Freienwalde, Wiesloch, Schwäbisch-Hall
Bundesland: Berlin
weitere Länder: Thüringen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hamburg, Bremen, Brandenburg
Förderzeitraum: 09/2007-08/2010

Themencluster:
Früh ansetzende Prävention

Unterthema:
Entwicklung und Erprobung von spezifischen Aus- und Fortbildungskonzepten für Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer

Hauptzielgruppe:
Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und -pädagogen

Kurzbeschreibung:

Leitziele:
1. Im eigenen Land und in Europa aktiv und kritisch an der Entwicklung pädagogischer Ansätze zu arbeiten, die auf die Achtung von Unterschieden und auf Gleichwürdigkeit zielen,
2. Bei der Entwicklung solcher Ansätze die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung der Berufsgruppen und der Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Praxis, Aus- und Fortbildung, Beratung, Wissenschaft und Politik zu intensivieren,
3. Ein Angebot an Kindertageseinrichtungen zu fordern und fördern, das in Quantität und Qualität den unterschiedlichen Voraussetzungen, Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kinder und Familien gerecht wird,
4. Kinder und Eltern unmittelbar an der Gestaltung eines solchen Angebotes zu beteiligen und Beteiligungsformen zu entwickeln und umzusetzen, die den Voraussetzungen, Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kinder und Eltern entsprechen,
5. In der Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte stereotypes Denken und diskriminierendes Handeln zu problematisieren, differenzierte Wahrnehmung zu fördern und situationsangemessenes Handeln zu erproben,
6. In der Organisationsentwicklung institutionelle Diskriminierungen zu überwinden,
7. Durch Forschung und sorgfältige Reflexion der Praxis neue Einsichten, Wissen und Erkenntnisse zu gewinnen und
8. Nationale Netzwerke aus- und aufzubauen sowie mit anderen Netzwerken innerhalb und außerhalb Europas zu kooperieren.

Die Leitziele des Projektes sind eingeflossen in die Leitziele des Europäischen Netzwerks DECET.

Handlungskonzept:
Das Projekt "Vielfalt respektieren, Ausgrenzung widerstehen - Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte für vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung" zielt auf die Kompetenzerweiterung pädagogischer Fachkräfte in Kitas und Grundschulen für den Umgang mit der Heterogenität von Lernvoraussetzungen und Lebensumständen von Kindern. Dazu gehört auch ein kompetentes Umgehen mit Prozessen von Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung. Auf der Grundlage vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung werden im Projekt Materialien für die Aus- und Fortbildung als auch für die pädagogische Praxis entwickelt. Solche Materialien fehlen bislang in Deutschland. Die Materialentwicklung erfolgt im Rahmen der Implementation vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung in ausgewählten Praxiseinrichtungen (Kindertageseinrichtungen, Grundschulen, Erzieherfachschulen) in ganz Deutschland. Sie wird flankiert von einer fundierten Multiplikatorenfortbildung. Ziel ist es, das System der Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften (Aus- und Fortbildung, Fachberatung) nachhaltig um Expertisen im Bereich vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung zu erweitern.

Eine vorurteilsbewusste Kultur des Umgangs zu etablieren ist Aufgabe der Erwachsenen, die mit jungen Kindern zu tun haben: Eltern, Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und -lehrer. Dieses Qualifizierungs-Projekt setzt bei den pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen an und erweitert diese um das Fachpersonal in Grundschulen. Erzieherfachschulen werden ebenfalls einbezogen, damit die Innovationen bereits in der Ausbildung einen Widerhall finden.

Das Projekt steht auf drei Säulen:
· Pädagogische Praxis: Implementation des Konzeptes vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung in Praxiseinrichtungen im Rahmen einer zweijährigen Qualitätsentwicklung.
· Kompetenzerweiterung der Fachkräfte: Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und anderen Projektbeteiligten für vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung.
· Materialentwicklung: Erstellung von Materialien für die pädagogische Praxis mit Kindern, für die Zusammenarbeit mit Eltern und für die Aus- und Fortbildung von Fachkräften.

Kooperations- und Netzwerkpartner:
Für die unterschiedlichen Schwerpunkte des Projektes werden unterschiedliche Kooperationspartner beteiligt:

Für die Bereiche Aus- und Fortbildung/ Berlin:
PFH, Fachschule Bismarckstraße, Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg, Fachhochschule Potsdam, Geschäftsbereich Weiterbildung im Institut für den Situationsansatz

Für Materialentwicklung:
Verlag das Netz

Für die Implementation:
Einrichtungen, Trägerorganisationen, Fachschulen und Fachhochschulen in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Thüringen (Projektpartner von Kinderwelten), außerdem in Berlin und Hessen

Für die europäische und internationale Vernetzung: Partner im europäischen Netzwerk DECET:
das ISSA Netzwerk (International Step by Step Association), das Centre for Equity and Innovation in Early Childhood, Melbourne, Australien; Bernard van Leer Foundation/ Niederlande und Third Millenium Foundation, New York. Verbindliche Kooperationsvereinbarungen mit den jeweiligen Partnern werden abgeschlossen, sobald sich die Kernregionen etabliert haben.

Erwartete Ergebnisse:
Die Projekterfahrungen und -erfolge werden weitergetragen durch die Verknüpfung der drei Strategielinien "Materialentwicklung", "Praxis-Implementation" und "Multiplikatoren-Schulung".
· Die vorurteilsbewusste Praxis in den Modelleinrichtungen gibt Impulse für die Aus- und Fortbildung von Fachkräften und für die pädagogische Praxis in Kita und Grundschule.
· Mit den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gibt es bundesweit ein Netz von Personen, die für die Qualifizierung von Fachkräften und für Praxisentwicklung im Sinne vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung zur Verfügung stehen.
· Die vorliegenden Materialien geben Anregungen für eine vorurteilsbewusste Praxis in Kita und Grundschule und methodische Hinweise für die Aus- und Fortbildung,
· Mit dem Qualitätshandbuch für die pädagogische Qualität und die Trägerqualität liegt ein erprobtes Instrument für die eigenständige vorurteilsbewusste Qualitätsentwicklung von Kitas und Grundschulen vor.
· Zwei bundesweite Fachtagungen, Website und Veröffentlichungen machen Inhalte und Ergebnisse bekannt.